Auf der Suche nach einem Leitbild

Beim Impulsforum ibet diskutierten Experten, wie die Raumplanung novelliert und die Bevölkerung eingebunden werden muss.

Knapp und teuer: Raum und Boden stehen in Vorarlberg kaum zur Verfügung. Bei der Nutzung dieser begrenzten Ressourcen treffen stark divergierende Ansprüche von Landwirtschaft, Wirtschaft und Naturschutz aufeinander. Damit sich das Ländle weiter als attraktiver Lebens- und Wirtschaftsraum entwickeln kann, ist ein gemeinsames Verständnis zur Raumplanung und Raumnutzung gefragt. Mit der Herausforderung, wie diese unter einen Hut passen, setzten sich am Donnerstag zahlreiche Experten aus dem In- und Ausland beim Impulsforum ibet gemeinsam mit rund 100 Teilnehmern im Festspielhaus Bregenz auseinander.

Eine der Grundvoraussetzungen für die positive wirtschaftliche Entwicklung der Region ist die Verfügbarkeit von Betriebsflächen. „Dabei muss das Gemeinsame in den Vordergrund gestellt werden, um eine Mitte finden zu können, welche die Interessen der Wirtschaft und damit der Gesellschaft entsprechend berücksichtigt“, sagte Hans-Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg, bei der Eröffnung der Tagung.

Doch welche Rolle spielt die Kommunikation und Beteiligung der Öffentlichkeit? Frank Brettschneider, Leiter des Instituts für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim, zog seine Lehren etwa aus „Stuttgart 21“, dem umstrittensten Infrastrukturprojekt in Deutschland in den vergangenen Jahren. Dabei stand für ihn fest, dass immer mehr Projekte an Fehlern in der Kommunikation scheitern. „Der Nutzen eines Projektes für die Gesellschaft muss im Mittelpunkt der Kommunikation stehen, nicht die technische Seite.“

Lernprozess. Von eben dieser technischen Seite kommt Martin Gradnitzer, Projektleiter der ÖBB Infrastruktur. Er setzte beispielsweise bei der Bahntrassenfindung für den Brenner-Nordzulauf auf ein Beteiligungsverfahren. „Es ist für alle ein Lernprozess. Wir müssen laufend daran arbeiten, die Prozesse voranzutreiben und die Bürger dabei immer zu informieren“, erläuterte Gradnitzer.

Darüber hinaus zeigten die Experten Handlungsmöglichkeiten durch Kooperation und eine an die aktuellen Herausforderungen angepasste Raumplanung auf. Joachim Heinzl, Geschäftsführer der Wirtschaftsstandort Vorarlberg Betriebsansiedlung GmbH, setzte dabei auf Baulandmobilisierung, um der zunehmenden Verknappung von Betriebsflächen entgegenzuwirken. Doch dafür müssten sich vor allem Gemeinden und Regionen durch ein aktives Flächenmanagement beteiligen, betonte Gerald Mathis vom ISK Institut für Standort-, Regional- und Kommunalentwicklung: „Die Verantwortlichen der Gemeinden müssen den Rohstoff für ihre langfristige Entwicklung sicherstellen, worin auch ein hohes Maß an politischer Verantwortung liegt.“

Für die Kooperation zwischen den Gemeinden, insbesondere im Rheintal, setzte sich Sabine Danzcul, Projektleiterin von Vision Rheintal, ein. „Das Rheintal funktioniert wie eine Stadt – dafür braucht es eine professionelle, stadtadäquate Planungs- und Verwaltungskultur. Kooperationen sind ein Weg, diese Kultur in den Gemeinden zu fördern und zu festigen“, erklärte sie.

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