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Aus dem Gerichtssaal

Versuchter Mord mitdrei Fehlschüssen

15 Jahre Haft für 31-Jährigen, der nach gescheitertem Überfall auf der Flucht mit Pistole auf einen Verfolger geschossen hatte.

Von Seff Dünser

Wegen versuchten Mordes und versuchten schweren Raubes wurde der ehemalige Anführer der Vorarlberger Rockergruppe Osmanen Germania gestern am Landesgericht Feldkirch zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Über zwei weitere Angeklagte wurden Haftstrafen wegen versuchten schweren Raubes verhängt: dreieinhalb Jahre für einen unbescholtenen und geständigen 39-Jährigen, fünf Jahre für einen vorbestraften 32-Jährigen. Die Urteile in dem Geschworenenprozess unter dem Vorsitz von Richter Martin Mitteregger sind nicht rechtskräftig.

Die drei von German Bertsch, Nicolas Stieger und Thomas Raneburger verteidigten Türken aus dem Unterland haben am 21. Oktober 2016 vergeblich versucht, der Rockergruppe Hells Angels in einem Haus in Feldkirch-Tisis Marihuana im Wert von rund 150.000 Euro sowie Bargeld gewaltsam wegzunehmen. Es gelang ihnen in der Nacht nicht, mit einem Brecheisen die Terrassentür aufzubrechen. Der aufgeschreckte Hausbewohner wurde durch die Glasscheibe mit einer Beretta-Pistole bedroht, schrie aber laut um Hilfe. Daraufhin flüchteten die maskierten Männer.

Nur knapp verfehlt. Ein gegen Mitternacht heimkommender unbeteiligter Passant stellte die sich im Gebüsch versteckenden Flüchtenden in der Tatort-Straße und fragte sie, was sie da zu suchen hätten. Mit drei aus wenigen Metern Entfernung abgegebenen Schüssen aus seiner Pistole verfehlte der 31-jährige Ex-Germanen-Boss den 41-jährigen Fußgänger nur knapp. Die acht Geschworenen werteten die Fehlschüsse des fünffach Vorbestraften mit einstimmig als versuchten Mord und nicht nur als schwere Nötigung. Für Mordversuch beträgt der Strafrahmen 10 bis 20 Jahre oder lebenslängliche Haft, für schwere Nötigung bis fünf Jahre.

Ebenfalls mit 8:0-Stimmen stuften die Laienrichter den misslungenen Drogen-Coup als versuchten schweren Raub mit einer Strafdrohung von ein bis 15 Jahren Gefängnis ein und nicht nur als versuchten Einbruchsdiebstahl unter Verwendung einer Waffe.

Den Tipp, dass in dem Haus Marihuana zu holen sei, hatte der 31-Jährige von seiner Nichte erhalten. Die unbescholtene 23-Jährige wurde deshalb als Anstifterin zu einer bedingten Haftstrafe von sechs Monaten und einer unbedingten Geldstrafe von 5400 Euro verurteilt (nicht rechtskräftig). Der Schuldspruch erfolgte nur wegen Bestimmung zum Einbruchsdiebstahl. Die Geschworenen gingen davon aus, dass sie nicht wusste, dass ihr Onkel eine Schusswaffe verwenden würde.

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