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Mellau

Harte Bandagen inStreit um Kanisfluh

Primar Reinhard Haller sorgte mit umstrittenen Aussagen zu geplantem Kiesabbau-Projekt der Gebrüder Rüf für Aufsehen.

Bereits seit Anfang des Jahres waren in der Debatte um einen möglichen Steinbruch an der Kanisfluh die Wogen hochgegangen. Die Verantwortlichen des Transportunternehmens Rüf aus Au hatten das Vorhaben geäußert, am Nordfuß des Berges über 30 Jahre hinweg rund 800.000 Kubikmeter Kies und Felsgestein abzubauen.

Ende Juli fand die darauffolgende Diskussion einen (wohl vorläufigen) Höhepunkt. Mitglieder des Alpenschutzvereins, des Alpenvereins und des Naturschutzbundes sowie der Bürgerinitiative „Üsa Kanis“ entzündeten zunächst Mahnfeuer, um gegen den Steinbruch zu protestieren. Wenige Tage später wurde vor der Eröffnung einer entsprechenden Kunstausstellung in Mellau erneut die Bedeutung der Kanisfluh betont.

Belastungen. Sollte das Projekt des Transportunternehmens umgesetzt werden, würden gerade die Bewohner des Schnepfauer Ortsteiles Hirschau, aber auch Radfahrer und Spaziergänger durch Lärm, Staub und zusätzlichen Verkehr belastet, hieß es. Zudem müssten die Vielfalt an Pflanzen sowie die seltenen Vogel- und Schmetterlingsarten an der Kanisfluh geschützt werden. „Es darf nicht geschehen, dass ein weiteres Naturjuwel zu Geld gemacht wird“, befand Hildegard Breiner, Vertreterin von Naturschutzbund, Alpenschutzverein und Alpenverein.

Umstrittene Vergleiche. Schärfere Worte fand indes Primar Reinhard Haller. Als „Schändungsprojekt“ bezeichnete er den Bau eines Steinbruchs an der Kanisfluh und verwies unter anderem auf die unbewusste psychische Bedeutsamkeit des Berges für die Menschen in der Region. „Als Gerichtspsychiater muss ich sagen, dass allein der Gedanke, an dieser Stelle einen Kiesabbau zu planen, strafbar erscheint“, ließ Haller wissen. Gar Vergleiche zu Zerstörungen durch Taliban und IS zog der gebürtige Mellauer.

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Es ist schade und beschämend, auf welchem Niveau wir von Prof. Haller angegriffen werden“, teilten die Verantwortlichen von Gebrüder Rüf mit. In einer Aussendung riefen sie zu mehr Sachlichkeit auf und stellten klar, dass die Vergleiche mit terroristischen Gruppen „äußerst geschmacklos und aus jedem Zusammenhang gerissen“ seien. Kritik an Primar Hallers Äußerungen gab es auch vonseiten der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

Dem Widerstand der Projekt-Gegner tat dies allerdings keinen Abbruch. Im August sprachen sich die Grünen und die Mitglieder des Umweltschutzbeirats gegen einen Steinbruch am Fuße der Kanisfluh aus. Vertreter von Naturschutzorganisationen sowie Naturschutzanwältin Kathi Lins forderten Anfang Oktober die Landesregierung auf, den gesamten Berg als Naturschutzgebiet auszuweisen.

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