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Investitionen in die Zukunft der Kinder

Bea Bröll, Christian Wild, Walter Schmolly, Buket Borihan (v.l.) und Aysegül Gürel (vorne). Miriam Jaeneke

Bea Bröll, Christian Wild, Walter Schmolly, Buket Borihan (v.l.) und Aysegül Gürel (vorne).
 Miriam Jaeneke

Die Verantwortlichen der Caritas Vorarlberg nutzen die Vorweihnachtszeit, um erneut zu betonen, wie wichtig sozialer Zusammenhalt ist. Ein Beispiel sind die Lerncafés.

Von Miriam Jaeneke

Vorarlberg ist aus Sicht von Elke Kager, bei der Caritas für die Kommunikation zuständig, ein Vorzeigeland hinsichtlich der Freiwilligenarbeit. „Ungefähr die Hälfte der Vorarlberger ist freiwillig tätig.“ Den Caritas-Mitarbeitern gehe es darum, dieses Engagement zu würdigen und vor den Vorhang zu holen, sagte Caritasdirektor Walter Schmolly. Vorweihnachten als eine Zeit der Sehnsucht nach Geborgenheit, dem Miteinander und der Bereitschaft zu helfen, sei ein guter Moment dafür.

Neben dem Würdigen des freiwilligen Engagements ist den Caritas-Verantwortlichen wichtig, auf den Wert des sozialen Zusammenhalts hinzuweisen. Als Beispiel nannte Schmolly die Christkindlaktion und die Aktion „Schenken mit Sinn“. Bei erster Aktion konnten über 600 Kinder, deren Familien auf Unterstützung angewiesen sind, einen Wunsch ans Christkind äußern. Dank vieler Spender werden diese Weihnachtswünsche in Erfüllung gehen.

Die Idee hinter „Schenken mit Sinn“ ist, dass jeder eigentlich alles schon hat und ein Geschenk Freude macht, wenn damit einem Dritten etwas Glück beschert wird. Zum Beispiel einem Bauern in Äthiopien, der eine Ziege finanziert bekommt, oder eine junge Frau im Südsudan, der die Ausbildung zur Lehrerin gezahlt wird.

„Es gibt viele Möglichkeiten, Menschen Gutes zu tun“, sagte Schmolly. Eine davon ist das Engagement für Schüler in den Lerncafés. „Wir sind eine Solidargemeinschaft. Und ich will meinen Teil beitragen“, betonte Christian Wild, der sich im Lerncafé Lauterach engagiert. Er erzählte, dass er sich in den Schullernstoff erst wieder einfinden musste. Dass er es genießt, das Vertrauen der Mädchen und Buben zu gewinnen und sie auch dadurch zu fördern, dass er an sie glaubt. „Es ist toll zu sehen, wie leicht den jungen Menschen das Lernen dann fällt.“

Mehrwert. Buket Borihan, die Koordinatorin des Lerncafés Rankweil, beschrieb den Mehrwert für die Schüler, der über das formelle Lernen hinausgeht. Die kleinen Gruppen ermöglichten ein Lernen in vertrauensvoller Atmosphäre. Die Lebenswelt des Gegenübers könne kennengelernt werden. „Das Kind erfährt, dass sich jemand nur für es Zeit nimmt, es fühlt sich gesehen und wertgeschätzt“, sagte Borihan. Die Freiwilligen seien zwischen 16 und 78 Jahre alt und höchst unterschiedlich, so dass für jeden Schüler der passende Unterstützer gefunden werden könne. Nicht selten bekämen die Lerncafébetreiber und Freiwilligen die Rückmeldung aus dem Elternhaus, dass die Kinder selbstbewusster würden. Aus der Schule, dass sie sich reger am Unterricht beteiligten, nach dem Motto: „Sie haben was zu sagen.“ Und von den Kindern selbst eine Nachricht über Whatsapp nach einer Mathearbeit, für die sie eine gute Note erhalten hätten. Oder eine Karte, auf der stehe: „Das Lerncafé ist wie ein Sonnenschein, der auf dich strahlt, wenn du Hilfe brauchst.“

Gekommen ist auch Ay­segül Gürel, Mutter eines Mädchens, das seit ungefähr zwei Jahren das Lerncafé in Dornbirn besucht. „Meine Tochter geht in die erste Klasse der Mittelschule. Sie hat ihre Unsicherheit abgelegt. Früher hat sie bei den Hausaufgaben gewartet, bis ich nach Hause kam. Erst wenn ich gesagt habe, dass alles in Ordnung ist, hat sie ins Reine geschrieben.“ Ihre Noten seien so weit gut, das Lernen mache ihr Spaß. „Im Augenblick hat sie ein neues Ziel: Sie will Kindergartenpädagogin werden“, sagte die Mutter.

Lernen lernen. Bea Bröll, Koordinatorin des Lerncafés Dornbirn, erklärt das Prozedere: Die Schüler sind zwischen 8 und 15 Jahre alt. Das Ziel ist, dass sie das Lernen lernen und selbstständiger werden, bis der Freiwillige nur noch kontrollieren und Fragen beantworten muss. „Dabei nehmen wir auf die Lerntypen Rücksicht mit Abwechslung in den Methoden“, sagte Bröll.

Schmolly zitierte aus einer Studie der Arbeiterkammer, nach der die Eltern eines Nachhilfeschülers durchschnittlich 690 Euro pro Jahr dafür ausgeben. „Für Kinder aus Familien, die diese Ressourcen nicht haben, sind die Lerncafés eine Chance.“

„Es gibt sehr viele Möglichkeiten, anderen Menschen etwas Gutes zu tun, etwa die Lerncafés.“

Walter Schmolly, Caritas
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