Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Wenn die Bergrettung auf den Kosten sitzen bleibt

Jährlich verunglücken zahlreiche Ausländer in Vorarlbergs Bergen. Die Kosten für die Bergung sind für die Bergrettung oft schwer einbringbar.

Es ist manchmal schwierig“, sagt Martin Burger, Geschäftsstellenleiter der Vorarlberger Bergrettung auf die Frage nach der Zahlungsmoral ausländischer Gäste. Für eine Kostenerstattung müssten zunächst einmal die Daten erhoben werden und schon da lauert oft das erste Problem. „Wir müssen darauf vertrauen, dass wir die richtigen Daten bekommen“, erläutert Burger – was durchaus nicht immer der Fall sei. So würden unter anderem die Adressen der Ferienunterkünfte angegeben. Nach einer Woche sind die Urlauber dann weg und damit auch die Adressaten für die Rechnung der Bergrettung.

Wenn Mahnungen ins Ausland verschickt werden müssen, würde das Ganze noch einmal schwieriger, so die Erfahrungen des Bergretters, auch in den EU-Ländern. Versucht werde dann über andere Kanäle, etwa die Polizei, das Geld einzutreiben – was wesentlich einfacher sei, wenn diese schon in den Einsatz involviert war. Manchmal könne es allerdings passieren, dass auch diese falsche Daten bekommen hat. Da ist dann allerdings gleich auf zwei Seiten das Interesse groß, die Personen zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen. Meldeabfragen im Ausland, die aber mit einem hohen adminis­trativen Aufwand verbunden sind, sind ein weiterer Weg, der gegangen wird, um die Kos­ten für die Einsätze wieder reinzubringen, erzählt Burger.

„Schwer greifbar“

Die Zahlungsmoral der einzelnen Nationalitäten ist recht unterschiedlich, weiß der Bergretter, „das hängt oft auch davon ab, was die jeweiligen Versicherungen zahlen.“ So würden zum Beispiel deutsche Versicherungen in der Regel mehr abdecken als etwa russische. Am meisten Probleme gebe es mit Menschen aus dem ehemaligen Ostblock: „Die sind schwer greifbar.“ Und wenn ein Tiroler Kollege von Martin Burger dann erzählt, dass etwa Russen den entsprechenden Betrag in der Geldtasche hätten, dann kann der Vorarlberger nur schmunzeln: „Mir ist das noch nie passiert.“

Grob geschätzt sind es laut Burger durchschnittlich 3000 Euro, die bei einem Einsatz der Bergrettung anfallen – wobei die Kosten von vielen Faktoren abhängen. Und in über der Hälfte aller Fälle betrifft es Ausländer. Aktuelle Zahlen hat der Geschäftsstellenleiter nicht vorliegen, aber 2013 gab es das ganze Jahr über – inklusive der Sommersaison – über 700 Bodenrettungen, also Einsätze ohne Hubschrauber. Betroffen davon waren 205 Österreicher und 500 Ausländer. Und die Zahlen des in Nenzing stationierten Hubschraubers C8 weisen für das vergangene Jahr 746 Einsätze aus: 319-mal wurden dabei Östereicher geholt, weiters 226 Deutsche, 38 Schweizer, 23 Niederländer und 68 aus sonstigen Ländern.

Zahlen, die für Burger erklärbar sind. So würden die meisten Einsätze im Sommer im Kleinwalsertal erfolgen, wo der Anteil an Deutschen natürlich sehr hoch sei – aber auch in den anderen Tourismusregionen des Landes gebe es im Sommer und Winter zahlreiche ausländische Gäs­te. Die dann immer wieder mal vom Berg zu holen sind.

Genaue Zahlen darüber, wie viel an Kosten letztendlich uneinbringbar sind, hat Burger nicht. Er schätzt aber, dass man auf etwa zehn bis 15 Prozent der Rechnungen sitzen bleibe. „Diese Fälle haben wir leider auch.“

Brigitte Kompatscher

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.