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Aus dem Gerichtssaal

Neuer Mehrerau-Prozess: Schlägerei unter Schülern

Zivilprozess um Schadenersatz: Schüler soll Mitschüler schwer verletzt haben.

Seff Dünser

Zivilprozesse am Landesgericht Feldkirch mit Forderungen nach Schadenersatz wegen behaupteter verschiedener Formen von Gewalt an Bregenzer Gymnasien mehren sich.

Mit Zahlungen des Klosters nach Vergleichen endeten zunächst Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Internatsschülern der Mehrerau durch einen Pater.

Im April findet die nächste Verhandlung in jenem Prozess statt, in dem ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums Gallusstraße der beklagten Republik vorwirft, die Schule habe ihn nicht ausreichend vor jahrelangem Mobbing durch Mitschüler geschützt.

Schwere Folgen

Anhängig ist zudem ein neuer Mehrerau-Prozess, den auch Zivilrichter Gerhard Winkler führt. Dabei klagt ein minderjähriger Schüler einen ebenfalls minderjährigen Mitschüler wegen der schweren Folgen einer Schlägerei. Der Beklagte soll als damaliger Viertklässler des Privatgymnasiums dem Erstklässler mit einem Faustschlag ins Auge eine schwere Verletzung zugefügt haben. Am betroffenen Auge soll es zu einer bleibenden erheblichen Minderung der Sehkraft gekommen sein. Das soll ein Sachverständiger festgestellt haben.

Zur angeblich mit mit Fäusten ausgetragenen Schlägerei zwischen den beiden Internatszöglingen war es während einer Mittagspause in einem Aufenthaltsraum des Internats gekommen. Ein Mitschüler sagte als Prozesszeuge in der jüngsten Verhandlung, er habe den Eindruck gehabt, der beklagte Viertklässler habe sich mit dem gezielten Faustschlag für in der Vergangenheit durch den Erstklässler erlittene Provokationen und Beleidigungen rächen wollen. Begonnen haben soll der Faustkampf, nachdem der Erstklässler angeblich einen Hausschuh des Viertklässlers zurückgeworfen hatte.

Schmerzensgeld

Der Kläger verlangt 30.000 Euro vor allem als Schmerzensgeld und die Haftung für die Zukunft. Der Beklagte bietet bislang nur 1000 Euro Schadenersatz und 5000 für allfällige künftige Schäden. Die Haushaltsversicherung der Eltern des Beklagten lehnt bislang Zahlungen ab.

Der Beklagte soll beim Vorfall, zu dem es 2013 gekommen sein soll, 13 Jahre alt gewesen sein. Im Regelfall beginnt die Haftung erst ab 14 Jahren. Ausnahmsweise können etwa dann Unmündige haftbar gemacht werden, wenn ihnen die Gefährlichkeit ihres Verhaltens bewusst sein muss. Zudem müssen sie über ein Vermögen verfügen – zum Beispiel eine zu Zahlungen bereite Haftpflichtversicherung, bei der sie über ihre Eltern mitversichert sind.

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