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Ikea: EndeMai wirdabgestimmt

Bürgermeister ­Fischer und Gemeinde­planer Bernhard Kathrein. Marktgemeinde Lustenau

Bürgermeister ­Fischer und Gemeinde­planer Bernhard Kathrein. Marktgemeinde Lustenau

Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer erhofft sich „Best practice“-Volksabstimmung. Ein „Nein“ wäre das definitive Aus für das Projekt.

Ein „gewisser Meilenstein“ sei in Sachen Ikea-Ansiedlung erreicht worden, sagte der Lustenauer Bürgermeister gestern Vormittag bei einer Pressekonferenz. Zuvor war dem Ortschef seitens der Gemeindewahlbehörde der Auftrag erteilt worden, eine diesbezügliche Volksabstimmung zu organisieren. Am 27. Mai werden die Lustenauer demnach entscheiden, ob den Verantwortlichen des schwedischen Möbelgiganten die Möglichkeit gegeben wird, einen Standort in der Kommune zu eröffnen. Die Vertreter der Bürgerinitiative „Lebenswertes Lustenau“ hatten knapp 3200 Unterstützungserklärungen zur Einleitung der Volksabstimmung gesammelt, dafür notwendig waren etwa 1800.

Das Ergebnis der Abstimmung wird bindend sein. Dabei lassen sich die Ausgangsmöglichkeiten so zusammenfassen: Nein heißt nein, Ja heißt vielleicht. Denn während das Projekt definitiv vom Tisch ist, falls es im Mai von der Mehrheit abgelehnt wird, können die Ikea-Verantwortlichen auch bei einer Zustimmung vom bestehenden Vertrag mit der Gemeinde zurücktreten. Dieser wurde nämlich unter aufschiebenden Bedingungen vereinbart.

Verkehrslösung. Entscheidendes Kriterium für die Ansiedlung ist eine entsprechende Verkehrslösung. Sollte eine Filiale errichtet werden, wären nach Prognosen des Tiroler Büros „planoptimo“ mit rund 3800 zusätzlichen Fahrzeugen pro Tag zu rechnen. Zentral ist aus Sicht von Fischer die Frage, wie der Ikea-Standort an das Straßennetz angebunden werden kann, „ohne dass der Verkehr kollabiert“. Kosten für entsprechende Maßnahmen seien durch das Unternehmen zu tragen.

Wie der Bürgermeister anklingen ließ, könnte das Möbelhaus dabei helfen, die Kaufkraft in der Gemeinde zu binden. Denn im Gegensatz zum Gewerbe sei es um den Handel in der Kommune derzeit eher schlecht bestellt, merkte der Ortschef an. Allein 26 Millionen Euro der 113 Millionen schweren Kaufkraft in Lustenau fließen nach Dornbirn (die Zahlen stammen von 2016). Es wachse die Zahl der Artikel, die in Lustenau gar nicht mehr erhältlich seien, ließ Fischer wissen. Derzeit „wandern“ aus Vorarlberg 7,4 Millionen Euro in Möbelhäuser in die Schweiz sowie acht Millionen nach Deutschland.

Würde der Ikea-Markt in Lustenau gebaut, kämen zu den 18.300 Quadratmeter Verkaufsfläche der Marktgemeinde 10.000 Quadratmetern hinzu. Aber auch diesbezüglich liegt Lustenau im Vergleich mit einigen Nachbarn im Hintertreffen – Dornbirn hat über 106.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, Hohenems mehr als 30.000, Lauterach knapp weniger als 30.000. Mit geplanten 240 Beschäftigten wäre Ikea in Lustenau drittgrößter Arbeitgeber, in Sachen Kommunalsteuer würde das Möbelhaus mit 135.000 Euro auf Platz acht zu liegen kommen. Den Projekt-Gegnern ist beides zu wenig.

Informationskampagne. „Heilfroh“ zeigte sich Fischer, dass mit der Abstimmung im Mai die Bevölkerung bei dem Projekt in der Entscheidungsfindung „mit an Bord“ sei. Er wolle zudem die Volkabstimmung vorbildlich über die Bühne zu bringen, betonte der Bürgermeister wiederholt. Dafür seien die Lustenauer gut über die Causa zu informieren. Zu diesem Zweck wird derzeit eine Info-Veranstaltung geplant. Zudem liefern die Gemeindeverantwortlichen unter www.lustenau.at/ikea einen Überblick über zahlreiche Fragen zur möglichen Ansiedlung. 

 Johannes Hofer/APA

Zahlen, Daten, Fakten

3800 Pkw und 10 Lkw pro Tag werden im Falle einer Ikea-Ansiedlung als Neuverkehr prognostiziert. Davon abgezogen sind sogenannte Turn-In-Fahrten: Demnach wären ein Drittel der Besucher aus der Schweiz und dem Liechtenstein ohnehin auf dem Weg, würden also keinen Mehrverkehr verursachen.

Als Spitzenstunde wird die Zeit von 17 bis 18 Uhr prognostiziert, mit 173 Pkw pro Stunde je Richtung auf der L 204.

Herkunft/Ziel der prognostizierten Ikea-Kunden: Österreich (46 Prozent), Schweiz (40 Prozent), Deutschland (7 Prozent), Fürstentum Liechtenstein (7 Prozent)

47 Prozent der Kaufkraft fließen aus Lustenau ab.

Rund 16.500 Lustenauer sind bei der Volksabstimmung stimmberechtigt.

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