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Chance auf großes Stück Familienglück

In Vorarl­berg leben derzeit 240 Kinder in Pflegefamilien.  iStock.com/dorian2013­

In Vorarl­berg leben derzeit 240 Kinder in Pflegefamilien.

  iStock.com/dorian2013­

„Alles Familie“ heißt es beim Pflegekinderdienst des Vorarlberger Kinderdorfs. Denn Pflegefamilien sind vielfältig. Und sie werden dringend gebraucht.

Derzeit leben 240 Kinder und Jugendliche in 181 Pflegefamilien. „Neue Anfragen können wir nicht mehr bewältigen“, schlägt Pflegekinderdienst-Leiterin Silvia Zabernigg Alarm. Dabei stehen derzeit sieben Buben und Mädchen, davon fünf im Kleinkindalter, auf der Warteliste. Noch ist nicht klar, ob für alle Kleinen, die gegenwärtig in Krisenfamilien oder der Auffanggruppe untergebracht sind, tatsächlich Pflegeeltern gebraucht werden. „Diese Entscheidung ist von Gerichten und Gutachtern abhängig.“ Tatsache ist jedoch, dass der Pool mit potenziellen Pflegefamilien leer ist. „Wir haben im Moment nur für ein Baby einen Pflegeplatz“, resümiert Zabernigg.

Bereicherung und Hürden. Jährlich werden für etwa 20 Kinder neue Pflegefamilien gesucht. Tendenziell werde es immer schwieriger, Menschen zu finden, die sich die Aufgabe zutrauen und darin auch eine Chance auf Glück sehen würden. „Nicht nachvollziehbar“ ist dieser Fakt für Bianca Domig aus Sonntag, die mit ihrem Mann zwei Pflegekinder aufzieht. Es sei einfach schön, die beiden im Alter von drei und sieben Jahren auf ihrem Weg zu begleiten. „Wir erleben es als sehr wertvoll, die beiden in ihrer Entwicklung und fürs Leben stärken zu können.“ Dazu gehören neben aller Bereicherung manche Hürden, an denen die Familie aber „im guten Miteinander und in intensiver Zusammenarbeit mit Schule und Kindergarten“ wachsen kann.

Keinen eigenen Nachwuchs haben zu können, war für das Paar ausschlaggebend, Pflegekinder aufzunehmen. Darüber hinaus sind soziales Engagement oder der Wunsch nach Familienvergrößerung bestimmend. Gemeinsam ist allen Pflegefamilien, dass sie sich für das Wohl der Mädchen und Buben einsetzen und deren Lebenswege positiv beeinflussen.

Auch Alleinerziehende können den Schritt wagen. „Wichtig ist, dass die finanzielle Situation geklärt und ein gutes soziales Netz vorhanden ist“, betont Zabernigg.

Für die Psychologin ist das „Modell Pflegschaft“ nach wie vor „die absolut beste Alternative“, wenn – vor allem die Kleinsten – nicht von ihren Eltern versorgt werden können. „Pflegeeltern schenken Kindern die Chance auf ein ,normales Aufwachsen‘, sie trösten, versorgen, geben Halt und Orientierung, sie fördern und lieben.“ Darüber hinaus müssen Pflegeeltern mit den leiblichen Eltern kooperieren und Besuchskontakte unterstützen. Offenheit, elterliche Präsenz und ein großes Herz für die Bedürfnisse verletzter Kinder sind Grundvoraussetzungen. Vor allem wollen Pflegekinder so angenommen werden wie sie sind.

Gerti Breuss-Klas vom Pflegekinderdienst erklärt: „Es ist für Pflegekinder so wichtig, dass sie mit ihrer ganzen Geschichte akzeptiert werden.“ Auch stärke es Kinder, wenn sie wüssten, warum sie in einer Pflegefamilien lebten und die leiblichen Eltern nach wie vor einen Platz in ihrem Leben hätten.

Akuter Mangel. Durchschnittlich verbringen die Kinder elf­einhalb Jahre in ihrer Pflegefamilie. Manchmal erfolgt die Rückkehr zur leiblichen Familie. Zwei Drittel der Kinder jedoch werden in der Pflegefamilie volljährig. Unterstützt wird mit gestaffeltem Pflegegeld (nach Alter der Kinder) sowie Familienbeihilfe. Die Pflegemutter kann einen freien Dienstvertrag abschließend und ist dadurch versichert. Pflegemütter können außerdem in Karenz gehen und Kinderbetreuungsgeld beziehen.

Noch nie wurde mit solcher Dringlichkeit nach neuen Pflegefamilien gesucht wie gerade jetzt. Die Situation ist ernst: „Wir freuen uns über jeden Anruf“, richtet Zabernigg einen Appell an die Bevölkerung.

<p class="caption">Silvia Zabernigg vom Pflegekinderdienst: „So eng war es noch nie. Wir suchen dringend Pflegefamilien.“  VKD</p>

Silvia Zabernigg vom Pflegekinderdienst: „So eng war es noch nie. Wir suchen dringend Pflegefamilien.“  VKD

Anruf willkommen

Für Kinder jeden Alters ­werden dringend Pflege­familien gesucht!

Kontakt und Infos: Silvia Zabernigg, Pflegekinderdienst des Vorarlberger Kinderdorfs,

Tel. 05522/82253, pkd@voki.at, www.vorarlberger-kinderdorf.at

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