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Alte Freunde wieder neu verbunden

Peter Wilhelm (38) ist Vize-Obmann der Funkenzunft Fellengatter. Mit einigen Kollegen hat er diese vor 20 Jahren gegründet.

Michael Steinlechner und Roland Paulitsch (Fotos)

Das Knistern der brennenden Holzscheite, das Feuer sowie das laute Knallen der Böller und Raketen – all das hat Peter Wilhelm bereits in seiner Kindheit fasziniert. Als Bub hätte er sich aber wohl nicht gedacht, dass er irgendwann selber Funkner und Feuerwerker sein würde. Doch heute ist er es. Und der 38-Jährige war an der Gründung der Funkenzunft maßgeblich beteiligt und hat diese lang als Obmann geleitet. Heuer wird die Veranstaltung zum zwanzigsten Mal durchgeführt.

Die heutige Funkenzunft ist nicht die erste ihrer Art in der Frastanzer Parzelle. Bis Mitte der 90er-Jahre hat es teilweise sogar zwei Zünfte gegeben. „Diese wurden aber im Jahr 1994 aufgelöst und es sollte überhaupt keinen Funken mehr in Fellengatter geben“, erzählt Wilhelm. Das durfte nicht sein, meinte der damals 18-Jährige. Also beschloss er, eine eigene Zunft zu gründen. Zu diesem Zweck wollte er unter seinen ehemaligen Schulkameraden in der Parzelle nach Mitstreitern suchen. Über die Jahre hatte er viele von ihnen aus den Augen verloren. „Die einen haben eine Lehre absolviert und die andere haben verschiedene Schulen besucht.“ Für den Fellengattner schien es daher eine günstige Gelegenheit, beim Funkenbau alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen.

Als er dann im Jänner 1996 das Angebot erhielt, Funkenholz zu bekommen, ging alles Schlag auf Schlag. Der junge Mann schnappte sich das Telefon und rief seine früheren Kollegen einen nach dem anderen an. Und es war Eile geboten, denn der Funkensonntag war schon am 25. Februar. Große Überredungskunst brauchte Wilhelm nicht, um die Kollegen für seine Idee zu begeistern: „Ich habe nur gesagt: ‚Am Samstag ist unsere erste Sitzung. Also komm’ vorbei.‘“ Und neun Schulkameraden folgten seinem Aufruf. Schließlich wurde das Brauchtum am Funkensonntag 1996 erfolgreich wiederbelebt. Und die Veranstaltung entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren prächtig.

Aufräumarbeiten

Kleine Brötchen zu backen, war Wilhelm und seinen Mitstreitern auf Dauer jedoch zu wenig. Daher wurde der Funken auf den Samstag verlegt. „Wir wollten den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm bieten und am Sonntag war das nicht möglich. Denn da wollten nur wenige länger bleiben, weil sie am Montag wieder zur Arbeit mussten“, erklärt der 38-Jährige. Außerdem konnten die Funkner durch die Verschiebung den Sonntag für die Aufräumarbeiten nutzen.

Ein weiterer Grund für die Verlegung war der Musikverein. Denn die Fellengattner wollten, dass dessen Mitglieder bei ihrer Veranstaltung aufspielen. „Doch am Sonntag tritt der Musikverein seit vielen Jahren im Sonnenheim (Anmerkung: eine andere Frastanzer Parzelle) auf. So haben wir halt unseren Funken verlegt“, meint Wilhelm.

Die Verschiebung des Termins ist auch der Grund, warum der Fellengattner einen Pyrotechniker-Kurs abgeschlossen hat. Denn der Feuerwerker hatte am Samstagabend ebenfalls keine Zeit, um es beim Funken krachen zu lassen. Also nahm Wilhelm die Sache selbst in die Hand. „Vor dem ersten Feuerwerk war ich so aufgeregt, dass ich vergessen habe, den Zündschlüssel umzudrehen. Also ist erst einmal 20 Sekunden lang nichts passiert. Aber dann hat es geklappt“, erzählt er und lacht.

Das Klangfeuerwerk, das der Vize-Obmann der Zunft jedes Jahr gemeinsam mit einem Kollegen abbrennt, ist mittlerweile ebenso ein fester Bestandteil des Programms wie der Auftritt des Musikvereins. Außerdem wird im „Funkastüble“ bis in die Morgenstunden gefeiert. Die Aufgaben haben sich die Mitglieder der Gemeinschaft untereinander aufgeteilt. „Jeder soll das tun, womit er am meisten Freude hat. Denn dann gibt es die besten Ergebnisse“, meint Wilhelm. Von langen Diskussionen im großen Kreis hält er nicht viel. Denn zu oft würden gute Ideen dadurch „zerredet“. „Wenn jemand einen guten Einfall hat, davon begeistert ist und die notwendigen Ressourcen da sind, dann soll er diesen umsetzen dürfen. Ohne sich erst noch groß vor allen anderen rechtfertigen zu müssen.“

Begeisterung

Die Erfahrungen, die er bei der Leitung der Funkenzunft gesammelt hat, waren für ihn auch in seiner beruflichen Laufbahn hilfreich. Denn er hat bei einem Seilbahnhersteller eine Führungsposition inne. Und in dieser Funktion hält er ebenfalls nicht viel davon, Themen in langwierigen Sitzungen mit allen Beteiligten „durchzukauen“. Viel wichtiger ist es aus seiner Sicht, dass jeder weiß, was er zu tun hat und mit Begeisterung bei der Sache ist.

Wilhelm ist zufrieden damit, wie sich der Fellengattner Funken in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Noch mehr erfreut ihn jedoch die Kameradschaft innerhalb der Zunft. 17 Mitglieder zählt diese heute. Ein Großteil davon war bereits bei der Gründung mit von der Partie. „Und wir können uns alle aufeinander verlassen“, sagt der 38-Jährige. So wird nicht nur beim Funken zusammengearbeitet: „Wenn jemand während des Jahres bei irgendetwas Hilfe braucht, stehen die anderen sofort bereit. Genauso kommt bei jedem Geburtstag eine kleine Abordnung von uns zum Gratulieren. Und natürlich unternehmen wir gemeinsam Ausflüge.“

So wurde mit der Gründung der Funkenzunft nicht nur ein altes Brauchtum am Leben gehalten. Auch alte Freundschaften wurden erfolgreich neu geknüpft.

Funken Fellengatter

Gründungsjahr der
Funkenzunft: 1995

Obmann: Thomas Filz

Vize-Obmann: Peter Wilhelm

Gründungsmitglieder: Peter Wilhelm, Thomas Filz, Christian Korn, Arno Loretz, Siegmund Matt, Jürgen Wiederin, Elmar Bösch, Peter Moosbrugger, Markus Bertsch und Wolfgang Bertsch

Programm für den heutigen Funken:

18 Uhr: Fackelzug vom
Kindergarten Fellengatter zum Funkenplatz

18.30 Uhr: Entzündung des Kinderfunkens und Kinderklangfeuerwerk

19.30 Uhr: Entzündung des Funkens inklusive Funkenwette, anschließend Klangfeuerwerk

ab 21.15 Uhr: After Party in „Joe’s Bar“ und im „Funka­stüble“

www.funken-fellengatter.at

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