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Raggal

Die Verbannung der Taschen aus Plastik aus dem Tal

„Plastiktaschen raus, Stofftaschen rein“, heißt es im Großen Walsertal. Privat

„Plastiktaschen raus, Stofftaschen rein“, heißt es im Großen Walsertal. Privat

Für ein preisgekröntes Jugendprojekt im Großen Walsertal wird mittels Crowdfunding Geld gesammelt.

Ein Tal ohne Plastiktaschen ist das Ziel eines Jugendprojekts im Großen Walsertal, das seit dem Vorjahr am Laufen ist. Die Idee dazu stammt von den Verantwortlichen der Walserbibliothek in Raggal, erzählt Cornelia Studer aus Blons, die zum e5-Team der Region gehört. Die „Energie-Gruppe“, die auch immer wieder nach ressourcenschonenden Alternativen sucht, hat das Projekt gemeinsam mit den Jugendbibliotheken des Tales in Angriff genommen und realisiert.

Konkret sammelten die Jugendlichen zunächst auf Flohmärkten und anderem gebrauchte Kleider. Daraus wurden Stofftaschen genäht, die wiederum an die 1200 Haushalte im Tal verteilt wurden – gemeinsam mit einem Folder mit Erklärungen. Ein unter Jugendlichen durchgeführter Slogan-Wettbewerb brachte zwölf Sprüche hervor, die auf die Taschen aufgedruckt wurden, um ein einheitliches Bild zu erhalten, erläutert Studer.

Aber es sind nicht nur die rund 15 Kinder und Jugendlichen zwischen 7 und 15 Jahren und ihre erwachsenen Begleiter, die am Projekt beteiligt sind. Auch die Dorfläden in den Gemeinden spielen mit. Dort wurden die Plastiktaschen aus den Geschäften verbannt, es gibt nur noch Schachteln, Papier oder die Stofftaschen der Jugendlichen. Letztere kosten rund sechs Euro, erzählt Studer.

Allerdings braucht die Gruppe jetzt Unterstützung, um das Projekt weiterzuführen. Dazu wurde eine Crowdfunding-Aktion auf der Plattform der Vorarlberger Raiffeisenbanken gestartet (https://mit.einander.at). 5000 Euro sollen gesammelt werden. Knapp zwei Wochen ist dafür noch Zeit. Die Hälfte ist schon da. Mit dem Geld sollen weitere Taschen genäht werden bzw. das Material bezahlt und auch die Arbeiten der Lebenshilfe, wo einige hundert Taschen genäht wurden, finanziert werden. Eine kleine Entschädigung soll es auch für die anderen Näherinnen geben, zumeist ältere Frauen aus dem Tal. „Das ist auch eine schöne Symbiose von Jung und Alt, wenn die Frauen nähen und die Kinder und Jugendlichen dabei sind“, beschreibt Studer eine weitere Erfahrung aus dem Projekt.

Eine Bestätigung für ihr Tun haben die Jugendlichen vergangene Woche auch offiziell bekommen: Ihre Aktion wurde beim Landes-Jugendprojektwettbewerb zu einem von vier Siegern gekürt. Damit sind sie am 11. November beim interregionalen Finale mit St. Gallen und Liechtenstein dabei.

Brigitte Kompatscher

https://mit.einander.at

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