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Nahversorger sind Seele der Dörfer

Mit einem gemeinsamen Erscheinungsbild wollen künftig die noch verbliebenen 50 Nahversorger im Land auftreten. Der erste im neuen Design ist jener von Werner Schwendinger in Dornbirn-Watzenegg.

Wenn der Dorfladen stirbt, dann geht es mit den Grundstückspreisen in den Kommunen bergab. Die Nahversorger sind die Seele des Dorfes, das Schweißmittel der Gesellschaft“, bringt Karl-Heinz Marent die Bedeutung der kleinen Läden in den Gemeinden auf den Punkt. Marent ist Geschäftsführer des Vereins „Dörfliche Lebensqualität und Nahversorgung“. Grund für seine Aussagen waren die Präsentation des neuen Dorfladen- Designs sowie die Ergebnisse aus einer Befragung unter 44 der insgesamt 54 „Ladener“ in Vorarlberg.

Damit die kleinen Läden weiterhin eine Institution in den Kommunen bleiben, will der Großteil der 54 noch vorhandenen Geschäfte dieser Art künftig mit einem gemeinsamen Erscheinungsbild auftreten. Dadurch soll Konsumenten und politisch Verantwortlichen die Bedeutung funktionierender Läden in Dörfern noch mehr bewusst werden. Und die Zustimmung zu einem gemeinsamen Auftritt ist groß. Das hat die Befragung unter anderem ergeben.

Wichtige Förderungen

Bewusst ist jedoch sowohl den Nahversorgern als auch den Verantwortlichen des Vereins: Ohne Förderungen durch das Land Vorarlberg und die Gemeinden hätten viele der Dorfläden ihre Türen bereits für immer schließen müssen. Insgesamt wird seitens der öffentlichen Hand knapp eine Million Euro für die 54 Nahversorger im Jahr aufgewandt. Das Geld werde auch dringend benötigt. Denn laut Marent bleibt einem „Ladener“ im Durchschnitt ein Gewinn vor Steuer von 14.000 Euro. „Reich wird keiner mit so einem Laden. Er bekommt höchstens viel Ehre“, brachte es Marent auf den Punkt. Doch immerhin seien die 44 Nahversorger, die sich an der Umfrage beteiligt haben, auch Arbeitgeber für 148 Menschen. Durchschnittlich verfügen die Geschäfte über 155 Quadratmeter Verkaufsfläche und neun Parkplätze.

Durch den gemeinsamen Auftritt wollen die Verantwortlichen auch den Austausch unter den einzelnen Nahversorgern optimieren. Beispielsweise sei ein Großteil der Befragten für das gemeinsame Bestellen von Waren oder das Durchführen koordinierter Aktionen bei Sonderangeboten. Bereits in Vorbereitung seien die Erstellung gemeinsamer Flugblätter, regelmäßiger Kundenzeitungen oder ein gemeinsamer Inter-netauftritt. Wie die Dorfläden künftig aussehen könnten, darüber können sich deren Betreiber im Referenzladen von Werner Schwendinger in Dornbirn-Watzenegg informieren. Das Geschäft ist so gesehen der „Prototyp“. Bereits jetzt wehen vor dem kleinen Geschäft die drei grünen Fahnen, welche künftig vor jedem Dorfladen gehisst werden sollen. Schwendinger hat sich im vergangenen Jahr von seinem Großhändler losgesagt, weil er sich zum wiederholten Male über eine Werbebroschüre des Großhändlers geärgert hatte. „Es wurden Waren beworben, die wir gar nicht im Sortiment hatten beziehungsweise von unseren Kunden gar nicht nachgefragt worden sind. Denn diese wollen regionale und nicht internationale Produkte kaufen“, betont Schwendinger. Er berichtet jedoch auch von Beschwerden von Konsumenten, weil das beworbene Angebot nicht vorhanden gewesen sei. Da es bei anderen Großhändlern nicht anders sei, habe sich der Händler dazu entschieden, selbst aktiv zu werden. Bei der Suche nach einem neuen Geschäftsnamen sei er dann auf die Dorfladen-Initiative gestoßen, sagt Schwendinger.

■ Weitere Informationen unter www.dorfladen-vorarlberg.at oder www.nahversorgung.org

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