Höchstleistung im freien Fall

Markus Kordesch (oben im Bild) ist selbst Springer und Organisator der Veran­staltung.Michael Weihrich (1), Klaus Hartinger (8)

Markus Kordesch (oben im Bild) ist selbst Springer und Organisator der Veran­staltung.

Michael Weihrich (1), Klaus Hartinger (8)

Formationsspringer aus der ganzen Welt trainieren noch bis Donnerstag am Flugplatz in Hohenems.

Von Rubina Bergauer

Die besten Formationsspringer aus zwölf Nationen nehmen derzeit an einer Trainingswoche am Flugplatz Hohenems teil. Organisator des Events ist der Vorarl­berger Fallschirm- und Tandemspringer Markus Kordesch. „Ich bin sehr stolz, so viele meiner Kollegen in Hohenems begrüßen zu dürfen. Mit der Veranstaltung wollen wir das Großformationsspringen attraktiv präsentieren und auf diese Weise vielleicht motivierte Sportler dafür gewinnen.“ Um diese nicht alltägliche Sportart auszuüben, brauche es allerdings viel Disziplin, Zeit und auch finanzielle Mittel, räumt Kordesch ein.

Hohe Anforderungen. Das Formationsspringen oder auch RW-Springen (engl. Relative Work Anm.) ist eine Disziplin im Fallschirmsport. Dabei verlassen mehrere Fallschirmspringer gleichzeitig das Absetzflugzeug und bilden im Freifall eine oder mehrere Formationen. Der Fallschirm selbst dient lediglich der anschließenden Landung. „Wer in dieser Sparte Erfolg haben möchte, muss an internationalen Events teilnehmen, das ist ausschlaggebend, um weiterzukommen.“ Die größte Herausforderung sei es, ständig Höchstleistungen zu erbringen. „Man muss einen guten Überblick über das gesamte Geschehen im freien Fall haben, um eventuelle Ängste und Zweifel komplett ausblenden zu können“, erläutert der Experte. Sprünge können in 2er-Formationen bis hin zu Rekordformationen von mehreren hundert Sportlern vollführt werden. In der Regel ist es so, dass je größer eine Formation ist, desto höher sind die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der beteiligten Springer.

Formationssprünge gehören zur Königsdisziplin im Fallschirmsport. In diesem Bereich gibt es daher auch regelmäßig nationale und internationale Meisterschaften nach einem standardisierten Regelwerk. Ein Wettkampfsprung besteht aus einer Sequenz von fünf bis sechs Formationen, die aus einem vorgegebenen Pool in zufälliger Reihenfolge gelost werden. Die Teams müssen innerhalb einer genau festgelegten Zeitspanne so oft wie möglich die Formationen in der richtigen Reihenfolge wiederholen. Ein Wettbewerb geht in der Regel über zehn Runden. Sieger ist, wer schlussendlich am meisten Punkte erzielen konnte.

Noch bis 22. Juni haben die Luftakrobaten die Möglichkeit, in Hohenems ihr Können zu präsentieren und gleichzeitig an ihrer Technik zu feilen sowie sich auszutauschen. Kordesch hofft zudem auf Impulse für heimische Sportler. „ In Österreich ist diese Disziplin leider noch weit von einem internationalen Niveau entfernt. Uns fehlen zudem die Möglichkeiten, größere Formationen auszuführen.“

Von den zwei renommierten Coaches Patric Passe (F) und Dieter Kirsch (D) werden die Teilnehmer in Hohenems durch rund 20 Sprünge aus einer Höhe von rund 4400 Metern begleitet. Dabei werden zwischen den verschiedenen Figuren alle Griffe komplett gelöst – was das Vorhaben umso anspruchsvoller gestaltet. Kordesch selbst hat über 12.000 Sprünge absolviert und sich in der Szene etabliert. Durch seine guten Kontakte war es daher möglich, internationale Top-Sportler dieser Disziplin nach Vorarlberg zu holen. Die Veranstaltung in Hohenems ist die erste und größte dieser Art, die in Österreich über die Bühne geht.

Organisator Markus Kordesch selbst nimmt weltweit an solchen Events teil. Im Oktober diesen Jahres wird zudem ein Weltrekordversuch im Formationsspringen in Eloy in Arizona (USA) durchgeführt. Bei dieser Aktion wird der Vorarlberger als einziger Vertreter Österreichs mit von der Partie sein.

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Am Boden werden die verschiedenen Figuren trainiert.

<p class="caption">Die Formationen werden vorab im Team besprochen.</p>

Die Formationen werden vorab im Team besprochen.

„Man muss einen guten Überblick über das gesamte Geschehen haben, um Ängs­te auszublenden.“

Markus Kordesch

Information

Formationsspringen

Beim Formationsspringen geht es darum, im Freifall verschiedene Formationen schnell und präzise auszuführen. Der Fallschirm selbst dient lediglich der anschließenden Landung. Von 19. bis 22. Juni geht eine Trainingswoche in Hohenems über die Bühne.

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