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reuthe

Eine ganze Wohnung ohne Abfallprodukte

Wie Schubladen wurden die Holzmodule in das Forschungsgebäude geschoben.  Empa

Wie Schubladen wurden die Holzmodule in das Forschungsgebäude geschoben.  Empa

Die Bregenzerwälder Zimmerei Kaufmann baut Wohnmodule für ein Schweizer Forschungsprojekt.

Hundert Prozent kreislaufgerechte Wohnmodule hat die Zimmerei und Tischlerei Kaufmann in Reuthe für ein Forschungsprojekt der Schweizer Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in Dübendorf (ZH) gebaut hat. Das teilte das Unternehmen in einer Aussendung mit.

Mittels zwei Mobilkränen wurden die sieben schlüsselfertigen und bis zu acht Tonnen schweren Holzmodule nun wie Schubladen in das „Nest“, das neue Forschungs- und Innovationsgebäude der Empa geschoben. Neben dieser Präzisionsarbeit war die große Herausforderung, dass alle zur Herstellung benötigten Ressourcen vollständig wiederverwendbar, wiederverwertbar oder kompostierbar sein mussten, teilte die Zimmerei mit.

In nur zehn Wochen sind in Reuthe in der Produktionshalle die sieben Holzmodule für die Unit „Urban Mining & Recyc­ling“ entstanden. Der Entwurf von Werner Sobek mit Dirk E. Hebel und Felix Heisel soll aufzeigen, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen mit einer ansprech­enden Architektur kombiniert werden kann. Die Module wurden mit Holzböden, Wänden, Fenstern und den gesamten Elektro- und Sanitärinstallatio­nen in Reuthe schlüsselfertig vorgefertigt. Die Konstruktion sowie große Teile der Fassade bestehen aus unbehandeltem Fichtenholz.

Für den projektverantwortlichen Matthias Kaufmann, Geschäftsführer der Zimmerei Kaufmann, war das Projekt eine neue Grenzerfahrung im Umgang mit recycelbaren Materialien: „Unsere große Her­ausforderung war, dass wir auf alle Klebeverbindungen und Beschichtungen verzichten mussten. Wir durften nur Steck- und Schraubverbindungen verwenden, die wieder gelöst werden können. Alle verwendeten Materialien wurden so eingesetzt, dass sie wieder zerlegt und sortenrein wiederverwertet beziehungsweise rein biologisch kompostiert werden können. Gefordert waren wir vor allem bei der Konstruktion der großen Schiebefenster. Hierbei wurden die Glasscheiben mit einer neuartigen Konstruktionsmethode in die Holzrahmen geklemmt.“

Im Innenbereich wurde mit verschiedenen Materialien gearbeitet. Die einzige Vorgabe war, dass sie sortenrein und rückstandsfrei in ihre jeweiligen Stoffkreisläufe zurückgeführt werden können. In der Wohnung werden ab Februar zwei Studenten leben. Geplant ist, dass das Forschungsprojekt vorerst fünf Jahre genutzt und danach zerlegt und wiederverwendet beziehungsweise recycelt wird.

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