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Aus dem Gerichtssaal

Geldstrafe nach Morddrohung gegen ehemalige Gattin

Unbescholtener Angeklagter muss seiner geschiedenen Frau zudem ein Teilschmerzengeld bezahlen.

„Ich bringe dich um wie die Familie in Hohenems.“ Das hat nach Ansicht der Richterin der Angeklagte am 18. September am Telefon zu seiner geschiedenen Frau gesagt. Dafür wurde der unbescholtene 44-Jährige gestern am Landesgericht Feldkirch wegen gefährlicher Drohung zu einer teilbedingten Geldstrafe von 800 Euro (200 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu bezahlende Teil 400 Euro.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Staatsanwältin Laura Hutter-Höllwarth und der Angeklagte waren mit der Entscheidung von Richterin Sonja Nachbaur einverstanden. Weil der Angeklagte aber keinen Verteidiger hatte, erhält er automatisch drei Tage Bedenkzeit. Die mögliche Höchststrafe für die von der Richterin angenommene Todesdrohung wäre zwei Jahre Gefängnis gewesen.

Der 44-jährige Angeklagte bestritt den Tatvorwurf: Sie habe ihn missverstanden. Die Strafrichterin glaubte aber seiner Ex-Gattin.

Zwei Tage vor der telefonischen Drohung hatte in Hohenems ein 38-jähriger Familienvater seine beiden Töchter im Alter von vier und sieben Jahren und danach seine 33-jährige Gattin erstochen. Daraufhin hat der Österreicher mit türkischen Wurzeln Selbstmord begangen.

Bewährungshilfe. Der türkischstämmige Angeklagte im gestrigen Strafprozess muss seiner ehemaligen Ehefrau als Teilschmerzengeld 500 Euro bezahlen. Zudem hat er Bewährungshilfe in Anspruch zu nehmen und die freiwillig begonnene Gewalttherapie fortzusetzen. Der Beschuldigte befand sich eineinhalb Tage lang in Verwahrungshaft bei der Polizei, wurde dann aber nicht in U-Haft genommen.

Freigesprochen wurde der Angeklagte vom zusätzlichen Vorwurf, schon 2015 seiner Ex-Gattin damit gedroht zu haben, sie umzubringen.

Anlass für die von der Richterin verurteilte Drohung vom 18. September war, dass die Frau bei ihrem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung auch den Geschirrspüler mitgenommen hatte.

Seff Dünser

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