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„Urban Outdoor“ muss es richten

An den Schuhen der Salzburger Firma Dachstein findet auch die Miss Tuning, Vanessa Schmitt, Gefallen.

An den Schuhen der Salzburger Firma Dachstein findet auch die Miss Tuning, Vanessa Schmitt, Gefallen.

965 Aussteller aus 40 Nationen finden sich auf der 24. „OutDoor“-Messe in Friedrichshafen. Kritik: nicht genügend internationale Händler würden erreicht.

Von Jochen Dedeleit

Der frühe Zeitpunkt der Fachmesse für alles, was mit Outdoor zu tun hat – sie findet heuer vom 18. bis 21. Juni statt – hat für breite Zustimmung, zuweilen aber auch Kritik gesorgt. Manche Aussteller blieben der Messe fern, weil sie ihr mangelnde Internationalität vorwerfen. Dennoch haben sich zur 24. Auflage der Leitmesse, die bis Mittwoch ausschließlich der Fachwelt vorbehalten ist, 965 Aussteller aus 40 Nationen eingefunden. Darunter auch 23 aus Österreich (wie Urban Rock aus Hohenems). Für Messe-Geschäftsführer Klaus Wellmann ist das Stelldichein „eine ideale Orientierungsplattform für die neue Saison“.

Outdoor und Fashion. In den meisten Fällen würde der frühere Termin für gut befunden, weil es der Textilindustrie zugutekommt, erklärte Wellmann weiter. Neue Trends wie etwa „Athleisure Wear“ – sportliche Funktionskleidung trifft auf alltägliche Mode – oder „Urban Fashion“ seien aus den Städten und dem Outdoor-Markt nicht mehr wegzudenken. Dieser Entwicklung werde die „OutDoor“ mit der Schaffung des Bereiches „Lifestyle Collection“ gerecht (frei übersetzt: Der Berg fasziniert, die Stadt macht das Geschäft).

Der Bereichsleiter Stefan Reisinger erklärte bei einem Rundgang, dass sich der Outdoor-Markt ständig weiterentwickle. Er öffne sich auch immer mehr für neue Themenbereiche, die eine breitere Zielgruppe ansprechen. „Mit einem erweiterten Themenspektrum stärken wir daher die Synergien zwischen der Outdoor-Industrie und anderen Branchen“, sagte Reisinger. Ein Bereich, der ebenso sehr stark im Wachsen begriffen sei, ist „Water Sports“ .

Urban Outdoor. „Der Umsatz der Hersteller in Europa ist um drei Prozent auf knapp 5,47 Milliarden Euro geklettert“, berichtete John Jansen, Präsident des Branchenverbandes European Outdoor Group (EOG). Die Durchschnittspreise seien aber leicht gefallen, da sich die Stückzahlen um 3,4 Prozent erhöhten. Von einem zweistelligen Plus wie Anfang des Jahrzents sei die Industrie derzeit weit entfernt. „Urban Outdoor“ soll dem Markt deshalb wieder auf die Sprünge helfen. „Urban Outdoor“ ist eine Entwicklung unserer Zeit. Schon heute gibt es mehr Menschen, die in Hallen klettern, als in der Natur“, betonte Nora Kühner, freiberufliche Designerin und Trendexpertin.

Skepsis gezeigt. Skeptisch gegenüber der „OutDoor“ zeigte sich Martin Nordin, CEO der Fenix-Gruppe. „Wir erreichen in Friedrichshafen nicht genug internationale Händler. Der Standort ist schwierig“, sagte Nordin. Auch die Oberalp-Gruppe fehle fast komplett. EOG-Präsident Jansen kritisierte: „Die Modemarken machen uns immer mehr Konkurrenz.“ Olaf Wit­tayer, Chef des Fachhändler-Verbunds Outdoor-Profis, ergänzte: „Das drückt die Preise. Dadurch ist auch zu viel Ware am Markt.“ Fashionbrands, Workwear und Discounter würden verstärkt auf Outdoor-Themen setzen. Die Branche täte gut daran, sich an ihre Stärken zu erinnern, an ihre Innovationskraft und an ihren Spielplatz Natur.

Beim Rundgang zeigte sich weiters, dass die Firmen Vaude, Schöffel und Jack Wolfskin immer mehr modische, aber dennoch hoch funktionelle Bekleidung in die Läden bringen. Und Bergstiefel, Regenjacken und Wanderstöcke für etwa ein Fünftel aller Einnahmen der Sporthändler stehen. Outdoor-Schuhe zeichnen laut Erhebung der EOG verantwortlich für über 25 Prozent des Branchenumsatzes. Weitere Highlights: Die Firma Dachstein brachte einen outdoor-tauglichen Strickschuh heraus. Das Ergebnis: ein ganz neues Laufgefühl genannt „Spürsinn EVO“. Die Salzburger Firma strickt den vielseitigen Hiking-Schuh „Supernova“ komplett aus einem Teil. Dieser passt sich sockenähnlich an die Form des Fußes an. Der Zillertaler Stephan Gruber, der ab 2. Juli zum zweiten Mal bei der Red Bull X-Alps von Salzburg nach Monaco an den Start geht, konnte sich bei der „OutDoor“ mit dem besonders leichten „MTM Flex“ der Londoner Firma Merell anfreunden.

Auf der Messe herrscht auch heuer wieder eine hohe Neuheitendichte (140 Weltpremieren, darunter drei von den österreichischen Firmen Teufelsberger, Löffler und Chillaz). Diese spiegelt sich auch beim „OutDoor Industry Award“ wider (330 Anmeldungen).

Ein Azubi-Tag richtet sich mit Fachworkshops und Messerundgang an alle auszubildenden oder anzulernenden Fachkräfte aus dem deutschsprachigen Outdoor-Fachhandel.

<p class="caption">Die Salzburger Firma Dachstein hat den Strickschuh im Gepäck.</p><p class="credit">Jochen Dedeleit (3)</p>

Die Salzburger Firma Dachstein hat den Strickschuh im Gepäck.

Jochen Dedeleit (3)

<p class="caption">Der Zillertaler Stephan Gruber schwört bei den Red Bull X-Alps auf die Londoner Firma Merell.</p>

Der Zillertaler Stephan Gruber schwört bei den Red Bull X-Alps auf die Londoner Firma Merell.

„Wir müsen die Synergien zwischen Outdoor-Industrie und anderen Branchen stärken.“

Stefan Reisinger, Leiter

„OutDoor“

„OutDoor“ Friedrichshafen

Die Messe „OutDoor“ Friedrichshafen ist die Europäische Outdoor-Fachmesse. Mehr als 900 Aussteller aus rund 40 Ländern präsentieren das gesamte Spektrum des Outdoor-Bereiches. Das Angebot reicht von Bekleidung und Schuhen über Rucksäcke, Campingausrüstung und Navigationsgeräte bis hin zu Imprägniermitteln und Kletterausrüstungen. Ein Rahmenprogramm mit Vorträgen, Debatten und Diskussionen sowie Modeschauen und Testmöglichkeiten ergänzt das Produktangebot.

Termin: 18. bis 21. Juni

Messeort: Messe Friedrichshafen

Neue Messe 1

88046 Friedrichshafen

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