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Raus aus der Komfortzone für mehr Lebensqualität

„Wie ticken die Vorarlberger?“ ist Thema einer Bevölkerungsumfrage der IV-Vertreter.

Vorarlberg bietet einen durchaus attraktiven Lebensstandort. Darüber lässt sich wohl kaum streiten. Damit das Ländle in Sachen Wirtschaft und Natur auch in Zukunft lebenswert bleibt, haben die Vertreter der Industriellenvereinigung (IV) bereits im vergangenen Jahr eine Strategie unter dem Titel „Vom Mittelmaß zur Exzellenz“ entwickelt. Anfang dieses Jahres wurde die Vertiefung „Vom Kirchturmdenken zur Exzellenz – Vorarlbergs urbaner Weg“ präsentiert.

Und schließlich wurde im April eine Bevölkerungsumfrage gestartet, um herauszufinden, wie der Vorarlberger eigentlich „tickt“. Wie eine Selbsteinschätzung der Einheimischen ausfällt und inwiefern sich die Vorarlberger mit der IV-Strategie und deren Umsetzung identifizieren können. Bereiche wie Infrastruktur, Arbeitsmarkt, Weltoffenheit, Bauwesen, politische Strukturen sowie Wirtschaft und Natur wurden unter anderen bei der Befragung abgedeckt.

„400 detaillierte Telefoninterviews wurden geführt. Das entspricht einer Repräsentativität von 98 Prozent. 98 Prozent der Vorarlberger denken genau so, wie es die Auswertung zeigt“, informierte Wolfram Auer vom Institut für Management und Marketing mit Sitz in Lustenau am Montagnachmittag bei der Ergebnis-Präsentation. Um dieses vorwegzunehmen: Die Vorarlberger fühlen sich im Großen und Ganzen wohl.

Befragt wurde laut Auer nach dem Zufallsprinzip. Lediglich Geschlecht, Alter und Wohnort wurden quotiert, um ein reelles Abbild der Gesellschaft zu bekommen. Deswegen wurde nicht in Bezirke eingeteilt, sondern in vier Regionen (Rheintal, Bregenzerwald, Walgau und Montafon). „So ist es möglich, die Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Gegenden besser herauszukristallisieren“, erläuterte der Experte.

Ergebnis kein Zufall. Den Tenor der Umfrage fasste IV-Präsident Martin Ohneberg zusammen. „Die Vorarlberger fühlen sich wohl und empfinden eine hohe Lebensqualität.“ Das sei jedoch kein Zufall. Stabile Rahmenbedingungen wie eine gut funktionierende Wirtschaft, ein dementsprechendes Sozialsystem und ein intakter Lebensraum Natur, würden dazu beitragen. Dennoch zeige die genaue Analyse unterschiedliche Sichtweisen der verschiedenen Altersgruppen. Einen „Konflikt der Generationen“, nennt das der IV-Präsident. So übten etwa die 16- bis 29-Jährigen am meisten Kritik in Sachen Straßenbau und Verkehrsanbindungen sowie öffentlicher Verkehr. Andererseits schätzt die jüngere Generation im Vergleich das Ausmaß der vorhandenen Grünflächen durchweg positiv ein. Unzufriedenheit herrscht hingegen beim Zusammenspiel von Wirtschaft und Natur bei den 30- bis 50-Jährigen. Die Befragung zeige, dass eine wirtschaftskritische Stimmung herrsche. „Bei 100 von 400 Vorarlbergern schwingt eine negative Einstellung zur Wirtschaft mit“, berichtete IV-Geschäftsführer Mathias Burtscher. Und das obwohl diese für den hohen Wohlstand in Vorarlberg ursächlich sei.

Motivationsmangel. Bedenklich findet Burtscher auch die Einschätzungen der Vorarlberger zum Thema „Arbeitsmotivation“. „30 Prozent antworteten mit ‚sehr gut‘, 48 Prozent mit ‚gut‘. Das mag ein guter Wert sein, aber es ist bedenklich, dass jeder Vierte als lediglich mäßig motiviert eingeschätzt wird“, meinte der Geschäftsführer. Es sei vor allem die jüngere Generation, die bei vielen als wenig engagiert gelte.

Als negativen Ausreißer bezeichnete Burtscher die Ergebnisse auf die Frage, wie weltoffen die Einheimischen sind. Fast 60 Prozent der Befragten antworteten mit „befriedigend“ oder sogar „schlechter“. „Und das in einem Bundesland, dessen Wirtschaft zu über 60 Prozent von Kunden aus dem Ausland abhängig ist“, ergänzte er. Die IV-Vertreter regen eine mutige wirtschaftsfreundliche Politik an, um den Unternehmern mehr Planungssicherheit zu geben.

In Zukunft gelte es also, vor allem Anliegen junger Menschen in den Fokus zu rücken und diese auch bei politischen Entscheidungen stärker zu berücksichtigen. Darüber hinaus müsste der jungen Generation nach dem Motto „raus aus der Komfortzone“ verstärkt Lust auf Arbeiten vermittelt werde.

Kleinstrukturen bevorzugt. Auf die Frage, ob sich Vorarlberg nun dynamisch, städtisch, urban – in Balance mit einer intakten Natur – entwickeln soll, antworten rund 77 Prozent der Befragten mit einem Ja. Allerdings sprechen sich über 60 Prozent der Einheimischen dafür aus, eine kleinteilige Gemeindestruktur beizubehalten.

Danielle Biedebach

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