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Alle Farben des Herbstes sind dieser Tage zu beobachten. Hartinger

Alle Farben des Herbstes sind dieser Tage zu beobachten. Hartinger

Ein konstantes Wetterhoch über Vorarlberg sorgt derzeit für den Altweibersommer – zumindest bis ­Freitag.

Von Rubina Bergauer (Text) Klaus Hartinger (Fotos)

Die Laubbäume im Land sind in satte, goldene Farben gekleidet, die Luft ist klar und gewährt ungetrübte Weitsicht. Das derzeitige Wetterhoch beschert viel Sonnenschein und milde Temperaturen – der Altweibersommer hat in Vorarlberg Einzug gehalten. Dass dieses Wetterphänomen erst im Oktober auftritt, ist laut Georg Erlacher, Meteorologe bei der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) nichts Ungewöhnliches: „Es handelt sich um eine Phase gleichmäßiger Witterung. Das passiert natürlich nicht immer termingetreu, sondern variiert von Jahr zu Jahr, kann also dementsprechend auf September oder Oktober fallen.“

Trüber September. Dabei hatte der Herbst wettertechnisch gar nicht so vielversprechend begonnen. So lässt sich der September beispielsweise in drei Worten zusammenfassen: kühl, nass und trüb. In der vorläufigen Monatsbilanz der ZAMG liegt der vergangene Monat um eineinhalb Grad unter dem vieljährigen Mittel und ist damit der kühlste September seit dem Jahr 2007. „Auf den Bergen war es sogar der kältes­te September seit 2001“, sagt ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik. Am längsten zeigte sich die Sonne an der ­Wetterstation Rohrspitz am Bodensee mit rund 160 Stunden. Doch insgesamt regnete es überdurchschnittlich viel. So liegt in der österreichweiten Auswertung die Niederschlagsmenge um 35 Prozent über dem Mittel. Wer auf einen schönen Ausklang des Sommers gehofft hatte, wurde vorerst enttäuscht. Dafür entschädigt nun der zehnte Monat dieses Jahres. „Auch wenn die morgendlichen Temperaturen relativ frisch sind, so gestaltet sich der Tagesverlauf derzeit angenehm mild“, sagt Erlacher. Doch gegen Ende der Woche könnte die stabile Hochdrucklage einbrechen. „Ein erster Vorbote der Schlechtwetterfront wird Vorarlberg wahrscheinlich in der Nacht von Freitag auf Samstag erreichen. Wolken und vereinzelte Regenschauer sind dann möglich“, prognostiziert der Experte. Im Laufe des Samstags könne sich die Lage wieder etwas stabilisieren, Sonntag, Montag und wahrscheinlich auch der Dienstag werden den bisherigen Vorhersagen nach aber eher trüb und unbeständig. „Für den Verlauf der nächsten Woche ist noch alles offen, wobei die Tendenz momentan zu gutem Wetter bei etwas kühleren Temperaturen geht.

Die schönen Herbsttage bieten sich besonders für Aktivitäten im Freien an. So sind beispielsweise auch im Oktober noch viele Wanderwege bestens begehbar.

• Bei den Bergbahnen Brandnertal ist die Dorfbahn bis zum 1. November in Betrieb und für alle neugierigen Entdecker gibt es den neuen Tierweltenweg.

• Auf den Kristberg im Montafon kann man bis 5. November zum Wandern fahren und auf der Bergknappentour einen geschichtlich interessanten Wanderweg begehen.

• In Bezau im Bregenzerwald geht der Sommerbetrieb der Seilbahn noch bis 5. November, von der Bergstation Baumgarten führen gleich drei unterschiedlich schwierige Wanderwege weg.

• Die Pfänderbahn in Bregenz macht überhaupt nur kurz zwischen 13. und 24. November Pause. Der dortige Alpenwildpark hat das ganze Jahr geöffnet und ist in einen circa halbstündigen Rundgang integriert.

• Bis zum 5. November gilt bei der Karrenseilbahn in Dornbirn noch der Sommerfahrplan – die Bahn fährt im 15-Minuten Takt. Von 5. November (18 Uhr)–17. November ist der Fahrbetrieb wegen Revision eingestellt. Danach gilt der Winterfahrplan.

• Die Muttersbergbahn in Bludenz fährt bis zum 5. November täglich, danach wird auf Wochenendbetrieb umgestellt. Für einen kurzen Ausflug eignet sich der kleine Madeisa-Rundweg. Schöne Aussichten bieten sich beispielsweise beim Panoramaweg Bludenz-Nüziders.

• Auf die Berge im Kleinwalsertal geht es ebenfalls noch bis in den Spätherbst hinein. Die Kanzelwandbahn, die Walmendingerhornbahn, die Söllereckbahn haben noch bis 5. November geöffnet, die Fellhorn- und Nebelhornbahn sogar bis 12. November.

Wissen

Altweibersommer

Altweibersommer ist in deutschsprachigen Ländern die Bezeichnung für ein meteorologisches Phänomen im Spätjahr (September oder Oktober), das durch ein stabiles Hochdruckgebiet und ein warmes Ausklingen des Herbstes gekennzeichnet ist. In Nordamerika, insbesondere in den Neuenglandstaaten, wird diese Wetterlage Indian Summer genannt. In Finnland spricht man von Ruska-Aika (Zeit der Braunfärbung) und in Schweden vom brittsommar (Birgitta-Sommer). In den skandinavischen Ländern kommen zu dieser Zeit auch die Erscheinungen der aufkommenden Polarnacht hinzu. Die trockene Wetterperiode erlaubt eine gute Fernsicht, intensiviert den Laubfall und die Laubverfärbung. Der Begriff Altweibersommer leitet sich einer Erklärung zufolge von Spinnfäden her, mit denen junge Baldachinspinnen im Herbst durch die Luft segeln. Der Flugfaden, den die Spinnen produzieren und die im klaren Licht als silberne Fäden zu sehen sind, erinnert an das graue Haar alter Frauen.

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