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S-18-Nachfolgelösung

850 Millionen für die Infrastruktur

Standortstärkung durch Investitionen in Schiene, Straße, Internet und Forschung.

Von Michael Steinlechner

Die Datenautobahn ist dem Umweltlandesrat die liebste Autobahn, ließ Johannes Rauch (Grüne) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in den Räumlichkeiten der ÖBB-Betriebsfeuerwehr am Güterterminal Wolfurt wissen. Zuvor hatte er den Ausführungen von Infrastrukturmi­nister Jörg Leichtfried (SPÖ), Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (beide ÖVP) gelauscht. Das Trio hatte von den Schwerpunkten eines von Bund und Land gemeinsam geschnürten Infrastrukturpakets für Vorarlberg berichtet. Und dabei spielte natürlich die Verbesserung des Straßennetzes im Ländle eine wichtige Rolle. Allerdings nicht die Einzige. Denn die insgesamt 850 Millionen Euro, die in den kommenden fünf Jahren in Vorarlberg investiert werden sollen, fließen auch in den Ausbau der Eisenbahn und der Breitband-Internet-Versorgung sowie in die Forschung.

Einzelprojekte. Eine funktionierende Infrastruktur sei wichtig für die Zukunft des Standortes, meinte Wallner. Aus diesem Grund steuere auch das Land rund 100 Millionen Euro zu dem Paket bei. Den Großteil der Investitionen trage jedoch mit 750 Millionen Euro der Bund. In einem Gespräch mit dem Minis­ter seien Donnerstagvormittag einige wichtige Einzelprojekte besprochen worden.

Zu diesen gehörte auch die bereits laufende Erweiterung des Güterterminals Wolfurt. Dieser sei das Nervenzentrum im Vorarlberger Verkehrsnetz und daher nicht zufällig als Ort für die Pressekonferenz gewählt worden, sagte der Landeshauptmann. Bisher werden auf dem Bahnhof jährlich bis zu 100.000 Container von der Straße auf die Schiene oder umgekehrt verladen. Am Ende des Ausbaus Mitte des kommenden Jahres soll sich die Kapazität nahezu verdoppeln.

Bundesminister Leichtfried stellte klar, dass aus seiner Sicht die Schiene „das Rückgrat“ in Verkehrsfragen darstellt. Daher werde nicht nur der Güterterminal erweitert, sondern es werde auch in Verbesserungen in Sachen Personentransport investiert. Dazu gehörten etwa der Neubau von Bahnhöfen, aber auch die Verbesserung des Schienennetzes in Richtung Liechtenstein oder Schweiz. ­Dies freute auch den zuständigen Landesrat Johannes Rauch. Aus seiner Sicht ist der öffentliche Verkehr in keinem anderen Bundesland außer Wien so gut ausgebaut wie in Vorarlberg. Dennoch müsse das Angebot stetig verbessert werden – etwa mit WLAN in Bussen und Zügen oder mehr Hinweismonitoren an Haltestellen.

Bei allem Fokus auf die Schiene dürfe jedoch auch das Straßennetz nicht zu kurz kommen, meinte der Minister. Diesbezüglich ist in den kommenden Jahren ebenfalls einiges geplant.So soll etwa bei Bludenz die Abbiegespur der A 14 ins Montafon verlängert werden. Ebenso wird die Anschlussstelle Bludenz-Bürs neu gestaltet.

Weitere Bauvorhaben stehen im Rheintal auf dem Programm. Für den neuen Autobahnanschluss „Rheintal Mitte“ zwischen Hohenems und Dornbirn laufe gerade die Umweltverträglichkeitsprüfung, berichtete Landesstatthalter Rüdisser. Termin für einen möglichen Baubeginn sei Mitte 2018. Noch nicht Teil des gestern präsentierten Investitionspakets ist die Nachfolgelösung für die S 18 (siehe Randspalte).

Innovative Region. Wichtig für den Standort ist aus Sicht der Politiker jedoch nicht nur das Verkehrsnetz. Wissen habe sich zu einem bedeutenden „Rohstoff“ entwickelt, sagte Leichtfried. Dementsprechend werden bis zum Jahr 2022 rund 134 Millionen in Forschung und Entwicklung investiert. Außerdem fließt Geld für eine Verbesserung der Breitbandversorgung im Land. Vorarl­berg sei eine der innovativsten Regionen in Europa. Dies zeige sich auch daran, dass zahlreiche hiesige Unternehmen in ihrer Branche zu den Weltmarktführern zählen. Umso wichtiger sei es für die öffentliche Hand, Bemühungen in Sachen Spitzentechnologie oder Hochrisikoforschung zu unterstützen. „Gerade im Bereich der Werkstofftechnik zeigt sich in Vorarlberg, was alles möglich ist. Wenn ich mir anschaue, welch unterschiedliche Anwendungen es mittlerweile für Textilien gibt, dann ist das beeindruckend“, zeigte sich der Minister begeistert.

Die Begeisterung hielt auch nach der Pressekonferenz an. Denn es stand eine Besichtigung des Güterterminals auf dem Programm. Und Leichtfried wurde der Wunsch gewährt, für die Fahrt zum Startpunkt des Rundgangs am anderen Ende des Areals in ein Löschfahrzeug der ÖBB-Betriebsfeuerwehr einsteigen zu dürfen.

<p class="caption">Johannes Rauch (Grüne). Archiv</p>

Johannes Rauch (Grüne). Archiv

Investitionspaket

Schiene: rund 368 Millionen Euro für Ausbau von Bahnhöfen und Streckennetz


Straße: über 260 Millionen Euro für diverse Projekte wie etwa den Autobahnanschluss „Rheintal Mitte“, Baumaßnahmen bei der Anschlussstelle Bludenz-Bürs oder im Bereich der S 16 nahe der Autobahn-Ausfahrt in Richtung Montafon

Forschung: rund 134 Millionen Euro mit Schwerpunkt auf den Bereichen Werkstofftechnik, Elektronik und Mikroelektronik

Breitbandversorgung: rund 26 Millionen Euro

Wichtiger Schritt auf Bundesebene getan

In Sachen Nachfolgelösung für die S 18 Bodensee Schnellstraße zeigten sich Minister Jörg Leichtfried und Landeshauptmann Markus Wallner positiv gestimmt. Mit der Ende des vergangenen Jahres erfolgten Aufnahme des Projekts in das Bundesstraßengesetz sei ein wichtiger Schritt getan worden, sagte Leichtfried. Nun gehe es darum, aus den vorliegenden Varianten die beste Trasse auszuwählen. Dies stelle eine Herausforderung dar. Die Frage werde im Frühjahr im Asfinag-Aufsichtsrat behandelt, berichtete Wallner. Nach der Entscheidung für einen Straßenverlauf könne dann auch mit der Detailplanung begonnen werden.

Bezüglich eines möglichen Zeitplans und der Kosten gaben sich sowohl der Minister als auch der Landeshauptmann zurückhaltend. Aufgrund möglicher Rechtsverfahren sei es nur schwer abzuschätzen, wann mit dem Bau der Straße begonnen werden könne. Auch hinsichtlich finanzieller Fragen könne derzeit noch nicht viel gesagt werden. Wallner rechnet mit Kosten in einer Bandbreite von 500 Millionen bis zu einer Milliarde Euro je nach gewählter Trasse. Der Infrastrukturminister wollte sich nicht auf eine Schmerzgrenze festlegen. Über die Finanzierung werde nicht öffentlich verhandelt, sagte er.

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