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„Kein Geschenk an die Branche“

Gruppenbild mit ­Ministerin im Bregenzer Landhaus.VLK/Micheli

Gruppenbild mit ­Ministerin im Bregenzer Landhaus.

VLK/Micheli

Die Familien- und Frauenministerin war vergangene Woche da. Derzeit absolviert Landwirtschafts- und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger ihren Antrittsbesuch.

Von Brigitte Kompatscher

Die Landesagrarreferentenkonferenz in Hittisau sowie die heutige Eröffnung der Baumesse com:bau in Dornbirn bilden die Anlässe für den Besuch von Elisabeth Kös­tinger in Vorarl­berg. Gleichzeitig ist es ihr Antrittsbesuch als Ministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus. Den nutzte sie natürlich auch für ein Gespräch mit Landeshauptmann Markus Wallner und Regierungsmitgliedern.

Bei einer Pressekonferenz ges­tern Nachmittag wurde dann unter anderem über den Inhalt der Gespräche informiert. Neben der Ministerin und dem Landeshauptmann nahmen die Landesräte Karlheinz Rüdisser und Erich Schwärzler sowie Wirtschaftskammerpräsident Hans-Peter Metzler daran teil.

Senkung. Es sei vor allem um die enge Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft gegangen, sagte Wallner. Dabei hob er – so wie auch die folgenden Redner – vor allem die kürzlich im Ministerrat beschlossene Senkung der Umsatzsteuer von 13 auf 10 Prozent bei Übernachtungen hervor. Diese würde Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft verbessern. Die heurige Wintersaison verlaufe zwar äußerst positiv, stellte Wallner dann fest. Potenzial sieht er aber noch im Sommertourismus. Mit der neuen Tourismusausbildung Gascht und der geplanten Tourismusschule in Hohenems arbeite man intensiv an der Ausbildung, zeigte sich der Landeshauptmann zufrieden. Weniger zufrieden ist er hingegen mit der Zahl der Saisonniers und der Mangelberufsliste. In Hinblick auf Letztere fordert er eine Regionalisierung, in Hinblick auf die Saisonniers eine Erhöhung des Drittstaatenkontingents.

Hilfe. Köstinger, die direkt von der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) Berlin kam, bescheinigte Vorarlberg einen „sehr gut entwickelten Tourismussektor“. Österreich­weit seien derzeit, was die aktuelle Wintersaison betrifft, überall positive Zahlen zu verzeichnen, sagte sie. Die Nächtigungszahlen würden zwar steigen, die Erträge allerdings sukzessive zurückgehen, stellte sie weiters fest. Da gelte es zu schauen, welche Hilfestellung die Betriebe bräuchten. Insofern sei die Senkung der Steuer „kein Geschenk an die Branche“, zumal vorher eine ­Wettbewerbsverzerrung geherrscht hatte.

Die Ministerin wies darauf hin, dass kürzlich der Startschuss für die Ausarbeitung eines Masterplans Tourismus gefallen sei. Dabei werde man sich die gesamte Wertschöpfungskette ansehen. Neben der Kooperation Tourismus und Landwirtschaft gehe es dabei um Marketingmaßnahmen oder Digitalisierung.

EU-Gelder. Nachdem Köstinger nicht nur für den Tourismus, sondern auch für Landwirtschaft zuständig ist, ging sie ges­tern auch darauf ein. So wurde bei der Konferenz in Hittisau auch der „Kampf rund um das EU-Budget“ diskutiert. Für sie ist es „höchst an der Zeit“, über eine gerechte Zahlungsverteilung in Europa zu diskutieren. „Österreich ist kleinstrukturiert. Wir müssen weg von der Masse und hin zu Produktqualität“ – auch in Form von Ausgleichszahlungen.

„Nach einer Phase spürbaren Gegenwinds“, wie Tourismus-Landesrat Rüdisser sagte, zeigte er sich gestern „erfreut über die positiven Signale im Tourismus aus Wien“. Gleich dem Landeshauptmann kritisierte er zu niedrige Saisonnierszahlen und die Mangelberufsliste. Lob für die Ministerin kam auch von Agrarlandesrat Schwärzler, der „so viel Leistungsabgeltung wie notwendig, um die bäuerliche Existenz zu sichern“, forderte. Und Metzler, der auch Hotelier ist, sprach von Landwirtschaft und Tourismus als „eineiige Zwillinge, die sich gegenseitig brauchen“. Seiner Meinung nach muss im Land diesbezüglich noch mehr Wertschöpfung generiert werden. Aber: „Vor drei Jahren war ich noch frustriert und demotiviert, jetzt bin ich wieder motiviert“, meinte der Wirtschaftskammerpräsident.

Angesprochen auf den Stellenwert von Umweltschutz, für den sie auch verantwortlich ist, meinte Köstinger dann noch: „Umweltschutz muss immer ganz oben stehen, aber wir brauchen speziell im ländlichen Raum auch den Wirtschaftsfaktor. Es ist klar, dass es da immer wieder zu Spannungen kommen wird.“

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