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Vollmundig durch die Fastenzeit

Jessica Lerchenmüller liebt Vollmundiges.Klaus Hartinger 

Jessica Lerchenmüller liebt Vollmundiges.

Klaus Hartinger 

Interview. Fasten muss nicht unbedingt Verzicht auf alles Gute bedeuten. Foodbloggerin Jessica Lerchenmüller (25) präsentiert ­„vollmundige“ ­Fastenküche.

Von Mirjam Mayer

Vielen Menschen bedeutet Fasten vor allem Verzicht, wie sehen Sie das?

Jessica Lerchenmüller: Das ist der falsche Ansatz. Man kann nicht nur verzichten, man muss ersetzen. Dabei muss nicht radikal vorgegangen werden. Wer versucht, mehr zu Fuß zu gehen, der nimmt ja auch hin und wieder das Auto. Eine Umstellung sollte zudem von einem selbst kommen und nicht, weil dies von außen, etwa durch die Gesellschaft oder Social Media, beeinflusst wird. Wer diesen Grundsatz einmal verstanden hat, wird lockerer, das Fasten an sich bereitet dann mehr Freude. Eine Routine bricht sich leider nicht so leicht. Es ist völlig okay, mit kleinen Schritten zu starten und zum Beispiel das Marmeladebrot durch ein sättigendes Müsli oder Porridge zu ersetzen. Veränderung braucht Zeit und funktioniert nicht von heute auf morgen. Alte Gewohnheiten lassen sich leichter ablegen, wenn eine Alternative gefunden ist. In dem Zusammenhang ist es wichtig, auf den eigenen Körper zu hören und dessen Signale nicht zu ignorieren.

Wie kann die gesunde Küche im Alltag umgesetzt werden? Haben Sie Tipps für jemanden, der sich nach der Fastenzeit weiter gesund ernähren will?

Lerchenmüller: Ein gekauftes Fruchtjoghurt lässt sich beispielsweise durch ein Naturjoghurt mit Beeren ersetzen. Mit etwas Honig oder ein paar klein geschnittenen Datteln kann verfeinert und gesüßt werden. Immer wenn eine Zutat oder ein Gericht ausgetauscht wird, sollte darauf geachtet werden, nährstoffreichere Lebensmittel zu verwenden. Es kann auch mehr Gemüse in den Speiseplan eingebaut und darauf geschaut werden, dass selber gekocht wird.

Auf was achtet eigentlich eine Foodbloggerin besonders in der Fastenzeit?

Lerchenmüller: Vollmundig ist meine Lebensphilosophie. Ich vermisse nichts, natürlich greife ich manchmal zu einem Stück Schokolade, das ist völlig normal. Ich faste nicht, will mir lieber etwas gönnen: mich zum Beispiel auch in der Mittagspause bewegen, auf andere Gedanken kommen. Einfach mal ein Loch im Kalender lassen. Mir Zeit für mich nehmen und machen, auf was ich Lust habe. Dinge, die mir wohltun, quasi „Wellness für zehn Minuten am Tag“.

Sie sind schon seit Jahren als Foodbloggerin aktiv, da haben sich sicher viele Rezepte angesammelt. Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Lerchenmüller: Ein Rezept, dass ich fast jede Woche zubereite, ist Bananenbrot. Ich mag das sehr gerne, darum mache ich es auch während der Fastenzeit. Da ich das ganze Jahr über auf bewusste Ernährung achte, passt das Gericht ohne Abänderungen in die Fasten-Küche. Ich nehme Bananenbrot beispielsweise gerne als Snack beim Sport, bei längeren Rennradtouren oder auf Wanderungen mit.

Sie achten bewusst auf Ihre Ernährung. Wie sieht Ihre „gesunde Küche“ aus?

Lerchenmüller: Ich verwende zum Beispiel keinen raffinierten Zucker oder Weizenmehl, Letzteres kann durch vollwertige Mehle wie etwa Dinkelvollkorn- oder Buchweizenmehl ersetzt werden. Zudem baue ich mehr Obst und Gemüse in meinen Speiseplan ein, koche und backe sehr viel – wie etwa Knuspermüsli –, anstatt es zu kaufen. Das bereitet mir Freude und hat entschleunigende Wirkung auf mich. Bei Selbstgemachtem weiß ich zudem, was drin ist, woher es kommt. Es ist ein gutes Gefühl, wenn etwas Selbstgemachtes auf dem Teller liegt.

Wie kann „leichter“ gekocht werden? Kann auch aus einem deftigen Hackbraten mit Gemüse und Kartoffeln ein „leichtes“ Rezept werden?

Lerchenmüller: Statt Hackbraten könnte etwa eine Hack-Pfanne zubereitet werden. Dazu wird das Fleisch mit etwas Gemüse angebraten und mit frischen Gewürzen abgeschmeckt. Die Kartoffeln werden im Ofen schön knusprig gebacken. Manchmal reichen sogar ein paar kleinere Veränderungen. Zuerst aber muss jeder für sich herausfinden, ob er oder sie überhaupt auf etwas verzichten will. Wenn ja: Fühlt er/sie sich dadurch auch besser? Es kann nicht komplett auf etwas verzichtet werden, Alternativen müssen her. Statt herkömmlicher Chips können auch Grünkohl- oder Apfelchips gegessen werden. Es ist wichtig, Schritt für Schritt neue Sachen zu suchen. Mit der richtigen Motivation in der Fas­tenzeit gelingt dann eine langfris­tige Umstellung.

<p class="caption">Bananenpancakes mit Beeren Jessica Lerchenmüller</p>

Bananenpancakes mit Beeren Jessica Lerchenmüller

Zur Person

Jessica „Jess“ Lerchenmüller

„Jess“ ist seit Oktober 2015 als Foodbloggerin aktiv. 2013 entdeckte die Dornbirnerin während eines Auslandssemesters ihre Liebe zum Kochen. Sie lässt sich von Natur und Reisen inspirieren und teilt ihre Eindrücke auf ihrem Blog. Mehr Rezepte und Informationen finden Sie auf www.vollmundig.org.

Polenta-Ecken

Zutaten für ein Blech:

3 Knoblauchzehen, eine Handvoll Basilikum, 1 Liter Wasser, ½ TL Salz, 200 g Polenta (Maisgrieß), 25 g Butter, 100 ml Sahne, 1 TL Honig, sonstige Zutaten: etwas Öl zum Braten

Zubereitung:

Backblech mit Backpapier auslegen. Knoblauch schälen und feinhacken. Basilikum waschen, trockenschütteln und zerpflücken.

Für mehr Aroma: Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und den gehackten Knoblauch anschwitzen. Wasser und Salz in einem Topf zum Kochen bringen und Polenta einrühren. Bei geringer Hitze und unter ständigem Rühren 10 Minuten köcheln lassen. Anschließend Butter, Sahne, Honig und Knoblauch einrühren. Hitze nahezu vollständig reduzieren und weitere 10 Minuten köcheln lassen. Bevor der Topf vom Herd genommen wird, den Basilikum einrühren. Polenta auf das Backblech geben, gleichmäßig verteilen und glattstreichen. Anschließend für etwa 20 Minuten auskühlen und fest werden lassen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den kalten Polenta-Kuchen mit einem scharfen Messer in gleich große Ecken schneiden und bei selber Temperatur 20–30 Minuten knusprig backen.

Spicy Kürbis – Birnen-Suppe mit Knoblauch

Zutaten für 2 Portionen:

Für die Suppe: 1 Hokkaido-Kürbis (ca. 500 g), 1 reife Birne, 3–4 Knoblauchzehen, Saft einer Zitrone, frischer Rosmarin, 1 TL Chiliflocken, 1 Prise Salz, 1 TL Honig

Für das Topping: Kürbiskerne gehackt, Chiliflocken, frischer Rosmarin, Kürbiskernöl, optional: Sahne oder Frischkäse

Zubereitung:

Den Backofen auf 200°C vorheizen. Den Kürbis schälen, entkernen und achteln. Die Kürbisspalten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und für etwa 20 Minuten bei Ober- und Unterhitze backen.

Die Birne vierteln, vom Gehäuse befreien und in etwa 1 cm kleine Würfel schneiden. Die Knoblauchzehen schälen und halbieren. Anschließend etwas Öl in einem Kochtopf erhitzen. Die Birnenwürfel und die Knoblauch-Hälften gemeinsam mit etwa 100 ml Wasser 10 Minuten dünsten. Kürbisspalten, Zitronensaft, Rosmarin, Chiliflocken, Salz und Honig gemeinsam mit 400 ml heißem Wasser hinzufügen.

Alle Zutaten zu einer cremigen Suppe pürieren. Vor dem Servieren erneut aufkochen lassen.

Garniert wird die Suppe mit gehackten Kürbiskernen, Chiliflocken, frischem Rosmarin und etwas Kürbiskernöl.

Vorarlberger Riebel-Porridge

Zutaten für 2 Portionen:

Für den Riebel-Porridge: 2 Tassen Wasser, 2 Tassen Milch (Kuh- oder Pflanzenmilch), 1 Prise Salz, 120 g (2 Tassen) gelber Maisgrieß, 1 Prise Bourbon-Vanille, optional: 2 EL Honig, 2 kleine süße Äpfel

Für das Topping: 2 EL Mohn, eine Handvoll Heidelbeeren, etwas Honig, 6 Apfelspalten

Zubereitung:

Wasser und Salz in einem Topf zum Kochen bringen. Maisgrieß einrühren. Nach und nach Milch, Bourbon-Vanille und Honig hinzufügen. Bei geringer Hitze unter ständigem Rühren 10–15 Minuten köcheln lassen. Äpfel waschen, vom Gehäuse befreien und vierteln. Mit einem Hobel in Spalten schneiden und Apfelspalten für das Topping beiseitelegen. Ein Drittel der Spalten in Schüsseln geben und die Hälfte des warmen Maisgrießes darauf verteilen. Die restlichen Apfelspalten daraufgeben und mit Grieß bedecken. Maisgrieß-Porridge mit Apfelspalten, Heidelbeeren, Mohn und Honig garnieren.

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