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Rezepte, um Fachkräftemangel zu lindern

Bernhard Bereuter und Markus Wallner mit AMS-Vorstand Johannes Kopf (v.l.).

Bernhard Bereuter und Markus Wallner mit AMS-Vorstand Johannes Kopf (v.l.).

68 Millionen Euro werden im Jahr 2018 von Land und AMS für Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung gestellt.

Von Sonja Schlingensiepen

Es riecht nach Holz. Vom Zedernholzwürfel, der für gutes Raumklima sorgen soll, bis hin zum Kinderwagen sind alle möglichen fein gearbeiteten Werkstücke zu bewundern. Mit der Holzwerkstätte des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums in Hohenems hatten Landeshauptmann Markus Wallner, AMS-Vorstand Johannes Kopf und AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter einen besonderen Ort ausgesucht, um die Arbeitsschwerpunkte für das kommende Jahr zu präsentieren. 68 Millionen Euro sind 2018 für gemeinsame Projekte von Land und AMS vorgesehen. „Der Schwerpunkt der Programme wird stark in Richtung Ausbildung und Qualifizierung gehen“, sagte Wallner.

Konkret soll es ein „Auffangnetz“ für junge Männer und Frauen unter 25 Jahren geben. Dafür werden 11,2 Millionen Euro im kommenden Jahr aufgewendet. Weitere 1,8 Millionen Euro werden in Angebote für Geringqualifizierte investiert. „Gerade diejenigen, die keinen oder nur einen Pflichtschulabschluss haben, haben geringe Chancen am Arbeitsmarkt“, erklärte Wallner. In Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung würden die sogenannten „Anlern-Tätigkeiten“ immer weniger, ergänzte der Vorarlberger AMS-Chef.

Nicht zuletzt richtet sich das Augenmerk der Verantwortlichen auf „arbeitsmarktpolitische Problemgruppen“. 12,3 Millionen Euro werden insbesondere für ältere Arbeitnehmer in die Hand genommen. Beispielsweise gibt es entsprechende Förderungen des AMS, die während der Einlernzeit an den Arbeitgeber gezahlt werden.

Trendwende. AMS-Vorstand Johannes Kopf blickte kurz auf die Entwicklung am österreichischen Arbeitsmarkt zurück: „Während in den Jahren 2012 bis 2016 eine steigende Arbeitslosigkeit zu verzeichnen war, lässt sich seit März 2016 von einer Trendwende sprechen.“ Die Prognosen der Wirtschaftsexperten seien gut. Die Zuständigen des Wifo beispielsweise hätten für 2018 ein Wachstum von 2,8 Prozent vorausgesagt. Die Unternehmer würden bereits über Fachkräftemangel klagen. Fachkräfte seien bisher vor allem in Deutschland, Ungarn, Rumänien, Tschechien und Polen rekrutiert worden. „In all diesen Ländern ist die Arbeitslosenquote noch niedriger als in Österreich. Viele Arbeitskräfte werden von dort nicht mehr kommen“, meinte Kopf. Ein Grund mehr, um sich der Qualifizierung und Ausbildung von jungen Menschen zu widmen.

Nicht im Trend. In Vorarlberg sind die Zahlen der Arbeitslosen nicht so stark zurückgegangen wie in den übrigen Bundesländern. „Mit einem Minus von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit nahezu gleich geblieben“, bestätigt Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter. Hauptgrund dafür sei, dass viele Geflüchtete vorgemerkt seien. Im westlichsten Bundesland hat sich die Zahl der unselbstständig Beschäftigten aus Syrien, Afghanistan, Iran, Irak, Somalia sowie der Russischen Föderation von 434 Menschen im Jänner 2015 auf 1380 im September 2017 erhöht. „Das ist mehr als eine Verdreifachung und zeigt, dass sich die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt günstiger und schneller entwickelt als erwartet“, sagte Wallner. Dies hänge natürlich mit den günstigen Wirtschaftsdaten zusammen.

Für das kommende Jahr erwartet Wallner, dass weitere 1000 Flüchtlinge, die sich momentan noch in der Mindestsicherung befinden, arbeitsberechtigt sein werden. „Sind Schwierigkeiten sprachlicher oder kultureller Art überwunden, sind auch hier Menschen mit hohen Qualifikationen zu finden“, meinte Kopf.

<p class="caption">AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter und Landeshauptmann Markus Wallner (v.l.) beim Besuch in der Überbetrieblichen Lehrwerkstätte in Hohenems.  VLK/Micheli (2)</p>

AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter und Landeshauptmann Markus Wallner (v.l.) beim Besuch in der Überbetrieblichen Lehrwerkstätte in Hohenems.  VLK/Micheli (2)

Schwerpunkte

Wesentliche Zielgruppen bei den Investitionen von AMS und Land sind Jugendliche (15 bis 25 Jahre), arbeitsmarktferne Personen sowie Arbeitslose über 45 Jahre.

2018 werden folgende Schwerpunkte gesetzt: Auffangnetz für Jugendliche und junge Menschen unter 25 Jahren (11,2 Millionen Euro), verstärkte Qualifizierungsanstrengungen für Geringqualifizierte (1,8 Millionen Euro) und Angebote für arbeitsmarktpolitische Problemgruppen (12,3 Millionen Euro).

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