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Bürgermusik Lauterach

Musikalisches Aushängeschild

Die Bürgermusik Lauterach besteht seit dem Jahr 1842. Zählt mit der Jugendkapelle und der Bauernkapelle zu einem der größten Blasmusikvereine in Vorarlberg. Gespielt wird auf hohem Niveau, was auch immer wieder bei Wettbewerben bestätigt wird.

Dunja Gachowetz

Während hinter verschlossenen Türen fleißig auf verschiedenen Musikinstrumenten geprobt wird, sortieren Mitglieder der Jugendkapelle der Bürgermusik Lauterach im Aufenthaltsraum des Vereinslokals Notenblätter in schwarze Mappen. „Morgen starten wieder die regulären Proben der Jugendkapelle. Und damit jeder die richtigen Notenblätter hat, muss alles vorbereitet werden“, erklärt Lothar Hinteregger. Er ist seit 1982 Mitglied bei dem Verein und steht diesem seit 1993 als Obmann vor.

Gegründet wurde die Bürgermusik Lauterach 1842, ist über die Jahre zu einem Aushängeschild der Blasmusikszene und der Marktgemeinde geworden und zählt derzeit 185 Mitglieder, die in einer von drei Formationen aktiv sind. Diese sind: die Bürgermusik, die Jugend- und die Bauernkapelle. „45 Jugendliche sind derzeit noch Lehrlinge. Das heißt, sie stehen in Ausbildung und spielen derzeit noch in keiner der drei Kapellen“, erklärt der Obmann.

Doch auf dem Weg zum Aushängeschild der Marktgemeinde mussten die Musikanten auch den einen oder anderen Stein aus dem Weg räumen. Etwa als 1991 die Entscheidung anstand, ob eine eigene Jugendkapelle gegründet werden soll. Damals gab es Nachwuchssorgen und den Verantwortlichen wurde klar: Sie müssen etwas tun. „Du kannst aber nur was auf die Beine stellen, wenn du gute und engagierte Leute hast. Und mit Martin Schelling als Kapellmeister und in der Folge seit 2010 mit Mathias Schmidt haben wir wahre Glücksgriffe gemacht. Sie zählen zu den besten Klarinettisten beziehungsweise Schlagwerkern im Land, sind Musiklehrer und spielen in verschiedenen Orchestern oder Gruppierungen.“ Mittlerweile sind die Nachwuchssorgen nur mehr ein Randthema. Und oftmals werden die Verantwortlichen der Bürgermusik gefragt, was ihr Geheimrezept ist. Die Antwort von Obmann Lothar Hinteregger ist immer dieselbe: Jugendarbeit ist dann erfolgreich, wenn etwas dafür getan wird und wenn alle Beteiligten mit großem Einsatz dabei sind. Musikalisch zeichnen Ehrenkapellmeister Martin Schelling und Vizekapellmeister Thomas Jäger für die Jugendkapelle verantwortlich. „Sie haben ein super Gespür für die Jugendarbeit“, ist der Obmann voller Lob. Die organisatorische Leitung obliegt den Jugendreferenten Johannes Hinteregger und Christina Metzler.

Sehr gute Ausstattung

Neben der aktiven Jugendarbeit legt der Obmann auch auf eine hohe Qualität bei den Instrumenten Wert. „Unsere Ausstattung, vor allem beim Schlagwerk, aber auch bei den übrigen Registern ist sehr gut“, berichtet Hinteregger mit hörbar stolzem Unterton.

Dass der Verein über eine so gute Instrumentenausstattung verfügt, ist unter anderem durch die finanzielle Unterstützung der Gemeinde möglich gewesen. „Natürlich mussten wir dem damaligen Bürgermeister Kolb die richtigen Argumente liefern, damit wir eine Unterstützung erhalten. Aber er war schnell überzeugt, auch weil wir ausgezeichnete Jugendarbeit machen und die Jugendkapelle rasch bei Wettbewerben punkten konnte. Das hat auch dazu beigetragen“, informiert Hinteregger. Auch der jetzige Bürgermeister Elmar Rhomberg hat immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürgermusik. Das Gemeindeoberhaupt schätzt auch die Veranstalterqualitäten der Musikanten, vor allem im Rahmen großer Musikfeste und des alljährlichen Moscht-Fäschtes.

Derzeit liegt ein Schwerpunkt im Verein auf dem Projekt „tiefes Blech“. „Hier sind geringe Schülerzahlen in den vergangenen Jahren nur schwer aufzuholen“, sagt Hinteregger. Beim Register „tiefes Blech“ handelt es sich um Instrumente wie Tenorhorn, Bariton, Tuba, Fagott oder Posaune. Warum bei diesen Instrumenten ein Mangel aufkommen kann, weiß Hinteregger. Denn zum einen ist die Versuchung bei Kindern groß, Trompete, Klarinette oder Schlagwerk zu lernen. Diese Instrumente kennen sie. Zum anderen sind die Anschaffungskosten bei verschiedenen Instrumenten sehr hoch, teilweise gehen sie bis in den zweistelligen Tausenderbereich. Hier unterstützt die Bürgermusik, indem nach Möglichkeit Instrumente gegen eine geringe Leihgebühr zur Verfügung gestellt werden.

Mitgliederwerbeaktion

Eine neue Herausforderung stellt für den Verein auch die Mobilität vieler junger Menschen dar. „Wir haben sehr talentierte Nachwuchsmusiker in unseren Reihen. Früher oder später werden sie uns jedoch verlassen, weil sie zum Studieren in andere Bundesländer gehen. Und dann klafft bei manchen Registern eine Lücke auf“, sagt der Obmann. Um dem entgegenzuwirken und mögliche Lücken in den einzelnen Regis­tern gar nicht erst entstehen zu lassen, haben die Verantwortlichen bereits vor Jahren eine Schulwerbeaktion ins Leben gerufen. Und diese sei so erfolgreich, dass diese bereits von anderen Vereinen abgekupfert werde. „Bei dieser Aktion stellen Mitglieder verschiedene Instrumente und die Bürgermusik an den Lauteracher Schulen vor. Dabei haben die Schüler auch die Möglichkeit, unterschiedliche Instrumente auszuprobieren. Zeigen sie Interesse, setzen wir uns mit ihren Eltern in Verbindung und besprechen die weiteren Schritte, meist im Rahmen eines Tages der offenen Tür“, informiert der Obmann.

Da die Bürgermusik Lauterach eine sehr enge Zusammenarbeit mit der ortsansässigen Musikschule pflegt, erfolgt die Ausbildung der Jugend durch deren Lehrer. Den Verantwortlichen ist bewusst, dass nicht jedes ihrer Mitglieder in den eigenen vier Wänden die idealen Voraussetzungen zum Üben hat. Daher wurden im Vereinslokal extra Räumlichkeiten eingerichtet, in denen die Musikanten ihren Instrumenten jegliche Töne entlocken können, ohne dabei die Nerven ihrer Nachbarn zu strapazieren.

Das Repertoire ist breit gefächert. „Wir sind keine klassische Stimmungsmusik, sondern decken alle Facetten ab. Unsere Stilrichtungen sind vorwiegend anspruchsvolle moderne Blasmusikliteratur, Transkriptionen klassischer Werke, aber auch Unterhaltungsmusik, Schlager, Rock und Pop bis hin zu traditionellen Märschen“, erklärt Hinteregger. Zum Bes­ten gegeben wird dieses bei diversen Festivitäten, aber auch bei Wettbewerben. So organisierten die Vereinsmitglieder zuletzt in den Jahren 1982, 1992, 2002 und 2012 jeweils ein Bezirksmusikfest. Auch wenn in zwei Jahren das 175-jährige Bestehen der Bürgermusik ansteht, werde es kein großes Zeltfest geben. „Wir halten unseren Zehn-Jahres-Rhythmus bei der Ausrichtung der Bezirksmusikfeste ein“, betont der Obmann. Er verweist in diesem Zusammenhang lieber auf die Erfolge bei diversen Wettbewerben. So ging die Bürgermusik Lauterach letztes Jahr bei den Landeswertungsspielen des Vorarlberger Blasmusikverbandes unter der Leitung von Mathias Schmidt als Sieger in der Stufe D und mit der Höchstpunktezahl aller teilnehmenden Orchester somit als Landessieger hervor. „Mit der Jugendkapelle werden wir im Mai wieder beim Jugendblasorchester-Wettbewerb des Vorarl­berger Blasmusikverbandes in Götzis antreten“, kündigt der Obmann an. Damit bei den Wettbewerben und den jährlich vier Konzerten jeder Ton sitzt, stehen zwischen 65 und 70 Proben an.

Aber natürlich achten die Verantwortlichen auch darauf, dass die Geselligkeit im Verein nicht zu kurz kommt. Beispielsweise stehen bei den Nachwuchsmusikern gemeinsame Grill- oder Kinoabende auf dem Programm. „Wir organisieren aber auch immer eine Probenwoche der Jugendkapelle und ein Probenwochenende der Bürgermusik. Zu diesem Zeitpunkt wechseln Jugendliche zur großen Musik oder Auszubildende in die Jugendkapelle“, berichtet Hinteregger. Bei vielen Ausflügen und Veranstaltungen sind natürlich auch immer die Angehörigen der Mitglieder gern gesehene Gäste.

■ Ihr Verein soll im Rahmen der Serie vorgestellt werden? Dann schicken Sie eine E-Mail an

dunja.gachowetz@neue.at.

Information

Kontakt:

Obmann

Lothar Hinteregger

Mobil: 0664/6255360

E-Mail:

buergermusik@gmx.at

Website:

www.bm-lauterach.at

Terminvorschau:

Kirchenkonzert,
Palmsonntag, 29. März, 17 Uhr, Pfarrkirche
Lauterach

Tag der offenen Tür: Donnerstag, 30. April, 18 Uhr, Probelokal (Rückseite der Mittelschule Lauterach)

25 Jahre Jugendkapelle der Bürgermusik Lauterach, Fest mit verschiedenen Jugendkapellen im Hofsteigsaal,
Pfingsten, 15. Mai 2016.

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