Hohenemser Visionen nun in Buchform

Rund 2000 Menschen haben sich an dem Prozess „Vision Stadt Hohenems“ beteiligt. Am Donnerstag wurde das Buch zur Vision vorgestellt. Wie es nun weitergeht, ist noch nicht klar.

Dunja Gachowetz

Es sei ein langer Prozess gewesen, bei dem nicht alles eben gelaufen sei. Vielleicht sei es sogar notwendig gewesen, dass der Motor beim Start des „Vision Stadt Hohenems“-Prozesses zu Beginn etwas stotterte. Das meinte am Donnerstag Wolfgang Ritsch. Der Architekt, der das Projekt von Anfang an begleitet hat, gesteht auch ein, dass für Durchschnittsbürger die ersten Gespräche frustrierend gewesen sind. Doch es sei eben für alle Seiten ein Lernprozess und kein „Spaziergängle“ gewesen. So mussten nach Worten des Hohenemser Bürgermeisters Richard Amann (ÖVP) die Menschen erst lernen, dass ihre Mitarbeit durchaus erwünscht ist. „Die Verwaltungs-Verantwortlichen mussten lernen, dass es auch andere Sichtweisen auf Dinge gibt und Politiker mussten das Parteidenken außer Acht lassen.“ Nach gut drei Jahren sei nun dieser Visionsprozess abgeschlossen, bei dem es um die Gestaltung der Gegenwart und Zukunft der Nibelungenstadt gegangen ist. „Jedoch aber nicht die Vision“, betonte das Stadtoberhaupt.

Im Rahmen der Aktion haben in den vergangenen drei Jahren rund 2000 Frauen und Männer Leitziele und -sätze für fünf Themenbereiche mitentwickelt. Für deren Entwicklung hätten diese Bürger insgesamt 20.000 ehrenamtliche Stunden aufgebracht. „Und das nur für ihre Wohnstadt, ohne dass sie einen persönlichen Vorteil davon gehabt haben“, verdeut­lichte das Gemeindeoberhaupt.

Erste positive Veränderungen seien bereits jetzt in der Nibelungenstadt zu sehen. Etwa das Visionscafé in der Marktstraße 20, in dem sich nun Interessierte zum Gedankenaustausch treffen können. „Das Visionscafé ist ein gutes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Freiräume genutzt werden“, sagte Johannes Inama. Er ist Wirt des Cafés und Mitglied des Visions-Teams. Geöffnet ist der Treffpunkt immer samstags zwischen 10 und 13 Uhr und es sei ein neutraler Ort, an dem Menschen ihre Ideen für die Stadt einbringen und diskutieren können.

Als eine Brücke zwischen Bürgern, Verwaltung und Politik sehen die Verantwortlichen des Prozesses das Visions-Team an. Dessen Mitglieder sollen auch künftig in wichtige politische Entscheidungen eingebunden werden, betonten sowohl Ritsch als auch Amann.

Kein Programmbuch

Nun wurde der gesamte Visionsprozess in einem Buch niedergeschrieben. Nach den Worten des Bürgermeisters sind in dem gestern präsentierten Druckwerk mit dem Titel „von der zukunft in die gegenwart“ Kernaussagen des Visions-Prozesses niedergeschrieben. Er erklärte weiters, dass die Zielvorgaben zwar eingefordert werden können. „Es ist aber kein Programmbuch, in dem Punkte abgehakt werden“, informierte das Gemeindeoberhaupt. Ebenso sei nicht definiert, wo die Stadt in den kommenden fünf, zehn Jahren sein werde. „Aber es ist eine Methodik definiert und es wird ein wichtiges Begleitinstrument für kommende Entscheidungen, beispielsweise beim Flächenwidmungsplan“, gab sich Amann zuversichtlich.

Einig sind sich alle Beteiligten, dass es nun ein neues Miteinander in der Stadt gebe. „Man hat gelernt, Leuten zuzuhören und sie auch ausreden zu lassen“, sagte der Bürgermeister. Nach seinen Angaben hat der gesamte Visionsprozess bisher 360.000 Euro gekostet.

■ Vision zum Nachlesen: „von der zukunft in die gegenwart“ ist in der Buchhandlung „Lesezeichen“ in Hohenems erhältlich (Preis 24 Euro, ISBN-Nummer 978-3-99018-327-4).

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