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Seilbahner lassen sich Schnee einiges kosten

Bergstation neue Ifenbahn im Kleinwalsertal. Vorarlberg Tourismus/Kleinwalsertal Bergbahnen

Bergstation neue Ifenbahn im Kleinwalsertal. Vorarlberg Tourismus/Kleinwalsertal Bergbahnen

In der kommenden Saison wird es weit hinunter schneien. Insgesamt 25 Millionen Euro wurden in Beschneiungsanlagen investiert.

Die Skisaison 2017/2018 steht kurz bevor. Ungewiss ist, wie viel Schnee der Winter bringen wird. Gewiss ist jedoch, dass während des Sommers insgesamt rund 75,6 Millionen Euro investiert wurden, um die Winterdestination Vorarlberg auf Vordermann zu bringen. Darüber informierten die Verantwortlichen der Seilbahnunternehmen am Donnerstag. „Zirka ein Drittel des Budgets wurde in die Schneesicherheit investiert. Die größten Beschneiungsprojekte wurden in Warth, der Silvretta Nova, am Golm und im Brandnertal umgesetzt“, informierte Markus Comploi, Fachgruppenobmann der Seilbahnen Vorarlberg. Schneesicherheit sei bei der Auswahl des Skigebiets relevanter als die Größe. Für den Erfolg – auch in Zukunft – brauche es also beschneite Flächen. Gleichzeitig soll aber auch der ökologische Aspekt nicht vernachläs­sigt werden. Nach Aussage von Comploi werde die Beschneiung immer effizienter. Die Verantwortlichen würden etwa mit Experten des Fraunhofer-Instituts oder Zuständigen der VKW als Stromlieferant kooperieren. „Dadurch werden die Verfahren ökologischer“, meinte Comploi.

Weitere 25 Millionen Euro flossen in den Bau neuer Seilbahnen. Neben Ifen I und II im Kleinwalsertal wird auch die Dorfbahn in Warth in der kommenden Saison den Betrieb aufnehmen. In die allgemeine Infrastruktur wie etwa Parkplätze oder Restaurantumbauten wurden 14 Millionen Euro investiert. Der Rest – 5,5 Millionen Euro – wurde für die Pistenoptimierung und -sicherheit verwendet. Gäste erwarten laut Comploi nicht nur eine perfekt präparierte Piste, sondern mittlerweile auch standardmäßig Sessellifte mit Haube und Sitzheizung. „Kann das nicht geboten werden, gibt es Reklamierungen.“

Wertschöpfung. Doch die Verantwortlichen sind sich sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. „Es waren noch nie so viele Skifahrer auf Österreichs Pisten unterwegs“, berichtete der Fachobmann. Vergangene Saison wurden die Franzosen überholt. Knapp 52 Millionen Skifahrertage wurden gezählt. Das entspricht der Zahl der Gäste, die pro Winter mindestens einmal einen Lift benutzen. „Der Wintertourismus ist also in den einschlägigen Monaten der Wirtschaftsmotor“, betonte Comploi. Bei einem jährlichen Nettoumsatz aus der Personenbeförderung von 150 Millionen Euro ergebe sich eine Reinvestitionsquote von 50 Prozent. An Wertschöpfung bleiben zirka 850 Millionen Euro im Land. Das ist die Summe, die Wintersportler über die gesamte Saison in Vorarlberg ausgeben.

Trotz aller positiven Entwicklungen sehen sich die Verantwortlichen mit gewissen Herausforderungen konfrontiert. Es mangelt etwa an Fachpersonal. Viele Stellen seien noch unbesetzt. Eine weitere „Bremse“ in der Branche seien die zu lange andauernden Behördenverfahren. „Ich spreche von Verzögerungen über mehrere Jahre. Das kostet Geld. Und wird ein Projekt dann doch genehmigt, kommen die Zuständigen in Zeitnot“, kritisierte Comploi.

Nachwuchs-Förderung. Neben genannten Investitionen liegt ein Hauptaugenmerk der Fachgruppe auch auf dem Skifahrer-Nachwuchs. „Jene Kinder, die heute Skifahren lernen, sind die Kunden von morgen“, formulierte es Michael Tagwerker, Geschäftsführer der Fachgruppe der Seilbahnen. Auch heuer werden daher kostenlose Schulskitage für Kinder von der dritten bis zur sechsten Schulstufe angeboten. Die Mädchen und Buben bekommen ein Skiticket, Verpflegung und bei Bedarf auch eine Leihausrüstung. Künftig sollen darüber hinaus weitere Maßnahmen gesetzt werden, um auch schon Kindergartengruppen in die Skigebiete zu holen.

Das Geld für die Investitionen im zweistelligen Millionenbetrag muss auf der anderen Seite auch verdient werden. Das gewährleistet der Skikartenverkauf. „Mit einem Ticket erwirbt ein Wintersportler nicht nur die Beförderung bergwärts“, stellte Comploi klar. Pistenpräparation, Schneesicherheit, Lawinensicherung, Skibus, Personal und Versicherungen sind nur einige Kostenpunkte, welche ebenfalls in den Preis hineingerechnet werden. Am Ende bleiben bei einem Ticket in Höhe von 40 Euro lediglich 78 Cent übrig.

Ostern fällt im kommenden Jahr auf Anfang April. Das heißt, es steht eine sehr kompakte Wintersaison bevor. Trotzdem rechnen die Seilbahner mit leichten Zuwächsen bei Umsatz und Gästezahlen.

 Danielle Biedebach

„Schneesicherheit ist für Gäste relevanter als die Größe des Skigebiets.“

Markus Comploi, Fachgruppenobmann der ­Seilbahnen Vorarlberg

1000

Pistenkilometer werden während der Saison jeden Morgen präpariert.

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