Aus dem Gerichtssaal

Verletzter Fußballfan hat den Falschen geschlagen

Für Platzwunde rächte sich der 17-Jährige nach einem Altach-Match mit einer Ohrfeige versehentlich am Bruder des Angreifers.

Seff Dünser

Ein aggressiver Fan des Fußball-Bundesligisten SCR Altach hat sich im Vorjahr während des ÖFB-Cupspiels in Wattens und zudem nach dem Heimspiel gegen Wiener Neustadt strafbar gemacht. Wegen Nötigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung wurde der unbescholtene 17-Jährige gestern am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Geldstrafe von 360 Euro verurteilt – 90 Tagessätze zu je vier Euro. Davon beträgt der unbedingte Teil 180 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Unmittelbar nach dem 2:0-Heimsieg gegen Wiener Neustadt am 20. September 2014 hat der geständige Angeklagte aus dem Bezirk Bludenz mit einer Ohrfeige einen 15-jährigen Altacher leicht verletzt. Dabei habe er in der Dunkelheit den Falschen erwischt, sagte der Lehrling. Er hatte sich am 18-jährigen Bruder des Geohrfeigten rächen wollen und bei ihm daheim geklingelt.

Der 18-jährige Altacher, der sich ebenfalls auf dem Heimweg vom Altach-Match befunden hat, hatte ihm zuvor außerhalb des Stadions nach einer verbalen Auseinandersetzung mit einem Kopfstoß eine Platzwunde zugefügt. Dafür wurde der 18-jährige Schüler gestern wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 200 Euro verurteilt – 50 Tagessätze zu je vier Euro. Dazu kommen 100 Euro aus dem Widerruf der Vorstrafe wegen Körperverletzung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Nach dem Kopfstoß rannte der 18-Jährige davon, verfolgt vom 17-Jährigen, einem 19-Jährigen und einem 27-Jährigen. Die Verfolger sollen dann den 15-jährigen Bruder des 18-Jährigen bedroht und ihn so gezwungen haben, seinen älteren Bruder anzurufen. Deswegen wurden über den 19- und den 27-Jährigen teilbedingte Geldstrafen von 2400 und 1440 Euro verhängt. Auch diese Urteile sind nicht rechtskräftig.

Zwei Monate davor hatte der 17-Jährige bei einem Altach-Match eine Sachbeschädigung begangen. Während des ÖFB-Cupspiels in Wattens hat der geständige Lehrling eine Werbebande im Wert von 510 Euro weggerissen. Altach hat die Cuppartie beim Regionalligisten mit 4:2 nach Verlängerung gewonnen.

Keine Diversion gewährt

Dem Jugendlichen wurde keine Diversion gewährt, weil ihm 2013 schon ein Tatausgleich nach einer Körperverletzung gewährt worden war. Außerdem habe er einfach zugeschlagen und dabei einen Unschuldigen getroffen, sagte die Richterin. Dem 15-Jährigen, der eine Prellung am Unterkiefer erlitten hatte, hat er ein Schmerzengeld von 200 Euro zu bezahlen.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.