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Lebensmittel: Immer weniger Beanstandungen

Lebensmittel in Vorarlberg scheinen immer sicherer zu werden – das lassen zumindest Zahlen vermuten, die gestern präsentiert wurden.

D ass Lebensmittel sicher sind, ist für die Bevölkerung eine Selbstverständlichkeit. Dass dahinter auch Bemühungen stecken, darauf wies der zuständige Landesrat Christian Bernhard bei einer Pressekonferenz zum Thema „Lebensmittelsicherheit in Vorarlberg“ in Bregenz hin. Und weiter: „Das Thema kommt immer nur dann ins Bewusstsein, wenn es sogenannte Skandale gibt.“ Gemeinsam mit dem Leiter des Instituts für Umwelt und Lebensmittelsicherheit des Landes, Dietmar Buhman, und dem Leiter der amtlichen Lebensmittelkontrolle, Bernhard Zainer, präsentierte der Landesrat gestern eine Bilanz des vergangenen Jahres und einen Ausblick.

Umwelt und Lebensmittel

Drei Bereiche waren es, mit denen sich laut Buhmann sein Institut 2014 hauptsächlich beschäftigt hat: einmal die Lebensmittelinformation, Stichwort Allergen-Verordnung, bei der seit Dezember Allergene auf Speisekarten ausgewiesen werden müssen. „Da ist es manchmal gut zu fragen, was der Konsument an Transparenz benötigt und wo die Bürokratie überbordend wird.“ Klar geworden sei nicht zuletzt aufgrund des Umweltgift (HCB)-Skandals in Kärnten, dass Umweltsicherheit und Lebensmittelsicherheit zusammenhängen und daher der Ansatz ein ganzheitlicher sein muss.

Überprüft wurde vom Institut auch die Wirkung seiner Tätigkeit und da gibt es seit 2010 einen erfreulichen Trend. Waren vorher noch 20 bis 30 Prozent der untersuchten Proben zu beanstanden, sind es mittlerweile nur mehr um die zehn Prozent. Als Grund dafür sieht Buhmann das 2006 erlassene Lebensmittelrecht, das „völlig neue Standards“ in den Bereichen Eigenkontrolle, Hygiene und Überwachung gebracht habe und verzögert zu greifen begonnen hat.

Käse vernichtet

Und es sind in der Tat positive Zahlen, die Zainer vorlegen konnte: Rund 720 von über 5000 Lebensmittelbetrieben (siehe Grafik) im Land wurden 2014 kontrolliert, primär solche im Gastronomiebereich. Dabei gab es zwar an die 600 Vorschreibungen zu Mängelbehebungen. Wegen schwerer Verstöße gegen die Hygiene musste allerdings nur 14 Mal Anzeige erstattet werden. Weitere 19 Anzeigen erfolgten in Biobetrieben aufgrund von Verstößen gegen deren Richtlinien. In einem Fall gab es auch eine De-facto-Schließung: Bei einer Alpsennerei musste wegen gravierender Hygieneprobleme die gesamte Produktion an Käse vernichtet werden.

Untersucht wurde im Vorjahr auch, ob es einen Bezug zu Vorarlberg in Hinblick auf die 954 Schnellwarnungen der EU im letzten Jahr gab, erläuterte Zainer. Immerhin 40 Mal war das der Fall. Die Waren wurden daraufhin vernichtet, retourniert oder mit Warnhinweisen versehen.

Trinkwasser

Auch amtliche Lebensmittelproben wurden 2014 gezogen: genau 1324. In 19 Fällen wurden schwerwiegende Mängel festgestellt – erneut weniger als in den Jahren davor (siehe Grafik). Strafanzeige wurde in 79 Fällen erstattet. Und von den 1980 Trinkwasserproben des vergangenen Jahres wiesen 115 erhöhte bakteriologische Werte auf. Chemische Belastungen waren hingegen in keiner einzigen nachzuweisen.

Ein weiterer überprüfter Bereich war die Arzneimittelanwendung in der Nutztierhaltung: Von 19 Fleisch- und zwei Milchproben fand man in drei Fleischproben Rückstände eines Antibiotikums – allerdings unter dem EU-Grenzwert. Bei der Eigenkontrolle der Milchbetriebe wurde hingegen in 18 Fällen eine mit Antibiotika belastete Milch nachgewiesen. In diesem Fall muss der Bauer die Entsorgung zahlen und erhält weniger Milchgeld – in Summe ein Schaden zwischen 2000 und 4000 Euro, wie Zainer erklärte. Nachgegangen wurde im Vorjahr auch 92 Beschwerden von Bürgern. An rund drei viertel sei „etwas dran“, berichtetet der Lebensmittelkontrolleur von seinen diesbezüglichen Erfahrungen.

Fleischkennzeichnung

Im laufenden Jahr steht ebenso einiges auf dem Programm – auch angesichts dessen, „dass keine Woche vergeht, ohne dass von der EU neue Verordnungen kommen“, wie es Buhmann formulierte. So muss ab April die Herkunft von Fleisch verpflichtend gekennzeichnet werden. In Vorbereitung ist die neue Nährwertkennzeichnung, die zwar erst im Dezember 2016 in Kraft tritt, für kleinere Betriebe aber eine ziemliche Herausforderung wird. Verstärkt wird auch die Untersuchung auf belas-tende Umweltstoffe und da soll vor allem die Rohmilch ins Visier genommen werden.

Und auf die Frage nach der vielfach geäußerten Konsumentenforderung, massiv belastete Betriebe öffentlich zu machen, meinte der Landesrat: „Ich habe nichts gegen Transparenz, aber derzeit ist das nicht durchführbar.“ Auch Datenschutzgesetze würden dem entgegenstehen.

Brigitte Kompatscher

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