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Aus dem Gerichtssaal

Schutzwald gefährdet:Wildfütterung verboten

Fütterung von Schalenwild in Jagdrevier im Bezirk Bludenz untersagt: BH-Bescheid wurde auch am Verwaltungsgerichtshof bestätigt.

Von Seff Dünser

Im Spannungsfeld der zuweilen unterschiedlichen Interessen zwischen Wild, Wald und Mensch haben Beamte und Richter für die Menschen entschieden. Deswegen wurde in weiten Teilen eines Jagdreviers im Bezirk Bludenz jede Art von Schalenwildfütterung seit 1. September 2015 verboten. Damit sollen weitere Schäden durch Wildverbiss in einem Wald vermieden werden, der Teile eines Dorfes vor Naturkatastrophen schützt.

Dazu wurde im August 2015 vom zuständigen Sachbearbeiter der Bludenzer Bezirkshauptmannschaft (BH) ein Bescheid erlassen. Die BH-Entscheidung wurde zuerst am Landesverwaltungsgericht bestätigt und inzwischen auch am Verwaltungsgerichtshof. Die Wiener Höchstrichter haben die außerordentliche Revision gegen das Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichts als unbegründet abgewiesen.

Das Verbot der Wildfütterung stützt sich auf den Paragrafen 43 des Vorarlberger Jagdgesetzes: „Soweit es zur Vermeidung untragbarer Schäden während der Zeit der Vegetationsruhe und des Vegetationsbeginns erforderlich ist, muss das Rotwild gefüttert werden. Anderes Wild darf in diesem Umfang gefüttert werden. Die Behörde hat die Wildfütterung zu untersagen, soweit diese Voraussetzungen nicht gegeben sind.“

Wildverbiss an Jungpflanzen hat nach Ansicht der Richter zu untragbaren Schäden am Schutzwald geführt. Dadurch sei der Schutzwald gefährdet, der ein Siedlungsgebiet vor Lawinen, Erdrutschen und Steinschlag bewahren soll. Dass bereits untragbare Waldschäden entstanden sind, hat der für das Verwaltungsverfahren zu Rate gezogene forsttechnische Sachverständige des Amtes der Landesregierung festgestellt. Insbesondere im Bereich eines Futterplatzes seien die Verbissschäden gravierend, meint der Amtssachverständige. Der Gutachter sprach von waldgefährdenden Wildschäden.

Der Jagdherr hat das Wildfütterungsverbot erfolglos bekämpft. Der Revisionswerber verwies vergeblich auf ein Privatgutachten, das in dem Jagdrevier keine untragbaren Waldschäden durch Wildverbiss festgestellt hat. Nicht durchgedrungen sind die Anwälte der Dornbirner Kanzlei Sutterlüty Klagian Brändle Gisinger auch mit ihrem Argument, der Amtssachverständige sei befangen. Denn der Gutachter sei ebenso ein Landesbediensteter wie der zuständige BH-Sachbearbeiter. Dazu verwiesen die Wiener Höchstrichter auch darauf, dass der Gutachter unter Wahrheitspflicht stehe und es bei Verstößen strafrechtliche Sanktionen gebe.

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