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Aus dem Gerichtssaal

Drei Jahre Gefängnis fürRaub unter Flüchtlingen

Unbedingter Teil der Haftstrafe für einen unbescholtenen 25-Jährigen aus Jemen beträgt ein Jahr.

Das Strafverfahren belegt, dass die 2016 in Kraft getretene Verringerung der Mindeststrafe für schweren Raub von fünf Jahren Haft auf ein Jahr richtig und notwendig war. Der angeklagte 25-Jährige aus Jemen ist Ende September nach Ansicht der Richter in einem Lauteracher Flüchtlingsheim mit seinem Vorhaben gescheitert, einem 30-jährigen Landsmann mit einem Messer Geld zu rauben. Dafür wurde der unbescholtene Untersuchungshäftling gestern am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil ein Jahr.

Noch nicht rechtskräftig. Das wegen versuchten schweren Raubes ergangene Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Andreas Böhler ist nicht rechtskräftig. Der von Thomas Lässer verteidigte Angeklagte nahm die Entscheidung an, Julia Berchtold nahm als Sitzungsvertreterin der Staatsanwaltschaft drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Bei einer Strafdrohung von 1 bis 15 Jahren Gefängnis entspreche die verhängte Sanktion nur einem Fünftel des Möglichen, sagte Richter Böhler in seiner Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe die Chance, bereits nach sechs verbüßten Monaten vorzeitig auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen zu werden.

Der Angeklagte bestritt den Raubvorwurf. Er habe nur seinen liegengelassenen Zimmerschlüssel holen und dem Opfer kein Geld wegnehmen wollen, sagte der Flüchtling. Verteidiger Lässer meinte, sein Mandant sei nur wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung zu verurteilen.

Die Richter glaubten aber dem mutmaßlichen Opfer. Demnach schlug der 25-Jährige Angeklagte die Zimmertür ein, fügte dem 30-Jährigen mit einem Küchenmesser eine leichte Schnittwunde am Hals zu, würgte ihn und drückte ihm zwei Finger in ein Auge. Danach, so der Belastungszeuge vor Gericht, habe der Angeklagte mit dem Messer das Zimmer ohne die erhoffte Geldbeute verlassen.

Seff Dünser

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