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Neuer Seilbahnen- Obmann am Zug

Spartenobmann Michael Comploj. Archiv NEUE

Spartenobmann Michael Comploj. Archiv NEUE

Neo-Seilbahnen-Chef Markus Comploj setzt auf Nachwuchsförderung und Ganzjahrestourismus.

Neuschnee, Minusgrade in der Nacht und ungetrübter Sonnenschein in der Früh. Eigentlich perfekte Voraussetzungen für den Start in die Skisaison – doch leider etwas zu spät. Der Winter hat dieser Tage ein starkes Zeichen gesetzt. Ebenso die Verantwortlichen der Vorarlberger Seilbahnen. Sie nahmen den frostigen Donnerstagmorgen zum Anlass, um über einen Generationswechsel zu informieren. Zwölf Jahre war Wolfgang Beck Fachgruppenobmann der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Ges­tern übergab er seine Agenden offiziell an Markus Comploj.

Insbesondere drei Themenbereiche stehen bei Comploj künftig im Vordergrund: Eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Tourismus-Destinationen, die intensive Förderung von Skinachwuchs und der Ausbau des Ganzjahrestourismus. „Den Winter stärken und den Sommer weiter ausbauen, ist das Motto“, brachte es der Geschäftsführer der Bergbahnen Brandnertal knapp auf den Punkt. Und dabei geht der 39-Jährige mit gutem Beispiel voran. Denn in seinem Refugium sei in den vergangenen Jahren der Zuwachs an Gästen in den Sommermonaten im zweistelligen Prozentbereich gestiegen. Bikepark, Sommerwanderwege und erweiterte Betriebszeiten hätten dazu beigetragen. Das zeige auch, wie unverzichtbar die Zusammenarbeit von Tourismus und Seilbahnen sei. Derartige Konzepte gelte es, nun in der gesamten Region zu verbreiten und umzusetzen. So viel zum Sommer.

Für den Winter kommen andersartige Herausforderungen auf die Branche zu. Konkret muss verstärkt mit Beschneiungsanlagen für brauchbare Schneebedingungen gesorgt werden. „In der Wintersaison wurde 2016/2017 letztlich ein Minus verzeichnet. Einzelne Gebiete sind sogar mit regelrechten Umsatzeinbrüchen von 20 oder 30 Prozent ausgestiegen. Eben all jene, die nur unzureichend mit dementsprechender Technik ausgerüstet sind“, gibt Comploj zu bedenken. Wogegen Standorte, die schon seit Jahren auf künstliche Beschneiung setzen, die Umsatzzahlen halten konnten.

Nach seinen Angaben gibt ein Gast in Vorarlberg täglich im Durchschnitt 150 Euro aus. 17 Prozent davon entfallen auf die Seilbahnen. Jene Gäste würden aber nur dann anreisen, wenn die Rahmenbedingungen passen. „Und das ist in diesem Fall eben die Schneelage.“

Auch die Größe der Gebiete spielt nach Aussage des neuen Obmanns eine bedeutende Rolle. Skiregionen mit 120 Pistenkilometern und mehr würden die Position auf dem internationalen Markt verbessern und einen deutlichen marktwirtschaftlichen Vorteil verschaffen. Alles ­darunter sei für viele Wintersportler im Vergleich weniger attraktiv. Allein deswegen steht der Experte der Zusammenlegung von Skigebieten grundsätzlich befürwortend gegenüber. Letztendlich stünden derartige ­Entscheidungen aber ausschließlich den Verantwortlichen der jeweiligen Tourismus-Destinationen zu.

Schulskitag. In Sachen Nachwuchsförderungen will Comploj die Arbeit von Beck fortführen. Unter dessen Führung wurde etwa der kostenlose Schulskitag eingeführt. „Die ursprünglich 100 Klassen haben wir mehr als verdoppelt. Heuer waren es etwa 5000 Kinder, die an der Aktion teilgenommen haben“, resümierte Beck. Mit der Kampagne wird seit jeher Mädchen und Buben ein unkomplizierter Zugang zum Wintersport ermöglicht. Und das kommt offensichtlich noch immer gut an. „Die Ergebnisse einer Lehrer-Befragung verlief durchweg positiv“, berichtete Comploj. In wenigen Wochen, so kündigte er an, ist ein Workshop für alle Zuständigen angesetzt, um sich noch intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Danielle Biedebach

<p class="caption">Markus Comploj folgt Wolfgang Beck als Fachgruppenobmann der Seilbahnen. wkv/©Dietmar Stiplovsek</p>

Markus Comploj folgt Wolfgang Beck als Fachgruppenobmann der Seilbahnen. wkv/©Dietmar Stiplovsek

Zur Person

Markus Comploj

Seit 2013 ist Markus Comploj Geschäftsführer der Bergbahnen Brandnertal. Er ist im Aufsichtsrat der Sparkasse Bludenz, Mitglied im Fachgruppenausschuss der Seilbahnen Vorarlberg und im Wirtschaftsausschuss des Fachverbandes der Seilbahnen sowie Bundeslandsprecher der „Besten österreichischen Sommer-Bergbahnen“. Außerdem ist der 39-Jährige Vorstandsmitglied der Alpenregion Bludenz sowie Obmann der Harmoniemusik Nüziders. Außerdem ist der 1977 geborene Nüziger ausgebildeter Skilehrer und Mountainbike-Guide.

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