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Aus dem Gerichtssaal

Zwei Prozesse gegen den Postkartenräuber

Verhandlung in Feldkirch wegen elf Vorarlberger Banküberfällen, zuvor aber Prozess in Bayern zu drei Überfällen in Deutschland.

Von Seff Dünser

Der sogenannte Postkartenräuber wird von Deutschland nach Österreich ausgeliefert werden. Das teilte gestern auf Anfrage der Feldkircher Staatsanwalt Heinz Rusch mit. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Feldkirch sagte, die Überstellung des mutmaßlichen Serienbankräubers nach Österreich werde aber erst nach dem Abschluss des deutschen Strafverfahrens erfolgen.

Bank- und Postfilialen. Der Beschuldigte werde sich zunächst vor einem Gericht in Deutschland für drei in der Bundesrepublik verübte Bank­überfälle zu verantworten haben, sagte Rusch. Danach werde der 54-jährige Tiroler nach Österreich
gebracht werden. Erst dann werde am Landesgericht Feldkirch der Schöffenprozess wegen der angeklagten Vorarlberger Raubüberfälle durchgeführt. Die Feldkircher Staatsanwältin Konstanze Manhart legt dem Mann aus dem Bezirk Landeck elf Überfälle auf Bank- und Postfilialen in Vorarlberg zur Last.

Seit 2008 soll der Beschuldigte in Vorarlberg und Deutschland insgesamt 14 bewaffnete Raubüberfälle verübt haben. Der Tiroler habe inzwischen ein Geständnis abgelegt, berichteten Polizeisprecher.

Anfang September wurde der Mann nach einem versuchten Banküberfall in Heimenkirch im Landkreis Lindau festgenommen. Seitdem befindet sich der Verhaftete in Bayern in Untersuchungshaft.

Zusatzstrafe. Die Verantwortlichen der deutschen Justizbehörden wollten nicht, dass am Landesgericht Feldkirch auch über die drei deutschen Überfälle verhandelt wird. Die Feldkircher Richter werden daher für den Fall von Schuldsprüchen im österreichischen und deutschen Verfahren bei der Strafbemessung auf das zuerst ergehende deutsche Urteil Bedacht nehmen müssen. Es wird also eine Zusatzstrafe zu verhängen sein. Dabei werden die Feldkircher Schöffenrichter diese Frage beantworten müssen: Um wie viel höher wäre die deutsche Strafe ausgefallen, wenn schon in Deutschland die Vorarlberger Taten mitberücksichtigt worden wären?

Angeklagt werden wird der 54-Jährige in Feldkirch wegen schweren Raubes. Dafür beträgt der Strafrahmen 1 bis 15 Jahre Gefängnis. Für die von ihm bislang zugestandenen Serien­überfälle droht dem Tiroler eine hohe Haftstrafe.

Postkarten verschickt. Der Beschuldigte wird in der medialen Berichterstattung als Postkartenräuber bezeichnet, weil er anfangs nach Überfällen Postkarten verschickt hat, in denen er weitere Raubtaten ankün­digte. Vorarl­berger Ermittler sagen, der Serienräuber habe viel Glück gehabt, dass er neun Jahre lang sein Unwesen treiben konnte.

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