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Wackeliger Grund setzt Neubau voraus

Der park­ähnliche Charakter des Quartiers soll nicht nur erhalten, sondern zeitgemäß verbessert werden. Vogewosi

Der park­ähnliche Charakter des Quartiers soll nicht nur erhalten, sondern zeitgemäß verbessert werden. Vogewosi

Schiefstellung der Vogewosi-Wohnanlage Feldmoos in Bregenz kann nicht behoben werden. Objekte werden abgetragen und neu aufgebaut.

Ungünstige Bodenverhältnisse führen dazu, dass im Bregenzer Stadtteil Weidach die Vogewosi-Wohnanlage Feldmoos nicht saniert, sondern zum größten Teil komplett neu gebaut wird. Das Konzept zum Projekt wurde am Dienstag von den Verantwortlichen präsentiert. Rund 20 Millionen Euro werden in das Vorhaben fließen, welches einige Herausforderungen mit sich bringt.

Die bestehenden Gebäude wurden in den frühen 1960er-Jahren errichtet – allerdings auf katastrophalen Bodenverhältnissen und ohne Pilotierung. „Der Untergrund war vor vielen tausend Jahren ein See“, erläutert Bürgermeister Markus Linhart die Gegebenheiten. Das führte dazu, dass die Bauwerke über die Jahre abgesunken und in Schieflage geraten sind. Ein Prozess, der laut Experten unaufhaltsam fortschreiten würde. „Türen, die zu sein sollten, fallen auf und umgekehrt“, beschreibt Markus Linhart die jetzigen Verhältnisse in den Wohnungen.

Dinge wie Wärmedämmung, Energieeffizienz, Lift oder Barrierefreiheit ließen sich nachrüs­ten. Eine Pilotierung zur Stabilisierung der Gebäude jedoch nicht. „Aus geotechnischer Sicht wird daher von einer Sanierung abgeraten. Stattdessen wird die Wohnanlage neu gebaut – mit einer Pfahlgründung bis in tragfähigere Bodenschichten in einer Tiefe von 30 bis 40 Metern“, informiert Alexander Pixner, Leiter der technischen Abteilung der Vogewosi.

Mehr Wohnungen. Insgesamt werden sechs Häuser mit 98 Wohnungen, 135 Stellplätze in zwei Tiefgaragen und eine Kinderbetreuungseinrichtung entstehen. Das sind 29 zusätzliche Wohneinheiten. Aus acht Baukörpern werden sechs, diese dafür flächenmäßig größer und nicht höher als dreigeschossig. „Damit wird eine sanfte Verdichtung erreicht“, verkündet Architekt Helmut Kuëss. Gesetzt wird auf einen Größenmix. Die Hälfte sind Zweizimmerwohnungen, ein Drittel Dreizimmerwohnungen und der Rest Vier- und Fünfzimmerwohnungen.

Allerdings birgt das Bauprojekt, wie anfangs erwähnt, so einige Herausforderungen: zum einen den Umzug der Mieter. Die Verantwortlichen haben dazu ein Lösungskonzept erarbeitet. Frühester Baubeginn ist im Herbst 2018. Dann soll nach aktuellen Planungen das erste Wohnhaus errichtet werden. Und zwar dort, wo sich momentan Parkmöglichkeiten befinden. Ist der Bau – 2020 – abgeschlossen, können die ersten Bewohner in das neue Haus umziehen. Dann wird das leerstehende Gebäude abgetragen und so weiter. Die Mieter ziehen also aus den alten direkt in die neuen vier Wände.

„Wir führen bereits seit Monaten Gespräche. Für jeden soll eine passende Lösung gefunden werden“, berichtet Pixner. Denn nicht alle möchten auch künftig in der Siedlung leben. Aus verschiedenen Gründen. Ein Drittel aller Mieter ist bereits in neue Wohnungen umgezogen. Bei der Suche sind die Verantwortlichen der Vogewosi behilflich. Grundsätzlich können aber alle bestehenden Mietverhältnisse auf die Neubauwohnungen übertragen werden. Das Entgelt wird dann entsprechend angepasst. Wer möchte, kann also bleiben.

Keine Zustimmung. Drei der bestehenden Gebäude bleiben unberührt. Denn dort befinden sich neben Mietobjekten der Vogewosi auch einige private Eigentumswohnungen. Mit den Bewohnern konnte laut Verantwortlichen kein Konsens gefunden werden. Für eine Erneuerung der Häuser braucht es aber die Zustimmung aller. „Allerdings sind dort die Bodenverhältnisse nicht ganz so dramatisch“, ergänzt Stadtbaumeister Bernhard Fink. Die Baukörper werden jedoch ins Gesamtkonzept integriert. Es wird gemeinschaftliche Nutzflächen geben. Und auch ein Szenario, falls sich die Eigentümer doch noch umentscheiden sollten, wurde bereits entwickelt.

Eine weitere Herausforderung ist die langwierige Bauzeit, bis das Projekt Feldmoos komplett abgeschlossen ist. Das dürfte eine regelrechte Härteprobe für die Anrainer werden. Geplant sind drei Bauetappen zu je zwei Jahren. „Das sind sechs Jahre Umtrieb, wo sonst Ruhe herrscht“, gibt der Bregenzer Bürgermeister zu bedenken. Er fordert eine erneute Überprüfung der Planung, um gegebenenfalls die Arbeiten zu beschleunigen und damit die Bauphase zu verkürzen.

„Die Belastungsintensität wird auf ein Minimum reduziert. Wir sind um eine möglichst kurze Baudauer bemüht“, versicherte Architekt Kuëss. Diesbezüglich stehen nochmals penible Planungen an. Mit der Einreichung der Pläne bei der Baubehörde der Stadt Bregenz wird jetzt das Bauverfahren gestartet.

 Danielle Biedebach

<p class="caption">Alexander Pixner, Leiter der technischen Abteilung Vogewosi, Architekt Helmut Kuëss sowie Bürgermeister Markus Linhart.  Dietmar Mahtis</p>

Alexander Pixner, Leiter der technischen Abteilung Vogewosi, Architekt Helmut Kuëss sowie Bürgermeister Markus Linhart.  Dietmar Mahtis

Zahlen, Daten, Fakten

Anzahl Wohnungen 

Bestand: 87 Neu: 116

Anzahl Garagenplätze 

Bestand: 21 Neu: 135 (Tiefgarage)

Anzahl offene Parkplätze 

Bestand: 40 Neu: 29

Fahrradabstellflächen 

Bestand: keine Neu: 480 Quadratmeter

Baunutzungszahl 

Bestand: 31 Neu: 48

Betriebskosten

9,90 Euro pro Quadratmeter inkl. Nebenkosten

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