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Lauterach

„Toter Winkel“: Pilotprojektsoll Risiko minimieren

Der Spiegeleinstellteppich wurde am Parkplatz des Gebrüder-Weiss-Unternehmens in Lauterach präsentiert. Alexandra Serra/VLK

Der Spiegeleinstellteppich wurde am Parkplatz des Gebrüder-Weiss-Unternehmens in Lauterach präsentiert. Alexandra Serra/VLK

Fahrzeuglenker können trotz Spiegel nicht jeden Bereich um ihr Fahrzeug einsehen. KFV startete nun eine Aktion.

Die Ampel zeigt grün, der Lkw fährt los und biegt in die Seitenstraße ein. Dabei übersieht der Lenker einen Fahrradfahrer, der sich von hinten nähert und in den Kreuzungsbereich einfährt. Es kommt zur Kollision, der ungeschützte Verkehrsteilnehmer – in diesem Fall der Radfahrer – wird dabei schwer verletzt.

Über 600 Unfälle. Unfälle wie dieser ereignen sich nach Angaben der Experten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) zu oft auf Vorarlbergs Straßen. „In den vergangenen fünf Jahren kam es hierzulande zu 642 Lkw-Unfällen mit Personenschaden. 136 Radfahrer und Fußgänger erlitten dabei teils schwerste Verletzungen, zehn Personen verunglückten tödlich“, berichtete Martin Pfanner vom KFV bei einem Mediengespräch am Mittwoch.

Trotz gesetzlich vorgesehener Spiegel am Lkw können die Lenker nicht jeden Bereich rund um ihr Fahrzeug einsehen. „Grundsätzlich gilt, je größer ein Fahrzeug ist, desto größer ist der tote Winkel“, betonte Pfanner. Mit einem entsprechenden Verkehrs­sicherheitsprojekt wollen die Experten gezielt Radfahrer und Fußgänger für diese Problematik sensibilisieren. Mit einem sogenannten „Spiegeleinstellteppich“, der aus verschiedenfarbigen Planen besteht und auf dem Asphalt aufgelegt wird, erhalten Lkw-Fahrer die Möglichkeit, ihre Spiegel optimal zu justieren. „Der Teppich kann beispielsweise direkt vor Ort auf dem Unternehmensparkplatz platziert werden“, erklärte Pfanner die Vorgangsweise.

Mit speziellen Warnhinweisaufklebern, welche direkt auf Augenhöhe von Radfahrern am Gefahrenpunkt rechts hinten am Lkw angebracht werden, soll zudem signalisiert werden, dass das stehende Fahrzeug nicht auf der rechten Seite überholt werden darf. Darüber hinaus wurde auch ein Folder mit Klappmechanismus gestaltet, der das Thema veranschaulicht und Verhaltenstipps für Radfahrer und Fußgänger enthält. „Mit dem Verkehrssicherheitsprogramm soll bis zum Jahr 2020 die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr um 20 Prozent gesenkt werden“, informierte Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser. Rund 300.000 Euro jährlich werden von Landesseite für diverse Verkehrserziehungsaktionen, die Ausstattung der Verkehrspolizei und Sicherheitsinitiativen ausgegeben.

Das Vorarlberger Pilotprojekt „Achtung: Toter Winkel“ soll 2018 auf ganz Österreich ausgeweitet werden.

Rubina Bergauer

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