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Dornbirn

Kampf für den Erhalt der Kinderonkologie

Die Schließung der Kinderonkologie am Krankenhaus Dornbirn bewegt die Gemüter und die politischen Parteien.

Die Kinderkrebsstation am Krankenhaus Dornbirn soll nach dem Ausscheiden des ehemaligen Leiters, des Kinderonkologen Bernd Ausserer, geschlossen werden und die Behandlungen in Innsbruck erfolgen. Dagegen laufen seit Tagen betroffene Eltern und zahlreiche andere Menschen Sturm. Eine Facebook-Gruppe „Volksabstimmung (Gegen die Schließung der Kinder-Onkologie Dornbirn)“ hat mittlerweile Zehntausende Mitglieder. Eine Online-Petition verzeichnete gestern knapp 3000 Unterschriften. Der heftige Protest hat nun auch zu Reaktionen bei den politischen Parteien im Land geführt.

Zentrum. So weist SPÖ-Gesundheitssprecherin und Ärztin Gabi Sprickler-Falschlunger darauf hin, dass nach dem Ausscheiden des Kinderonkologen keine entsprechenden Fachleute mehr zur Verfügung stehen würden, die eine vor allem fachgerechte Behandlung garantieren würden. „Unter diesen Umständen wäre es unverantwortlich, die Behandlung der Kinder dort fortzuführen.“

Laut Sprickler-Falschlunger wäre zu überlegen, ob in Vorarl­berg ein kinderonkologisches Zentrum möglich wäre. Dazu brauche es aber Fakten: „Wie viele Kinder und Jugendliche erkranken in Vorarlberg jährlich an Krebs und wäre es möglich, genügend Kinderonkologen zu finden? Welche Behandlungen können in Vorarlberg wegen der fehlenden Möglichkeiten nicht durchgeführt werden?“ Erst auf dieser Grundlage könne beurteilt werden, ob eine Behandlung im Lande medizinisch vertretbar sei.

Realismus. Von „realistischen Lösungen“ ist vonseiten von ÖVP-Klubobmann Roland Früh­stück die Rede. Eine sofortige vollwertige Nachbesetzung von Dr. Ausserer sei nicht möglich. Nun sei zu klären, welche Behandlungen in Zukunft im Lande möglich seien und wo es die Expertenhilfe von außen brauche. Und: „Wir brauchen auch den medizinischen Blickwinkel, weil er die Basis für eine realistische Neuausrichtung der Kinderonkologie in Vorarl­berg darstellt.“ Grüne-Gesundheitssprecher Christoph Metzler drängt indes auf eine rasche Lösung.

Und die FPÖ stellt den Erhalt der Station in den Mittelpunkt eines Antrags an das Landtagspräsidium. Die Freiheitlichen hätten bereits, als die Pensionierung von Ausserer absehbar war, Bedenken über den Fortbestand der Abteilung vorgebracht, heißt es. Vom Gesundheitsreferenten hätte es damals geheißen, dass auch „nach dem Abgang von Dr. Ausserer keine Änderungen im Bereich der Versorgung krebskranker Kinder in Vorarlberg anstehen würden“. Die Freiheitlichen fordern nun den Beschluss des Landtags, die Landesregierung dazu aufzufordern, alles daran zu setzen, die Station zu erhalten.

Gespräch. Landeshauptmann Markus Wallner betonte im gest­rigen Pressefoyer nach der Regierungssitzung, dass das Wohl der Kinder im Vordergrund stehe. „Wir wollen eine bestmögliche Versorgung und werden klären, welche Behandlungsschritte in Dornbirn und welche in Innsbruck erfolgen können“, sagte er. Am Donnerstag würde ein Experte aus Innsbruck zu einem Gespräch nach Vorarlberg kommen. Zusammen mit ihm, Eltern und dem ehemaligen Chef der Kinderonkologie Dornbirn soll nach einer Lösung gesucht werden.

„Alles Innsbruck zu überlassen, kann nicht die Lösung sein.“ Wallner wollte nicht ausschließen, eine eigene Kinder­onkologie in Vorarlberg aufzubauen. Dies werde aber nicht leicht sein, betonte er.

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