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Mehrerau: Linhart kritisiert Abwicklung

Bregenzer Bürgermeister wünscht sich Nachsorge- und Übergangspflegebetten für die Mehrerau. Und dürfte damit auf taube Ohren stoßen.

Sonja Schlingensiepen

Es ärgert mich, was rundum das Sanatorium Mehrerau passiert“, sagt Bürgermeis­ter Markus Linhart. Bereits im Herbst 2014 hatten die Verantwortlichen des Landes und der Krankenhausbetriebsgesellschaft bekannt gegeben, das Beleg- und Transferkrankenhaus in Bregenz zu schließe. Und das Gebäude zu einer Hospizstation umzubauen. Als Grund dafür wurde eine zu geringe Auslastung angeführt.

Das Konzept des Beleg- und Transferspitals hätte durchaus funktionieren können, meint Linhart. Allerdings hätten sich die Verantwortlichen mehr bemühen und für eine bessere Auslastung sorgen müssen. „Diese Kritik erspare ich dem Management der Krankenhausbetriebsgesellschaft nicht“, wettert Linhart.

Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Krankenhausbetriebsgesellschaft, beeindrucken diese Vorwürfe wenig. Als das Sanatorium Mehrerau im Jahre 2002 übernommen worden sei, wären die Bregenzer nicht in der Lage gewesen, den Betrieb aufrechtzuerhalten. „Wir haben versucht, den Standort zu beleben – unter anderem durch Nachsorgeeinheiten.“

Qualitätsvorgaben

Nicht nur eine geringe Auslastung, sondern vor allem hohe Qualitätsvorgaben seien ausschlaggebend dafür gewesen, die Pforten des Beleg- und Transferkrankenhauses zu schließen. „Aus Sicht der Steuerzahler und der Patienten halte ich dies für einen sinnvollen Schritt in die Zukunft“, meinte Fleisch. Die Abwicklung der Causa Mehrerau schreite aus seiner Sicht gut und zügig voran.

Das wiederum sieht Linhart anders: Die „Hospizidee“ sei zwar gut, doch bis zum heutigen Tag sei nichts unter Dach und Fach gebracht. „Ich verstehe auch nicht, dass das Hospiz nicht alle Räume der Mehrerau füllen kann.“

Die Bedingung, dass Beleg­ärzte die Möglichkeit erhalten sollten, Operationen an Landesspitälern durchzuführen, sei auch nicht erfüllt worden. „Mit wenigen Ausnahmen ist das nicht geschehen“, kritisiert Linhart. Die Verträge, die seitens der Krankenhausbetriebsgesellschaft angeboten wurden, seien nicht annehmbar gewesen. „So schlimm kann das Angebot nicht gewesen sein, denn acht von zwölf aktiven Beleg­ärzten arbeiten jetzt in unserem Unternehmen“, antwortet Fleisch. Linharts Kritik sei wohl auch auf die Wahlkampfzeit zurückzuführen.

Interessanterweise kommt gerade aus den Reihen von Linharts schärfsten Konkurrenten, den Sozialdemokraten, ein Antrag, dem der Bregenzer Bürgermeister vermutlich so unterschreiben könnte – wäre er nicht gerade von den Roten.

Bürgermeisterkandidat und SPÖ-Klubobmann Michael Ritsch und Gesundheitssprecherin Gabi Sprickler-Falschlunger verlangen die im Regionalen Strukturplan vorgesehene Sicherstellung der 30 Nachsorgebetten für das Landeskrankenhaus Bregenz. „Als erster Standort ist das Sanatorium Mehrerau zu prüfen“, schreiben die Sozialdemokraten in einem Antrag an den Vorarlberger Landtag. Auch Linhart hätte gerne Nachsorge- und Übergangspflegebetten in der Mehrerau. „Mir wäre es ein großes Anliegen, dies nochmals zu prüfen. Das erwarten sich auch die Menschen in der Region.“

Genügend Kapazitäten

Die Chancen, dass sich diese Wünsche erfüllen, dürften eher gering sein. Gesundheitslandesrat Christian Bernhard hatte unlängst verkündet, die Nachsorgebetten der Mehrerau in das Bregenzer Spital, nach Feldkirch und Schruns zu verlegen. „Eine vierte Ausweichmöglichkeit haben wir in Dornbirn“, ergänzte Fleisch. Zudem gebe es sechs internistische Standorte sowie weitere geriatische Zusatzeinrichtungen.

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