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Ikea: Volksabstimmung gefordert

Gegner der geplanten Ikea-Ansiedlung formierten sich am Freitag beim Kreisverkehr Engel in Lustenau. Paulitsch (3) 

Gegner der geplanten Ikea-Ansiedlung formierten sich am Freitag beim Kreisverkehr Engel in Lustenau.

 Paulitsch (3) 

Musiker Wolfgang Verocai ist Mitglied von „Lebenswertes Lustenau“. Der Ikea-Thematik hat er einen Song gewidmet.

Von Sonja Schlingensiepen

Wir hatten eigentlich auf die Raumplaner gehofft, aber sie haben inzwischen grünes Licht für die Ikea-Ansiedlung gegeben“, sagt Melly Grabher. Die Lustenauerin, neunfache Großmutter, hat sich der Bürgerinitiative „Lebenswertes Lustenau“ angeschlossen. Eine Bewegung, deren Mitglieder sich gegen die Ansiedlung des schwedischen Möbelriesen einsetzen. Deshalb sollen nun auch Unterschriften für eine Volksabstimmung in der Marktgemeinde gesammelt werden. 1800 Unterstützungserklärungen werden hierfür benötigt.

Hohe Verkehrsbelastung. „Das Problem ist, dass mindestens 4500 Autos mehr durch Lustenau fahren. An Spitzentagen könnten es sogar bis zu 10.000 sein“, sagt Melly Grabher. Eine Entlastung durch den neuen Autobahnanschluss wird es aus ihrer Sicht nicht geben. „Ich rechne mit sehr vielen Kunden aus der Schweiz“, sagt sie. Denn bereits jetzt gebe es viele Nachbarn, die wegen des günstigen Eurokurses zum Einkaufen in die Marktgemeinde fahren.

Gegen Ikea hat die Lustenauerin nichts. „Ich war selbst schon dort einkaufen. Aber es ist kein Geschäft, das täglich aufgesucht werden muss.“ Und noch etwas ist der Sprecherin der Initiative ein Dorn im Auge: „Es wird kolportiert, dass das Unternehmen nur 70.000 Euro Kommunalsteuer im Jahr zahlen wird. Das ist doch ein Hohn“, meint sie.

Auch Simone Grabher, Leiterin einer Kinderbetreuungseinrichtung, Internist Simon Zünd, Servicetechniker Martin Hollenstein und der Musiker Wolfgang Verocai haben sich der überparteilichen Initiative angeschlossen und sprechen über ihre Beweggründe.

Martin Hollenstein etwa verweist auf die früheren Pläne des Konzerns, sich in Wolfurt anzusiedeln. „Das wurde vor einigen Jahren seitens der Gemeindevertretung abgelehnt“, berichtet er. Am geplanten Standort habe inzwischen die Firma Haberkorn ihren Stammsitz ausgebaut. „Es wurden 400 Arbeitsplätze geschaffen, es werden Lehrlinge ausgebildet, und das Unternehmen zieht wesentlich weniger Verkehr an, als dies mit Ikea in Lustenau der Fall sein wird“, resümiert er. Die Entscheidung der Wolfurter sei sehr weitsichtig gewesen.

Mit den Prognosen in Sachen Verkehr hat sich auch der Mediziner Simon Zünd beschäftigt. Als Internist habe er tagtäglich mit Menschen zu tun, die unter den jetzt schon unzumutbaren Bedingungen in der Marktgemeinde leiden würden. „Aus medizinischer Sicht gibt es keinen Grund, weshalb die Firma ihren Sitz in Lustenau haben sollte“, sagt er. Niemand könne sich an Lärm gewöhnen. Im Gegenteil. Langfristig würden die Menschen gesundheitliche Schäden davontragen.

Der Internist warnt zudem vor einer höheren Belastung durch Stickstoffdioxid und Feinstaub. „Gerade zwischen dem Zollamt in Lustenau und dem Messepark in Dornbirn sind diese Werte jetzt schon sehr hoch.“

Der wohl prominenteste Sprecher der Bürgerinitiative ist Wolfgang Verocai. „Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben politisch aktiv“, erzählt der Musiker. Fünf Wochen lang habe er sich mit der Ikea-Thematik befasst, aber eben keinen Vorteil für Lustenau gefunden. Sorgen bereitet ihm vor allem das prognostizierte Verkehrsaufkommen. Unter dem Titel „Stau in Lustenau“ hat er sogar einen eigenen Song geschrieben. Der Inhalt: Der Enkel wirft dem Großvater vor, nichts gegen die schlechte Luft getan zu haben.

Nicht nur für das Lied gibt es am Ende Beifall von rund 100 Zuhörern, die den ersten Auftritt der Initiative verfolgt haben. Auch die Aufforderung, Ikea zu verhindern, stößt vielfach auf offene Ohren.

<p class="caption">Simon Zünd, Martin Hollenstein, Wolfgang Verocai, Melly Grabher und Simone Grabher (v.l.) fordern eine Volksabstimmung.</p>

Simon Zünd, Martin Hollenstein, Wolfgang Verocai, Melly Grabher und Simone Grabher (v.l.) fordern eine Volksabstimmung.

<p class="caption">Wolfgang Verocai hat ein eigenes Lied gegen die Ikea-Ansiedlung geschrieben.</p>

Wolfgang Verocai hat ein eigenes Lied gegen die Ikea-Ansiedlung geschrieben.

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