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Bei Mahle König geht es aufwärts

Beim Motorenkomponentenhersteller Mahle König wurde 2016 ein Umsatz von rund 45 Millionen Euro erzielt. Bernd Hofmeister

Beim Motorenkomponentenhersteller Mahle König wurde 2016 ein Umsatz von rund 45 Millionen Euro erzielt. Bernd Hofmeister

Im Vorjahr gab es eine „rote Null“. 2017 wird bei leichtem Umsatzplus ein „klar positives“ Ergebnis erwartet.

Von Günther Bitschnau/WPA

Der Motorenkomponentenhersteller Mahle König KG kämpft sich langsam wieder in die schwarzen Zahlen zurück. Wie Geschäftsführer Thomas Fessl erklärte, habe Mahle König 2016 bei einem Umsatz von rund 45 Millionen Euro (VJ: 44,6 Millionen Euro) zwar das operative Ergebnis gesteigert. Allerdings habe es nicht beeinflussbare Veränderungen im Finanzergebnis gegeben, wodurch das Gesamtergebnis belastet worden sei. Deshalb kam das Unternehmen 2016 beim EGT nur auf eine „rote Null“, sagte Fessl. Allerdings konnten die Verluste relativ gering gehalten werden und seien eine Verbesserung gegenüber den Geschäftsjahren 2015 und insbesondere 2014, als das EGT bei minus 2,5 Millionen Euro lag.

Motoren. Bei Mahle König werden Motorenkomponenten wie Kolbenringe, Kolben, Zylinder und Zylinderköpfe sowie Motorbaugruppen für Zwei- und Viertaktmotoren sowie für Diesel- und Gasmotoren entwickelt und produziert. Diese Bauteile werden zu 80 Prozent in Motoren für die Freizeitbranche verbaut, also etwa für Motorräder, ­Quads und Boote. 20 Prozent gehen in den klassischen Industriebereich. Der Exportanteil liegt weit jenseits der 50-Prozent-Marke. Trotz des besseren Ergebnisses werden die Herausforderungen für Mahle König jedoch nicht weniger. Anfang Jänner 2017 hätten die Verantwortlichen des US-Kunden Polaris überraschend mitgeteilt, dass die Chopper- und Cruiser-Motorrad-Marke „Victory“ eingestellt werde. Die Rank­weiler Komponentenlieferanten setzten mit diesem Bereich seit ein paar Jahren bei konstantem Absatz einen niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrag um. Diese Umsätze seien dann von einem auf den anderen Tag weggefallen, berichtete Fessl.

Umsatzdelle. Dennoch sei es Mahle König gelungen, den Rückgang im ersten Halbjahr durch mehr Geschäft mit anderen Kunden im Motorrad- und Freizeitbereich mehr als nur zu kompensieren. Da aber das zweite Halbjahr seit Jahren traditionell schwächer sei, müsse mit einer Umsatzdelle in den zweiten sechs Monaten des Jahres gerechnet werden, da hier ja ebenfalls die „Victory“-Umsätze fehlen würden. „Es besteht trotzdem die Hoffnung, dass wir das Geschäftsvolumen heuer auf 46 Millionen Euro leicht steigern können“, meinte der Geschäftsführer. Und da zwischenzeitlich eine Reihe von internen Effizienz- und Reorganisationsmaßnahmen zu greifen beginne, zeigte er sich zuversichtlich, dass 2017 ein „klar positives Ergebnis“ erzielt werden könne.

Allerdings werde Mahle König auf die zu erwartende Umsatzdelle firmenintern reagieren müssen: „Wir haben mittlerweile gelernt, mit solchen von uns nicht wirklich beeinflussbaren Schwankungen umzugehen.“ Deshalb sei zwischen September und November 2017 ge­plant, insbesondere durch einen Überstunden-Abbau bei den Mitarbeitern diese Nachfrage-Verringerung auszugleichen. Gegenwärtig werden in Rankweil rund 380 Mitarbeiter beschäftigt.

Neuaufträge. Für das Geschäftsjahr 2018 hat Mahle König laut Fessl mittlerweile mehrere Neuaufträge von bestehenden Kunden und auch von Neukunden in den Büchern stehen. Der Großteil davon stamme wiederum aus der Freizeitbranche, wo der Serienstart für diverse Produkte anlaufe. Deshalb werde für das nächste Geschäftsjahr eine Entwicklung in Richtung 50 Millionen Euro Jahresumsatz erwartet. Gleichzeitig werde auch das Investitionsprogramm insbesondere für den Maschinenpark weitergefahren. So werden heuer und 2018 rund sechs Millionen Euro investiert, unter anderem in eine neue Honmaschine zur Zylinderherstellung.

Das junge Thema Elektromotoren für Fahrzeuge aller Art bereitet der Mahle-König-Geschäftsführung derzeit noch keine schlaflosen Nächte. „In unseren Branchen wird der Verbrennungsmotor noch auf Jahre hinaus den Takt angeben“, ist Fessl überzeugt. Der Trend werde noch längere Zeit in Richtung noch effizientere Verbrennungsmotoren gehen. „Aber natürlich beobachten wir die Entwicklungen in der Branche, um rechtzeitig reagieren zu können.“ Allerdings müssten für Elektromotoren gänzlich andere Komponenten hergestellt werden als für Verbrennungsmotoren. „Das würde einen grundlegenden Produktwechsel mit sich bringen.“ Deshalb konzentriere sich das Unternehmen gegenwärtig auf das bisherige Kerngeschäft und die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten.

Geschichte

Die Mahle König KG wurde 1946 in Rankweil als Elko König gegründet. Es wurden Kolben für die österreichische Fahrzeug­industrie produziert.
1957 steigt das deutsche Unternehmen Mahle ein und übernimmt zehn Prozent der Gesellschaftsanteile von Elko König.
Seit 1999 gehört die Mahle König KG zu 50 Prozent Mahle. 42,5 Prozent halten die König Privatstiftung bzw. die König Verwaltungs GmbH & Co KG und 7,5 Prozent entfallen auf die MMC Mundorff Management Consulting GmbH.

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