Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

NEUE-serie – Teil 250

Fantastische Wintertour mit Rodelpartie

Die Wildruhezone bei Heimberg und Holzboden. Hertha Glück (2)

Die Wildruhezone bei Heimberg und Holzboden. Hertha Glück (2)

Die Geschichtenerzählerin Hertha Glück begibt sich diesmal ab dem Dorfzentrum Schoppernau hinauf zum Neuhornbachhaus. Nach unten kann mit einem Rodelschlitten gesaust oder gewandert werden.

Direkt bei der Bergkäserei erläutert eine große Panoramatafel die Bergwelt des Wandergebietes Au-Schopper­nau. Mit der linken Abzweigung in Richtung Neuhornbachhaus (violette Wintertafel) gelangt der Wanderer an Bildstöcken, typischen architektonisch interessanten Wälderhäusern vorbei. Von der Anhöhe grüßt die Pfarrkirche Hll. Philippus und Jakobus. Weiter geht es an einer uralten Säge mit Resten von einem Überlauf-Wasserrad vorbei. Rechts haltend durchstreift man die Gassen des Ortsteils Gschwend und lässt langsam die Häuser hinter sich.

Weiter Rückblick. Ein lustiges Bächlein begleitet den Wanderer bis zum leichten Anstieg, der über die Wiese führt und dann vollends im Wald mündet. Somit ist die Talstation der Materialseilbahn Neuhornbachhaus rechter Hand passiert. Am Waldrand offeriert eine Ruhebank mit einem Heiligenbildstock einen weiten Rückblick über die Talsohle der Bregenzerach, eingebettet in hoch aufragende Berge wie linker Hand der Toblermannskopf bis hinaus zur Kanisfluh und gegenüber die Mittagsfluh und der Diedamskopf.

Wichtigster Fluss. Nun wendet sich der Wanderer auf dem rot-weiß-rot gekennzeichneten Weg in einen romantischen Buchen-Fichtenwald. Ganz lange begleitet der Schrecksbach mit Wasserfällen und Hochwasserschutzbauten die Route. Es ist ein Zufluss der Bregenzerach, der an der Ostflanke der Mohnenfluh oberhalb von Schröcken im Lechquellengebirge entspringt. Die Bregenzer Ach (auch Bregenzer Ache oder Bregenzerach) ist ein etwa 67 Kilometer langer Zufluss des Bodensees. Der Fluss entwässert bei einem Einzugsgebiet von rund 830 Quadratkilometern beinahe die gesamte Fläche des Bregenzerwalds und ist mit einer mittleren Wasserführung der wichtigste Fluss im Nordteil Vorarlbergs.

Tief verschneite Brücken, die teilweise nur noch am Geländer zu erkennen sind, lassen den Winterwanderer Wild­bäche trockenen Fußes überqueren. Und doch wachsen schon Bärlapp-Teppiche an sonnigen und geschützten Plätzen unter den Tannen. Noch ist der Weg leicht ansteigend und wird vom Bachrauschen begleitet. Ab dem Maria-Gebetsstein wird es ordentlich steil, so geht es gut eine Stunde dahin.

In leichten Serpentinen wird der Wald von Heimberg und Holzboden durchwandert. Ein Überwinterungsruheraum für Wildtiere. Beunruhigungen im Winter bedeuten für die Wildtiere vielfach kräftezehrende Fluchten und ein Nahrungsdefizit. Auf dies weisen Tafeln an Baumstämmen hin und ermahnen den Wanderer und Wintersportler, auf dem gut planierten Winterweg zu bleiben.

Erst bei der Neuhornbachalpe verflacht sich der Weg und das überwältigende Panorama der Bregenzerwälder Berge und des Lechquellengebirges belohnt die harte Anstrengung. Hier befindet sich der Naturfreund mit den Bergspitzen auf Augenhöhe. Nur noch ein paar flache Schleifen des Winterwanderweges überwunden und das Neuhornbachhaus ist erreicht. Hier zu Füßen des Falzer Kopfs (1968 Meter) und des Kreuzmandl (1974 Meter) lässt sich gut ausruhen.

Variante. Über das Neuhornbachjoch ist dann in einer halben Stunde das Gebiet des Kleinen Walsertals erreicht. Eine Routenvariante wäre noch über die Falzalpe in Richtung Mittelstation Diedamskopf zu wandern, also eineinviertel Stunden ungefähr und dann mit der Bahn hinunterschweben. Oder zu Fuß zurück, natürlich lockt das Abenteuer des Rodelns – zu empfehlen. Zu Fuß, per Rodel oder per Diedamskopf-Gondelbahn – der Ausgangspunkt wird gut erreicht.

Kurzbeschreibung

Besonderes: sehr anspruchsvolle Winterwanderung, atem­beraubendes Panorama.

Anforderung und Gehzeit: In zweieinhalb bis drei Stunden werden knappe 840 Höhenmeter aufwärts unter die Schuhe gelegt, mit dem Rodel hinabgeflitzt oder wieder abwärts gewandert.

Charakter der Wege: planierter Winterwanderweg mit entgegenkommenden Rodlern, Skifahrern, Winterfahrzeugen

Tipp: Vormittags gehen, ansons­ten ist es zu „sulzig“.
Kultur und Natur:
Denkmäler: Pfarrkirche Hl. ­Philippus und Jakobus, ­Pfarrhof Unterdorf 1, Bauernhof Gschwend 65

Anziehen und Mitnehmen: Wanderschuhe mit guter ­Profilsohle, gute Wetterkleidung, Gamaschen, Spikes

Einkehrmöglichkeiten: ­Schoppernau, Neuhornbachhaus, Rodel für die Abfahrt ausleihen

Start und Ende: Bergkäserei im Dorfzentrum Schoppernau

Blumenkunde

Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum): „Lycopodium“ von „Wolfstatze“ (griech. lykos = Wolf und podion = Füßchen) und bezieht sich ebenso wie der Name „Bärlapp“ (althochdeutsch lappe = Tatze) auf die Ähnlichkeit der Zweige mit einem zottigen Tierfell; lat. „clavatus“ = Kolben, im Hinblick auf die keulenförmigen Fortpflanzungsorgane.

Vorkommen: Heiden, Magerrasen, Waldränder und Nadelwälder, Geschützt!

Verwendung: Bärlappsporen werden arzneilich als Wundpuder verwendet.

Die Senner auf Diedams

Ein Senne war einmal auf Diedams hinaufgekommen, um etliche Käslaibe zu holen, und blieb droben über Nacht. Kaum war es dunkel geworden, so hoben sich die Bütze langsam aus dem Boden heraus, senkten sich von der Decke herab und huschten zum Fenster herein. Als sie alle beisammen waren, fingen sie zu sennen an, melkten etliche Geisterkühe, rührten Butter und bereiteten Käse. Der Senne schaute ihnen ein wenig befangen zu, ließ sie aber gewähren. Dafür taten ihm die Bütze auch kein Leid an, sondern halfen in aller Frühe sein Saumpferd laden und ließen ihn wohlbehalten ziehen.

Die Bütze als Säumer. Auf der Alpe Diedams vernahmen die Knechte auf der Diele nachts oft das Gerölle und ­Schellenklingeln von herankommenden Saumrossen. In der Alphütte angelangt, wurden Kisten mit vielem Gepolter abgeladen, die Käslaibe aus dem Keller geholt, aufgeladen und weggeführt, alles auf dieselbe Weise, wie es die Säumer im Herbste auf den Alpen zu tun pflegen. Am andern Morgen war alles in der alten Ordnung und von den Käslaiben fehlte nicht einer.

Quellen: Die Sagen Vorarlbergs. Mit Beiträgen aus Liechtenstein, Franz Josef Vonbun, Nr. 33, Seite 68, Die Sagen Vorarlbergs. Mit Beiträgen aus Liechtenstein, Franz Josef Vonbun, Nr. 32, Seite 67

Wissenswertes um die Gemeinde

Schoppernau ist eine 952 Einwohner (Stand 2017) zählende Gemeinde im hinteren Bregenzerwald. Das Dorf liegt am rechten Ufer der Bregenzer Ache als langgezogene reihendorfartige Siedlung. Unterhalb der erhöht gelegenen Pfarrkirche ist die Siedlung zum Haufendorf erweitert. Der Ort ist geprägt von den Bergen des Bregenzerwaldes und des Lechquellengebirges.

Schoppernau taucht im 15. bis 17. Jahrhundert urkundlich auf als „Schapernow“ und „Schaupernaw“. Die Gemeinde gehörte zum Gerichtsbezirk Bregenzerwald, kam mit der Herrschaft Feldkirch 1390 an Österreich. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu ­Österreich. Zu Vorarlberg gehört der Ort seit der Gründung 1861.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.