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Ein Spielezimmer für das Klostertal

Vor sieben Jahren ist das Klostertaler Spielezimmer von acht Frauen aus der Taufe gehoben worden. Nach wie vor erfreut sich die Ludothek in Wald am Arlberg großer Beliebtheit und hat seit Kurzem sogar mehr Platz.

Dunja Gachowetz

Jeden Freitag öffnet das „Klostertaler Spielezimmer“ in Wald am Arlberg für zwei Stunden seine Türen. Dann können kleine und große Menschen nach Herzenslust in den 780 unterschiedlichen Medien der Ludothek stöbern. Sich das passende Gesellschaftsspiel für das Wochenende oder die doch noch langen und dunklen Winterabende aussuchen und anschließend ausleihen. „Das Entlehnsystem funktioniert gleich wie in einer Bibliothek. Nur dass bei uns eben kein Lesestoff, sondern Spiele ausgeliehen werden können. Und zwar für zwei Wochen mit Option auf zweimalige Verlängerung“, sagt Sabrina Feuerstein.

Die 35-Jährige gehört wie Rasma Magreitter (40) zum achtköpfigen Ludotheken-Team. Die beiden Klostertalerinnen sind von Anfang an dabei und kennen daher die Entstehungsgeschichte des Spielezimmers.

Dieses hat seinen Ursprung vor acht Jahren. Damals wollten die Gemeindeverantwortlichen von Dalaas wissen, wie die Kommune familienfreundlicher werden kann. Dazu wurden alle Gemeindebürger und der Klostertaler Nachwuchs zu einem Ideennachmittag eingeladen. Ein Spielplatz stand beispielsweise bei den Mädchen und Buben ganz oben auf der Liste. Bei den Erwachsenen kristallisierte sich an diesem Nachmittag auch ein gemeinsamer Nenner heraus. Rasma erinnert sich: „Wir waren wirklich ein bunt zusammengewürfelter Haufen, kannten uns teilweise untereinander gar nicht. In kleinen Gruppen haben wir unsere Ideen, Vorstellungen oder Wünsche auf Papier gebracht. Als wir dann schließlich diese Zettel an der Wand aufgehängt haben, wurde schnell klar: Ein Begriff stand auf fast jedem Papier. Und das war jener der Ludothek.“

Lange Raumsuche

Ursprünglich sollte es aber nicht nur eine Entlehnstelle für Spiele geben, wie es heute der Fall ist. Eigentlich sollte es eine Kombination aus Büchern und Spielen sein. Doch dieses Vorhaben scheiterte unter anderem am mangelnden Raumangebot in der Talschaft. „Wir haben wirklich sehr lange gesucht, bis wir was Passendes gefunden haben“, berichtet Sabrina. Doch erst nach fast einem Jahr wurde schließlich die Beharrlichkeit und Geduld der engagierten Frauen belohnt. Denn die Räumlichkeiten, in denen bisher das Büro der Regio untergebracht gewesen war – dieses ist nach Bludenz umgesiedelt worden –, wurden frei. „Das war unsere Chance. Rasch war der Vermieter auch von unserem Vorhaben überzeugt und wir bekamen schließlich die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Die Miete hat die Gemeinde übernommen“, berichten die Frauen. Als es dann darum ging, den Raum zu adaptieren, hat die gesamte Talschaft geholfen. „Schließlich soll es ein Projekt für das gesamte Klostertal sein“, bekräftigt Rasma.

Während der Zeit der Herbergssuche hatte das Spielezimmer-Team aber die Hände nicht in den Schoss gelegt. Gemeinsam besuchten die Frauen andere Ludotheken, um sich deren Angebot anzusehen, und sammelten in der gesamten Region gebrauchte Spiele. „Aber natürlich haben wir auch neue wie etwa das aktuelle Spiel des Jahres im Angebot. Teilweise werden diese von Sponsoren finanziert. Überhaupt fließt jegliches Geld, welches eingenommen wird, auch unser Lohn, zurück in die Ludothek und wird etwa für den Ankauf der unterschiedlichen Medien verwendet“, sagt Rasma.

Sie weiß, dass manche Familien sich ein Spiel ausleihen, bevor sie es dann schließlich kaufen: „Denn so können sie testen, ob es ihnen überhaupt gefällt und etwas für sie ist. Wenn nicht, dann geben sie dieses einfach zurück.“

Spiele fürs Freie

Gerne in Anspruch genommen wird das Angebot der kleinen, aber feinen Ludothek nicht nur von Privatpersonen. Auch die Verantwortlichen der Kindergärten und Schulen in der Talschaft sind über diese Entlehnmöglichkeit froh. „Wir haben eine große Auswahl und auch zu manchen Themenbereichen mehrere unterschiedliche Spiele. So müssen beispielsweise Schulen nicht extra Spiele anschaffen, nur weil sie gerade unterschiedliche zum Thema Rechnen benötigen“, erklärt Rasma. Neben speziellen Ausleihbedingungen profitieren die Verantwortlichen von Bildungseinrichtungen auch von einem Lieferservice. „Den bieten wir wirklich nur für Schule und Kindergärten an“, betonen die Frauen und lächeln.

Aber nicht nur die unterschiedlichsten Spiele für drinnen können in der Ludothek ausgeliehen werden. Sondern auch sogenannte Großspiele sind im Sortiment enthalten. „Beispielsweise haben wir einen Tunnel, durch den Kinder kriechen können, ein Hamsterrad, eine Hüpfburg oder ein kleines Trampolin. Gerade die Verantwortlichen in Schulen und Kindergärten schätzen wiederum dieses Angebot“, sagt Sabrina. Gerne entlehnt werden auch so genannte Geburtstagssäckle. „Diese enthalten zu unterschiedlichen Themen, wie etwa ein ,Tag im Wasser‘ oder ein ,Tag im Wald‘, passende Spiele.

Spieleabende

In der Ludothek selbst können die unterschiedlichen Medien nicht ausprobiert werden. „Dazu haben wir leider zu wenig Platz. Auch wenn wir jetzt einen zweiten Raum dazubekommen haben“, berichtet Rasma und freut sich sichtlich.

Vom Spielezimmer-Team werden vor allem im Sommer auch Spielenachmittage organisiert. Bei diesen sind Kinder von 4 bis 14 Jahren willkommen. Veranstaltet werden diese im Freien und zum Einsatz kommen vor allem die Großspiele. Sabrina und Rasma wissen aber auch, dass Erwachsene ab und zu in Spiellaune verfallen können. „Wir haben schon zweimal einen Spieleabend veranstaltet. Und jedes Mal hatten wir eine Riesengaudi“, erzählt Rasma. Diese Veranstaltungen sind für alle Spielbegeisterten ab dem 14. Lebensjahr.

Eine weitere Auflage des gemütlichen Beisammenseins ist für das kommende Frühjahr geplant. Wann genau, können Sabrina und Rasma jedoch noch nicht sagen. „Wenn wir konkret wissen, wann wir den Abend veranstalten wollen, müssen wir vorher erst ins Gemeindeblatt schauen. Denn einmal hatten wir bereits einen Tag im Auge, jedoch waren an diesem bereits andere Veranstaltungen. Da wäre die Konkurrenz zu groß. Wir wollen ja schließlich nicht alleine dasitzen“, sagen die Klostertalerinnen und freuen sich schon auf die Veranstaltung.

Information

Das Klostertaler Spiele-
zimmer ist jeden Freitag von 17 bis 19 Uhr geöffnet.

Ausgeliehen werden können:

Spiele von 2 bis 99 Jahre

Großspiele für drinnen und draußen

Kartenspiele

Gesellschaftsspiele

Puzzle

Lernspiele

Spielkisten für verschiedene Anlässe

Hüpfburg

Kontakt:

Klostertaler Spielezimmer

Arlbergstraße 56

6752 Wald am Arlberg

Telefon: 0650/3488016

Internet: www.dalaas.at/de/kultur-und-freizeit/das-klostertaler-spielezimmer

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