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„ Ins Ausland gelten Tarife wie bisher“

Beim Surfen im Ausland wird es ein Daten-Limit geben.Shutterstock

Beim Surfen im Ausland wird es ein Daten-Limit geben.

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Telefonieren wie im Heimatnetz ist ab Mitte Juni im EU-Ausland möglich. Auslandsgespräche fallen nicht darunter.

Pünktlich zur Urlaubssaison fallen am 15. Juni die sogenannten Roaming-Gebühren weg. Bei einem kurzfristigen Aufenthalt, also im Urlaub oder auf Geschäftsreise, zahlen Nutzer dann fürs Telefonieren, Nachrichten oder MMS schicken sowie Surfen dieselben Tarife wie im Heimatnetz. Trotzdem rät Paul Rusching von der Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Vorarlberg dazu, genauer hinzuschauen.

Dass innerhalb der EU ab Mitte Juni grenzenlos telefoniert, gesurft und gesimst werden kann, ist dem Experten zufolge nämlich nicht ganz korrekt. Fest steht: „Wer sich als ‚durchschnittlicher Konsument‘ im EU-Ausland aufhält, der telefoniert oder verschickt Nachrichten künftig wie von zu Hause aus“, erläutert er.

Anders bei Daten. In Sachen Datenvolumen ist es nicht ganz so einfach. Unlimitiertes Surfen im fremdländischen Netz ist nicht vorgesehen. Bei Verträgen mit inkludiertem großen Datenvolumen wird es ein EU-Daten-Limit geben. Diese Grenze wird nach einer bestimmten Formel ermittelt und richtet sich nach den Preisen, die sich die Anbieter nach wie vor gegenseitig berechnen. „Ein ungefährer Richtwert für den Datenverbrauch im Ausland die Hälfte von dem, was der Konsument im Inland verbraucht. Ist die Datenmenge nahezu verbraucht, muss der Anbieter den Nutzer darüber informieren“, betont Rusching. Danach fallen Zusatzkosten an.

Wohnortgebunden. Um einen Preiskampf der Anbieter in sämtlichen EU-Mitgliedsländern untereinander zu verhindern, wird ein Handy-Vertrag künftig an den Wohnort gebunden sein. Vom Betreiber kann also eine Studien-, Wohnort- oder Arbeitsbestätigung verlangt werden. Wer also in einer Zeitspanne von vier Monaten mehr als zwei Monate im Fremdnetz eingewählt ist, muss ebenfalls mit zusätzlichen Kosten rechnen. „Praktikanten oder Studenten, die sich länger im Ausland aufhalten, können also – nach vorheriger Ankündigung vom Vertragspartner – Mehrkosten erwarten.

Die neuen Regelungen gelten übrigens nicht für die Schweiz. Auch künftig bleibt es enorm teuer, im Netz der Grenz-Nachbarn zu landen. Speziell beim Surfen. „Nutzer sollten die Handy-Funktion der automatischen Netzwahl deaktivieren. Dann kommt es nicht zum unbemerkten Wechsel und überraschenden Kosten“, rät der Experte. Auch die Option „Daten-Roaming-Deaktivieren“ generell zu nutzen ist kein Fehler, um zumindest hier in Vorarl­berg unnötig hohe Rechnungen zu vermeiden. Eine Änderung dieser Praxis bei den Schweizer Netzbetreibern ist im Moment nicht absehbar.

Fürstentum Liechtenstein ist hingegen bei der neuen EU-Regelung dabei. Ebenso wie Island und Norwegen. Vorsicht ist wiederum auf Kreuzfahrtschiffen, Fähren und in Flugzeugen geboten. Unter Umständen kann es dort zu Zusatzkosten kommen.

Irrtum Auslandsgespräche. Der größte Irrtum herrscht laut Rusching über Auslandsgespräche. Wer von Österreich aus ins Ausland telefoniert oder Nachrichten etwa an Freunde in Griechenland schickt, zahlt die gleichen Gebühren für Auslandstelefonate wie bisher. „Gespräche in die EU werden von den neuen Roaming-Regelungen nicht berührt“, stellt er klar.

Der laufende Handy-Vertrag ändert sich bezüglich des Wegfalls der Roaminggebühren übrigens automatisch. Kunden selbst müssen nicht aktiv werden. „Der Unternehmer darf aber auch Tarife einseitig ändern oder erhöhen. Allerdings muss eine Mitteilung mit dementsprechenden Änderungen, die nicht ausschließlich begünstigend sind, erfolgen“, erläutert der Experte für Konsumentenschutz. Dem Nutzer steht in dieser Situation ein außerordentliches Kündigungsrecht zu. Zumindest so lange, bis die Vertragsänderung tatsächlich in Kraft tritt. „Das Problem ist, dass viele Kunden ihre Telefon-Rechnung lediglich über das Bankkonto checken und danach schauen, ob der richtige Betrag abgebucht wurde“, weiß Rusching. Der Hinweis über künftige Änderungen rutscht dann bei vielen schlichtweg durch. Schnell ist der Stichtag verpasst und der Vertrag läuft zu neuen Konditionen weiter. Ein Blick auf die Rechnung – digital oder auf Papier – ist also ratsam. Manche Betreiber bieten auch Tarife ohne Roaming an. Das Handy bleibt in diesem Fall im Ausland grundsätzlich gesperrt.

Langwieriger Prozess. Die Aufhebung der Roaming-Gebühren ist das Ende eines langwierigen Prozesses: Seit 2007 sind die erlaubten Aufschläge für Telefonieren, SMS und Internetnutzung bereits schrittweise reduziert worden.

Danielle Biedebach

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