Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Von Kunstharz und Infrarotstrahlen

Die Lehmstampfwand wird mit Hilfsmitteln – in des Wortes wahrstem Sinne – gestampft.

Die Lehmstampfwand wird mit Hilfsmitteln – in des Wortes wahrstem Sinne – gestampft.

Die bunten Quadrate auf dem Plakat der Baumesse com:bau stehen für Vielfalt: Planung, Finanzierung, Rohbau, Sanierung, Energie und mehr.

Von Miriam Jaeneke

Als die fünfte Ausgabe der Messe rund ums Bauen com:bau in den Dornbirner Messehallen ihre Pforten öffnet, hat sich längst eine Traube von Menschen davor versammelt. Dazu gehören etwa Stefan und Sarah, die gezielt einen Planer für ein Haus suchen, das sie beide und ihre Katze beherbergen soll. Es gibt andere, wie beispielsweise Hansjörg Häußle, der Garten- und Landschaftsplaner ist und nach innovativen Ideen bei der Metallverarbeitung und im Holzbau und nach Belägen sucht. Ihn interessieren Stände wie der von Elmar Bösch, der im Namen der Firma Vondrak das Motto „Kunstharzböden ohne Limit“ vertritt. „Diese Böden lassen sich auf jeden Untergrund aufbringen. Einer der Vorteile ist, dass der Boden nur drei Millimeter Aufbauhöhe hat. Eine Fliese, im Vergleich, benötigt etwa einen Zentimeter“, erklärt der Fachmann. Außerdem hat dieser Boden keine Fugen und ist sehr robust. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass das Aussehen variabel ist. Es gibt unregelmäßige Oberflächen, etwa mit Quarzsand, die eine Steinchen-Optik haben, wobei die Farbauswahl schier unbegrenzt ist. Ebenso ist ein ganz glatter Untergrund möglich, in matt oder glänzend, ebenfalls in verschiedensten Farben. Ausgestellt ist auch eine asymmetrische Fläche in ­Spachteltechnik, wo in Grau Schlieren und Ränder wie vom Spachteln auftauchen – laut Bösch zur Zeit eine sehr gefragte Variante.

Wärme. Ist der Untergrund klar, folgt recht rasch die Frage, woher die Wärme kommen soll. Bei dem Stand von Müller Ofenbau ist diese Frage rasch beantwortet: aus dem Ofen. Schon seit 1999 und nur von ihnen lassen sich Stampflehmöfen beziehen. Harald und Bertram Müller arbeiten dazu mit Martin Rauch aus Schlins zusammen, der für die Hülle zuständig ist. Die Lehmhülle sieht fast aus wie das Sediment eines Meeresbodens, in hell- und dunkel-beigen Schichten, unregelmäßig und individuell. Den Ofen gibt es entweder in Verbindung mit einer offenen Feuerstelle oder als einen individuellen Speicher­ofen. Das Ergebnis sei meistens ein raumteilendes Wandelement und werde teils kombiniert mit anderen Lehmbautechniken, etwa mit Kaseinspachtelungen oder Lehmstampfwänden. Die Planung erfolge gemeinsam mit Kunden und Architekten.

Wer auf der Suche nach einer anderen Wärmequelle ist, wird eventuell am Stand von easyTherm fündig, wo Michael Flocken das Funktionsprinzip von Infrarotheizungen erklärt. „Diese erzeugen Strahlungswärme, wie auch die Sonne diese abgibt. Wände, Decke und Fußboden sind am Ende wärmer als die Luft, während zum Beispiel eine Fußbodenheizung die Luft erwärmt.“ Die gemäldegroßen – je nach Ausmaßen des Zimmers in der Größe variierenden – Paneele haben eine glatte, ­keramische Oberfläche, die die Hitze abstrahlt. Die Paneele werden an der Wand montiert und sind nach hinten hin isoliert.

Eine einzige solche Heizfläche pro Zimmer kann ausreichen; gerne wird diese unauffällig an der Decke montiert. Vor der Montage wird der Heizbedarf der Immobilie ermittelt. Flocken ist es wichtig zu betonen, dass das Heizen mit Infrarot günstiger sei als die Alternativen. Seine Beobachtung ist: „Die Heizalternative mit Infrarotstrahlung spricht sich allmählich herum.“

Flexibles Haus. Messebesucher, denen das Haus fehlt, wenden sich zum Beispiel an den Architekten Matthias Würfel. Er hat ein hochwertiges, gesundes Architektenhaus entwickelt, das je nach Ausführung tatsächlich wie ein Würfel aus Holz aussieht. „Das Haus ist funktional und flexibel. Im oberen Stock lassen sich etwa entweder drei Zimmer einrichten oder man gestaltet es als Loft und nimmt die Wände heraus. Diese lassen sich auch später verschieben oder entfernen, so kann das Haus an den Familienzyklus angepasst werden.“ Das Haus lässt sich als Ausbauhaus ohne Innenausbau oder schlüsselfertig erwerben. Es handelt sich nicht um ein Fertigbauhaus, betont Würfel. Er betreut diese Art Hausbau in Salzburg und in Vorarlberg, der Vertrieb läuft hierzulande über die Firma Holzbau Feuerstein.

Etwas weiter geht es ebenfalls um das Thema „natürlich bauen“. Hier beantwortet Architekt Kai Längle Fragen zum Bauen mit Lehm, Stroh und Holz. Er begleitet Menschen, die selbst Hand an ihr Eigenheim legen wollen, und gibt Workshops zum Beispiel zu dem Thema: „Kann ich den Aushub fürs Haus als Lehmputz verwenden?“ Live gebaut wird an einer Lehmstampfwand, außerdem wird eine mit Stroh gedämmte Hauswand mit Lehm verputzt.

<p class="caption">Verschiedene Modelle sorgen dafür, dass sich die Besucher ein Bild machen können – vom möglicherweise neuen Zuhause.</p>

Verschiedene Modelle sorgen dafür, dass sich die Besucher ein Bild machen können – vom möglicherweise neuen Zuhause.

<p class="caption">Architekt Kai Längle demonstriert, dass die Lehmputzwand auch mit bloßen Händen gefertigt werden kann.</p>

Architekt Kai Längle demonstriert, dass die Lehmputzwand auch mit bloßen Händen gefertigt werden kann.

<p class="caption">Viel Neues ist zu sehen. Helmut Toepsch führt seinen Energetisierungsapparat für Wasser vor.</p>

Viel Neues ist zu sehen. Helmut Toepsch führt seinen Energetisierungsapparat für Wasser vor.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.