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KIT Vorarlberg: Steigende Einsatzzahlen

83 ehrenamtliche Helfer unterstützen Menschen in Krisen-Situationen. 2014 gab es die zweithöchste Zahl an Einsätzen seit der Gründung.

Als „ergänzendes Glied in der Rettungskette“ hat sich das Kriseninterventionsteam Vorarlberg (KIT) etabliert. Davon sind dessen Vorsitzender Walter Baur und Koordinator Thomas Stubler überzeugt. Sie haben am Freitag die Jahresbilanz der Hilfsorganisation präsentiert. Demnach waren die ehrenamtlichen Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter 2014 insgesamt 215-mal im Einsatz. Dabei wurden 526 Personen betreut. Seit Gründung des KIT vor 15 Jahren sei im Vorjahr die zweithöchste Zahl an Einsätzen überhaupt verzeichnet worden. Lediglich 2010 war diese mit 218 noch höher.

Die Palette der Hilfeleis­tungen sei breit gefächert, erklärte Stubler. So würden etwa Polizeibeamte beim Überbringen einer Todesnachricht von KIT-Mitarbeitern begleitet, um wenn nötig die betroffenen Familienmitglieder sofort betreuen zu können. Zu den Aufgaben gehöre es auch, Angehörigen nach einem Suizid oder plötzlichem Todesfall beizustehen.

Die Einsatzkräfte selbst könnten die Hilfe des KIT ebenfalls in Anspruch nehmen. Dies war im vergangenen Jahr jedoch lediglich fünfmal der Fall. „Oftmals werden schwierige Einsätze bei den Blaulichtorganisationen intern aufgearbeitet“, kommentierte dies Walter Baur, der auch Ehrenpräsident der Wasserrettung ist. Für Stubler ist die niedrige Zahl jedoch auch ein Zeichen dafür, dass bei den Einsatzkräften noch mehr Bewusstsein für die Arbeit des KIT geschaffen werden muss. „Denn oft gibt es eine gewisse Hemmschwelle, wenn es darum geht, unsere Betreuung in Anspruch zu nehmen“, sagte er. Darum seien die KIT-Verantwortlichen bemüht, ihr Angebot möglichst niederschwellig zu gestalten.

Bereitschaftsdienste

Derzeit sind 83 Mitarbeiter bei der Hilfs­organisation im aktiven Einsatz. In Zweier-Teams versehen sie vier Bereitschaftsdienste pro Monat, die jeweils zwölf Stunden dauern. Angefordert werden können die KIT-Helfer nur von Einsatzkräften. Die Alarmierung erfolgt über die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle. Knapp die Hälfte der Einsätze (48,4 Prozent) folgt nach einer Anforderung durch die Polizei. Auch Rettungskräfte und Notärzte (34,4 Prozent) nehmen bei Einsätzen oft Unterstützung in Anspruch.

Um auch die KIT Helfer bei ihrer psychisch anstrengenden Tätigkeit nicht allein zu lassen, werden in regelmäßigen Abständen Gruppensupervisionen durchgeführt. Dabei können die Mitarbeiter ihre Erfahrungen austauschen und mit ausgebildeten Fachkräften darüber sprechen. Zusätzlich wird den Freiwilligen ein Weiterbildungs-Programm angeboten. Mindestens zehn Stunden sind in diesem Bereich jährlich zu leisten. Dabei geht es um Themen wie etwa den Umgang mit Schuld und Schuldgefühlen oder auch rituelle Elemente in der Krisenintervention.

Nachwuchsprobleme gibt es beim KIT derzeit nicht. So haben im vergangenen Jahr 18 Frauen und Männer ihre Ausbildung beendet. Diese umfasste 80 Theorie- und 40 Praxisstunden. Ende November haben die Absolventen des Lehrgangs offiziell ihren Dienst angetreten.

Erstes Dienstfahrzeug

Finanziert wird die Arbeit des KIT hauptsächlich über den Sozialfonds, der vom Land (60 Prozent) und den Gemeinden (40 Prozent) gespeist wird. Dazu kommen noch Spenden, Subventionen durch die Vorarl­berger Gebietskrankenkasse, Mitgliedsbeiträge der elf Trägerorganisationen (siehe Factbox) und einen Beitrag des Landes. 2014 hat das Budget 118.757 Euro betragen. Im Rahmen der Präsentation des Jahresberichts wurde auch das erste Dienstfahrzeug offiziell in Betrieb genommen. Dieses wurde über Spenden finanziert.

KIT Vorarlberg

Gründungsjahr: 2000

Trägerorganisationen: Caritas, Katholische Kirche, Evangelische Kirche, Institut für Sozialdienste, Landesfeuerwehrverband, Landespolizeikommando, Ärztekammer, Bergrettung, Rotes Kreuz, Wasserrettung, Landesverband für Psychotherapie

Vorsitzender: Walter Baur (Ehrenpräsident der Wasserrettung)

Stellvertreter: Stefan Allgäuer (Institut für Sozialdienste) und Günther Watzenegger (Landesfeuerwehrverband

Koordinator: Thomas Stubler

90 ehrenamtliche Mitarbeiter (83 aktiv, 7 derzeit karenziert)

Bei 215 Einsätzen legten die Mitarbeiter 2014 rund 12.270 Kilometer zurück, betreuten 526 Personen und leisteten 1419 ehrenamtliche Stunden.

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