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Jägerlatein

Oscarverleihung vs. Songcontest: Vier zu null

Seit jeher gehören die Oscar-Verleihung und der Eurovisions-Songcontest für mich zu den Höhepunkten des TV-Jahres. Vor allem wegen der Spannung gegen Ende der Veranstaltungen: „… and the Oscar goes to“ beziehungsweise beim Songcontest: „… Austria – two Points!“ In den vergangenen Jahren wurde die Oscar-Verleihung aber immer besser, während das Sangesfest seit Längerem deutlich schwächelt. Und selbst wenn die folgenden Zeilen unter das Motto „Dinge, die nun wirklich nicht jeden interessieren“ fallen mögen, hier ein paar Punkte, warum das US-Film-Spektakel den europäischen Vokal-Wettbewerb mittlerweile um Längen schlägt.

1.) Die Moderation: Während beim Oscar Showgrößen wie Bob Hope, Whoopi Goldberg oder nun Jimmy Kimmel Pointen streuen und satirische Kommentare platzieren, wurde der letzte Contest in Kiew von Wolodymyr Ostaptschuk, Oleksandr Skitschko und Timur Miroschnytschenko moderiert, deren Humor mir ebenso unverständlich war wie ihre Nachnamen. 2.) Publikum und Location: In Hollywood suhlen sich Steven Spielberg, Jack Nicholson, die unvermeidliche Meryl Streep und ähnliche Kaliber in den Sitzen, während beim Songcontest nur mehr Teens, die zu allem und jedem kreischen, das Auditorium füllen. Passend dazu: die Filmindustrie feiert sich im ‚Dolby-Theatre‘, einem an ein mittelgroßes Opernhaus erinnerndes Kino, der Contest findet nur mehr in riesigen unpersönlichen Hallen statt, die in etwa so viel Atmosphäre aufkommen lassen wie ein Lagerhaus, was selbst die überkandidelte Lightshow nicht kaschieren kann. 3.) Die Musik: Sind schon die vier musikalischen Beiträge der Oscar-Verleihung jedes Jahr der Tiefpunkt der Show, hat man beim Songcontest gleich deren 26 zu ertragen. Das Problem: Elton John und Co. wollen sehr wohl einen Oscar gewinnen, aber kein Star den Songcontest. Und daher schicken die Iren nicht U2, die Briten nicht Robbie Williams und die Deutschen keinen Grönemeyer, sondern allesamt irgendwelche No-Names. Löbliche Ausnahme: Österreichs Conchita Wurst mit ihrem wirklich tollen Beitrag 2014. 4.) Die Nachhaltigkeit: Man folgt den Ausschnitten der oscar-nominierten Filme mit offenem Mund und will alle sehen; beim Contest bleibt, wenn überhaupt, nur der Siegertitel in Erinnerung. Und während selbst Oscar-Verlierer wie Spielbergs „Die Verlegerin“ noch einem Siegeszug durch die Kinos entgegensehen, erinnert sich sicher niemand an den 2. Platz des letztjährigen Contests. Daher ein klarer 4:0-Kantersieg für die kleine goldene Statue.

Hinweis: Der Inhalt dieser Kolumne muss nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln. raimund.jaeger@russmedia.com

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