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Chirurgie und modernste Technik

Ulli Rein (rechts) hatte 28 Jahre im alten OP-Trakt gearbeitet und den Umzug ins neue Gebäude mitorganisiert.

Ulli Rein (rechts) hatte 28 Jahre im alten OP-Trakt gearbeitet und den Umzug ins neue Gebäude mitorganisiert.

Vor circa hundert Tagen wurden die ersten Säle in der neuen OP-Spange im LKH Feldkirch in Betrieb genommen – ein Rundgang.

Von Rubina Bergauer(Text) Dietmar Mathis (Fotos)

Annemarie Sutterlüti sitzt auf ihrem Krankenbett im LKH Feldkirch. Zahlreiche grüne Linien – mit Filzstift gemalt – sind auf ihrem linken Bein aufgezeichnet. Es ist kurz nach 9 Uhr vormittags, und bald wird sie von ihrem Zimmer in das neue OP-Zentrum verlegt. Ihre Operation steht kurz bevor. Doch aufgeregt ist die 63-Jährige nicht, sondern eher gespannt, wie so eine Venen-OP vonstatten geht. „Ich erhalte keine Vollnarkose und kann daher den Ablauf mitverfolgen. Da ich selber in der Pflege gearbeitet habe, interessiert mich das sehr“, erzählt sie. Insgesamt wird Sutterlüti gut 24 Stunden im Krankenhaus verbringen, bevor sie wieder nach Hause entlassen wird. Für die Dornbirnerin ist es der erste Aufenthalt im Landeskrankenhaus Feldkirch operiert wird sie von Primar Wolfgang Hofmann, dem Leiter der Gefäßchirurgie. Dafür wird die Patientin in ihrem Bett zunächst in den Umbettraum gefahren. Hier wird Sutterlüti auf einen OP-Tisch umgebettet, von dort geht es dann direkt in einen der Operationssäle. Ruhig ist es in den langen Gängen der OP-Spange. Grün gekleidete Gestalten wechseln zwischen den Räumen hin und her, kümmern sich um Patienten, überprüfen Monitore oder bereiten sich auf anstehende Operationen vor. Im Fall von Annemarie Sutterlüti werden mithilfe eines Lasers die geweiteten Venen während des Eingriffs sozusagen zugeschweißt, berichtet Wolfgang Hofmann. „Werden Krampf­adern nicht behandelt, dann ist das nicht nur schmerzhaft, sondern kann im schlimmsten Fall auch zu offenen Beinen führen“, erläutert der Mediziner. Eine knappe Stunde wird die Operation dauern.

Seit rund 100 Tagen sind die ersten Räumlichkeiten des neuen OP-und Intensivzentrums inklusive dem in Vorarlberg einzigartigen Hybrid-OP nun in Betrieb. Bis Ende 2018 soll der Bau des OP-Zentrums vollständig abgeschlossen sein. Dann stehen zwölf neue OP-Säle für die verschiedenen Disziplinen – angefangen von der Gefäßchirurgie bis hin zur Unfallchirurgie – bereit. Unter anderem wurden auch die Kapazitäten an Intensivbetten um zehn Plätze erweitert.

Gut geplant. Die Übersiedlung von den bisher genutzten Räumlichkeiten in die neuen OP-Säle erfolgt in Teilschritten. Hierfür braucht es einen Plan und vor allem gute Organisation, wie Ulli Rein, die leitende OP-Schwester weiß. „Zwei Monate haben wir alles vorbereitet und genau überlegt, wo was hinkommt. Alle Mitarbeiter waren sehr engagiert, und das Ganze ging schließlich in wenigen Stunden über die Bühne“, sagt Rein. Sie selbst sei dem Umzug zunächst skeptisch gegenübergestanden. Schließlich hatte sie 28 Jahre im alten OP-Trakt des Krankenhauses gearbeitet. „Das war mein zweites Zuhause.“ Die Gänge im neuen Trakt sind deutlich länger. „Das muss zeitlich einge­plant werden.“ Doch vom Neubau ist Rein mittlerweile überzeugt. „Die Arbeitsatmosphäre hat sich nochmals verbessert. Die neuen Räumlichkeiten sind hell und freundlich, die Ausstattung ist moderner, was das Arbeiten erleichtert.“ Als Beispiel nennt sie die hochauflösenden Monitore. „Man hat immer einen Überblick, was der Chirurg gerade macht. Das ist besonders für Lernende ein großer Vorteil.“

Stets im Bilde. Das sieht auch Primar Hofmann so. Dadurch, dass die Operation auf mehrere große Bildschirme übertragen wird, haben alle Beteiligten das Geschehen am OP-Tisch stets im Blick. Zudem können die Bilder auch von einem Saal in den anderen überspielt werden, um beispielsweise die Meinungen anderer Ärzte einzuholen. „Wir sind hier definitiv am aktuellsten Stand der Technik.“ Besonders hebt er die Vorteile des Hybrid-OP hervor. „Hybrid“ ist der Saal deshalb, weil dieser den Ärzten während des gesamten Eingriffs erlaubt, Schnittbilder des Körper­inneren zu erstellen. „So kann parallel zur Operation kontrolliert werden, ob beispielsweise Blutungen entstehen oder Implantate richtig sitzen“, erklärt Hofmann. Diese Kontrolle geschieht mittels eines sich um den Patienten bewegenden Geräts – eines Rotationsangiografen. Vielleicht nicht ausschlaggebend für einen OP-Saal, aber dennoch ein toller Bonus ist der schöne Ausblick, aus den Fens­tern auf die Berge rund um die Montfortstadt. „Das alles trägt zum Gesamtflair bei. Ich denke, dass alle Kollegen gerne hier arbeiten“, berichtet Notarzt und Narkose-Verantwortlicher Chris­tian Walleczek. Jetzt sei auch noch Gelegenheit, wichtige Erfahrungen im Betriebsablauf zu sammeln, bevor im kommenden Jahr alle zwölf OP-Säle in Betrieb gehen.

<p class="caption">Für Annemarie Sutterlüti aus Dornbirn war es der erste Aufenthalt im LKH Feldkirch.</p>

Für Annemarie Sutterlüti aus Dornbirn war es der erste Aufenthalt im LKH Feldkirch.

<p class="caption">Wolfgang Hofmann (links unten) ist seit 2004 Leiter der Gefäßchirurgie.</p>

Wolfgang Hofmann (links unten) ist seit 2004 Leiter der Gefäßchirurgie.

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