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Dowas verzeichnet heuer Rückgänge

Dowas-Geschäftsführer Michael Diettrich vor dem neuen Standort der Sozialeinrichtung im Sandgrubenweg. Dietmar Stiplovsek

Dowas-Geschäftsführer Michael Diettrich vor dem neuen Standort der Sozialeinrichtung im Sandgrubenweg. Dietmar Stiplovsek

Weniger Menschen als im Vorjahr haben im ersten Halbjahr des heurigen Jahres Hilfe beim Wohnungslosenhilfsverein Dowas in Bregenz gesucht.

Von Brigitte Kompatscher

Noch bevor der neue Standort des Dowas in Bregenz gestern offiziell eröffnet wurde (siehe rechts), luden die Verantwortlichen zur Präsentation des Jahresberichtes 2016/17. Und der – genau genommen ist es ja eine Eineinhalbjahresbilanz – weist eine doch recht erfreuliche Entwicklung auf.

Im vergangenen Jahr 2016 hatte die Sozialeinrichtung mit 1226 über Mindestsicherung betreuten Klienten noch eine „absolute Rekordzahl“, wie es Geschäftsführer Michael Diett­rich formulierte, zu verzeichnen – um über zwanzig Prozent mehr als im Jahr davor. „In den vergangenen zwei Jahren kam der Zuwachs hauptsächlich von Flüchtlingen“, erläuterte Diett­rich. Allerdings stamme die Hälfte des Zuwachses an betreuten Menschen seit 2008 aus den Jahren 2008 bis 2014, also bevor die Flüchtlinge in großer Anzahl kamen: „Das ist hausgemacht.“

Aufschwung. Nicht unbedingt erwartet, gab es allerdings im ersten Halbjahr 2017 merkliche Rückgänge in Beratungs- und Notschlafstelle – um knapp sechs Prozent im Vergleich zum Halbjahr des Vorjahres. Das habe einerseits mit geringeren Flüchtlingszahlen zu tun, aber nicht nur. Denn von den Rückgängen seien österreichische Staatsbürger mit zwölf Prozent minus noch viel stärker betroffen. „Wir hatten das auch im Jahr 2012 schon einmal“, berichtete der Dowas-Geschäftsführer. Gemeinsam sei beiden Rückgängen, dass es im Jahr davor einen wirtschaftlichen Aufschwung gegeben hatte. „Dessen Auswirkungen treffen bei uns immer mit Verzögerung ein.“

„In Vorarlberg gibt es derzeit deutlich mehr Beschäftigte und das Arbeitsvolumen in der Warenproduktion, im Bau und in der Industrie hat zugenommen“, sagte Diettrich. Bereiche, in denen es auch einen Bedarf an Hilfsarbeitskräften und Geringqualifizierten gebe. In dem Zusammenhang gab der Geschäftsführer zu bedenken, dass nur etwa ein Drittel der Mindestsicherungsbezieher auch wirklich arbeitsfähig ist – aber auf diesen Teil wirkt sich, seiner Ansicht nach, die Arbeitsmarktbelebung nun sichtbar aus.

Wirtschaftspolitik. Die aktuelle Entwicklung belegt für Diettrich, worauf er seit Jahren unermüdlich hinweist: „Da legen sich nicht massenhaft Menschen in die soziale Hängematte, denen man die Leistungen kürzen muss, sondern es sind die Arbeitsplätze nicht da.“ Oder wie es der Dowas-Chef frei nach Bill Clintons Wahlkampf-Slogan „It‘s the economy, stupid“ in eine Schlagzeile verpackt: „Es ist die Wirtschaftspolitik, nicht die soziale Hängematte.“

Dass er kein Freund eines staatlichen Sparkurses ist, betonte Diettrich auch gestern: „Wir hatten in den letzten Jahren eine völlig falsche Wirtschaftspolitik“, so sein Fazit. Den jetzigen Aufschwung sieht er in der Steuerreform des vergangenen Jahres und einem damit einhergehenden gestiegenen privaten Konsum begründet. Letzterer sinke allerdings, wenn jetzt Sozialleistungen gekürzt und die Löhne nicht entsprechend erhöht würden, warnte er auch in Hinblick auf die morgige Wahl.

Weitere Rückgänge bei der Anzahl der Dowas-Klienten seien auch im heurigen dritten Quartal zu verzeichnen, informierte Diettrich abschließend. Allerdings gebe es dort „Verzerrungen“, weil in diesem Zeitraum der Umzug in das neue Gebäude am Sandgrubenweg erfolgt ist.

<p class="caption">Vor Kurzem konnten die umgebauten Räumlichkeiten, die viel mehr Platz bieten, bezogen werden. VLK/Serra(2)</p>

Vor Kurzem konnten die umgebauten Räumlichkeiten, die viel mehr Platz bieten, bezogen werden. VLK/Serra(2)

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