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Feldkirch

19-Jähriger entgeht Querschnittslähmung

Der junge Patient mit den Ärzten Berthold Meusburger (l.) und Primar ­René El Attal. KHBG

Der junge Patient mit den Ärzten Berthold Meusburger (l.) und Primar ­René El Attal. KHBG

Der junge deutsche Skifahrer Janis H. war beim Urlaub im Montafon gestürzt. Eine Querschnittslähmung drohte.

Der 19-jährige norddeutsche Urlauber Janis H. war am 21. Februar beim Skifahren am Hochjoch im Montafon bei schlechter Sicht schwer gestürzt. Er wurde daraufhin per Helikopter ins LKH Feldkirch geflogen und aufgrund der schweren Rückenverletzung mit auftretender Lähmung sofort in den Schockraum gebracht. Die erste Diagnose er­gab eine Querschnittslähmung ab dem zweiten Lendenwirbel.

Das Schockraum-Team informierte daraufhin, den Wirbelsäulenspezialisten Oberarzt Berthold Meusburger. Die Abklärung bestätigte dann den schweren neurologischen Schaden: „Konkret war der Spinalkanal der Wirbelsäule durch ein abgebrochenes Knochenstück zugemauert, das auf die Nervenstränge drückte. Der Patient konnte seine Beine nicht bewegen, zudem war keine Hautempfindung mehr gegeben“, erklärt Meusburger. Solche Verletzungen müssten unverzüglich behandelt werden, um die Chancen auf eine Erholung der komprimierten Nervenwurzeln zu erhöhen. Je länger der Schaden besteht, desto höher sei das Risiko eines bleibenden Querschnitts, weil durch die permanente Druckwirkung von außen die Nerven irreparabel geschädigt werden.

„Ich habe Janis unverzüglich operiert. Wir haben den Spinalkanal freigelegt und vorsichtig die dort gelagerten Nervenbahnen zur Seite gehalten, um das Knochenstück, welches beim Sturz von der Wirbelhinterkante abgebrochen und in den Spinalkanal gelangt war, zu entfernen. Gleichzeitig wurde eine erste Stabilisierung des betroffenen Abschnitts der Lendenwirbelsäulen mit Schrauben und Metallstäben vorgenommen. Diese Operation dauerte rund viereinhalb Stunden“, erklärt Meusburger.

Ein zweiter Eingriff sei dann eine Woche später noch notwendig gewesen, um den hochgradig zerstörten zweiten Lendenwirbel mit einem Cage (Implantat als Wirbelkörper­ersatz, Anm.) als Stütze zu versehen. Querschnittsverletzungen dieser Art werden am LKH Feldkirch etwa zehn Mal pro Jahr operiert. Die Unfallchirurgen betonen aber, dass bei Janis H. mehrere günstige Komponenten zusammentrafen, sodass die vollständige Wiederherstellung möglich wurde.

Janis H., ein Vermessungstechniker in Ausbildung, konnte am 8. Februar das LKH Feldkirch verlassen. Er wurde zu Hause in Wildeshausen zuerst noch ins Klinikum Oldenburg und dann in die Reha transferiert. „Nachdem Janis wieder zu Kräften gekommen ist, kann seine Wirbelsäule nach drei Monaten wieder die volle Belastung aushalten“, freut sich Meusburger über den Behandlungserfolg.

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