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GVA: Über Tourismus in Bewegung

Anlässlich des gestrigen Symposiums zog die Initiative „Gastgeben auf Vorarlberger Art“ eine erste Bilanz.

Im Bregenzer Kunsthaus, in dem derzeit Architekt Peter Zumthor ein Setting für seine Leidenschaften entwickelt hat, fanden sich gestern an die 100 Touristiker ein, um am zweiten GVA-Symposium teilzunehmen. Die drei Großbuchstaben stehen für „Gastgeben auf Vorarlberger Art“, und das ist ein Programm, das sich aus der Tourismusstrategie 2020 entwickelt hat.

„Uns ging es darum, die Tourismusstrategie auf die betriebliche Ebene zu bekommen“, erläuterte Jutta Frick vom Hotel „Bad Reuthe“. Sie gehört ebenso wie die Hoteliers Dietmar Nußbaumer („Krone“/Hittisau), Bertram Rhomberg („Madrisa“/Gargellen) und Vorarlberg-Tourismus-Direktor Christian Schützinger zum Steuerungskreis. Dieser ist für die Qualitätssicherung von GVA zuständig.

Sichtbar machen. Seit rund zehn Monaten läuft das Programm nun offiziell, nachdem es 2014/15 eine Pilotphase gegeben hatte. Regionalität, Gastfreundschaft, Nachhaltigkeit und Vernetzung sind die Werte, die mit GVA sichtbar gemacht werden sollen. Wobei es auch darum gehe, praktikable Möglichkeiten anzubieten, erklärte Schützinger. Zumal die Betriebe im Land – häufig Familienbetriebe – genug damit zu tun hätten, das Alltagsgeschäft zu stemmen.

Für Frick soll das Programm neben dem Schaffen einer Marke auch dazu dienen, Betriebe und Tourismus in Vorarlberg weiterzuentwickeln und den Austausch unter den Kollegen zu forcieren. Konkret können bzw. würden unter anderem kleinere Projektgruppen entstehen, etwa zu Themen wie Einbinden von Flüchtlingen in den Tourismus oder regionale Speisen von der Wiese auf den Teller. Dabei handelt es sich um Eigeninitiativen einzelner Mitglieder und „das funktioniert“, berichtete die Bregenzerwälderin von ihren positiven Erfahrungen.

Weiters gebe es die Möglichkeit eines Coachings durch Mentoren und eine manchmal hilfreiche Außensicht, da nicht alle Mitglieder direkt in einem Betrieb stehen. Frick ist überzeugt, dass GVA auch einen wichtigen Impuls für Unternehmen liefern und bei großen Entscheidungen eine Hilfe sein kann. „Es ist ein Pool, wo man auf größere Erfahrung zurückgreifen kann.“

Workshops. Als ein Beispiel für einen Impuls nannte Dietmar Nußbaumer einen Workshop für Baukultur: „Im Tourismus wird viel gebaut und damit haben wir eine große Verantwortung.“ Denn jeder, der baue, baue auch für die Öffentlichkeit. Und er erzählte von einem weiteren Workshop zum Thema Naturvermittlung, an dem seine Frau und Mitarbeiter teilgenommen hätten. „Es war spannend zu sehen, mit welchen Ideen und welcher Motivation sie zurückgekommen sind.“ Nußbaumer wies zudem daraufhin, dass es im Tourismus auch um die Menschen, die Mitarbeiter, gehe, „die brauchen eine Aufwertung“.

Bertram Rhomberg ist nicht nur Hotelier im Familienbetrieb, sondern auch Biolandwirt. Er deckt mit seiner Fleischproduktion 80 Prozent seines Jahresbedarfs, wie er erzählte – gelebte Regionalität also. Mit GVA komme auch die Vernetzung der Betriebe, von denen viele Vorreiter seien, neu in die Köpfe, sagte der Montafoner. Den wertschätzenden Umgang mit Gästen und Mitarbeitern betonte ebenso Rhomberg, auch angesichts dessen, dass das Mitarbeiterthema derzeit „ein schwieriges“ sei.

An die 50 Mitglieder hat das Netzwerk aktuell, Tendenz steigend. Rund zwanzig Veranstaltungen mit circa 250 Teilnehmern – ohne das gestrige Symposium zum Thema „Nachhaltigkeit“ – wurden im ersten Jahr im Rahmen von GVA durchgeführt. „Es ist auch ein Prozess“, stellte Nußbaumer fest, „ein Weg für eine Weiterentwicklung, eine Bewegung.“

Brigitte Kompatscher

<p class="caption">Der GVA-Steuerungskreis: Chris­tian Schützinger, Dietmar Nußbaumer, Bertram Rhomberg und Jutta Frick (v.l.).   Mathis</p>

Der GVA-Steuerungskreis: Chris­tian Schützinger, Dietmar Nußbaumer, Bertram Rhomberg und Jutta Frick (v.l.).   Mathis

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