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Erneuerbare Energie aus Kartoffelresten

Die Lkw können direkt auf dem Firmengelände betankt werden. 

Die Lkw können direkt auf dem Firmengelände betankt werden. 

Von Rubina Bergauer

Der Energy Globe ist sowas wie der Oscar der Umweltpreise. Seit 2001 wird diese Auszeichnung auch in Vorarlberg vergeben. Am Donnerstag wurden gleich zwei Initiativen damit ausgezeichnet – ein Pokal ging an die Energiegemeinschaft der Kindergärten Lustenau, ein zweiter an die Firma 11er. Mit der 2017 neu errichteten Biogasanlage des Unternehmens wurde nach Angaben der Jury ein neuer Meilenstein in Richtung Energie-Kreislaufwirtschaft und CO2-Neutralität gesetzt. Die biogenen Abfälle in der Kartoffelverarbeitung werden in der modernen Anlage zu Biomethan in Erdgasqualität umgewandelt. „Aus Kartoffelresten wird Kraftstoff für Lkw. So gesehen fährt die Kartoffel quasi mit eigener Energie zur Verarbeitung“, fasste Geschäftsführer Thomas Schwarz zusammen. Mit dem Biogas werden Fahrzeuge für den Transport der Rohkartoffeln aus den Lagern in Bayern nach Frastanz betankt. Auf diese Weise werden bei 11er rund 5500 Tonnen CO2 im Jahr eingespart. Mit dem aus Kartoffelabfällen erzeugten Biomethan könnten rund 2600 Pkw mit durchschnittlicher Jahreskilometerleistung von 15.000 Kilometern ein Jahr lang fahren – dies errechneten die Experten des Energieinstituts Vorarlberg. Überschüssiges Biogas wird in das Vorarlberger Erdgasnetz eingespeist.

Weitere Versuche. „Diese konsequente Umsetzung der Prozesskette bis hin zur Abdeckung des Transportes mit erneuerbarer Energie ist in Vorarl­berg einzigartig“, begründete Josef Burtscher, Energieinstitut-Vorarl­berg-Geschäftsführer und Vorsitzender der Jury, warum die Wahl auf die Firma 11er fiel. Nach Angaben der Unternehmensverantwortlichen laufen derzeit auch Versuche, Gärreste aus dem Fermenter in hochwertigen Kompost zur Bodenverbesserung umzuwandeln. Zudem werde bei der gesamten Wertschöpfungskette darauf geachtet, den CO2-Fußabdruck möglichst klein zu halten. Der Lebensmittelhersteller ist auch Gründungsmitglied des Klimaneutralitätsbündisses 2025. Dessen Ziel ist es, den Unternehmensfußabdruck innerhalb von maximal zwölf Jahren klimaneutral zu stellen.

Neben intelligenten Prozessen sei der bewusste Umgang mit ­Energie eine wesentliche Strategie zur Energieeffizienz und -autonomie, führte Josef Burtscher an. Deshalb wurde neben 11er auch die Energiemeisterschaft der Lustenauer Kindergärten ausgezeichnet. Auf Initiative der Gemeinde haben 90 Pädagoginnen mit 550 Kindern gezeigt, dass durch altersgerechte Angebote schon die Jüngsten für dieses Thema zu begeistern sind. „Die Mädchen und Buben haben gemeinsam mit unseren Pädagoginnen allein durch den bewussten Umgang mit Energie über 100.000 Kilowattstunden Strom und Wärme eingespart“, berichtete Bürgermeister Kurt Fischer. So lernten die Kinder unter anderem, wo der Strom herkommt und wie sich Stromfresser im Alltag enttarnen lassen. Darüber hinaus wurde am sogenannten Stromfreitag im wahrsten Sinne des Wortes der „Saft abgedreht“. „Ohne Heizung, ohne Fernseher und anderes wurde veranschaulicht, wie der Alltag anno dazumal ohne Elektrizität war“, erklärte Fischer.

Das Projekt animiere zum Nachmachen, sagte Energielandesrat Erich Schwärzler, der die Verleihung vornahm. Im Rahmen der Aktion werde das Verständnis der heranwachsenden Generation für die Wertigkeit von Energie bereits im frühen Alter geweckt, ist der Landesrat überzeugt.

<p class="caption">Bei der Verleihung des Energy Globe Awards waren Kinder aus Lustenau zu Gast bei der Firma 11er. </p>

Bei der Verleihung des Energy Globe Awards waren Kinder aus Lustenau zu Gast bei der Firma 11er. 

<p class="caption">Die Biogasanlage von 11er auf dem Firmengelände in Frastanz.  BErgauer (2), Serra (1)</p>

Die Biogasanlage von 11er auf dem Firmengelände in Frastanz.  BErgauer (2), Serra (1)

Information

Energy Globe Award ist der weltgrößte Umweltpreis. Der Vorarlberg-Ableger wird vom Energieinstitut Vorarlberg kuratiert. Bislang haben zwei Vorarlberger Projekte auch den Bundessieg geschafft (beide aus Hörbranz: das Trinkwasserkraftwerk der Gemeinde und der Reinigungsmittelhersteller Planet Pure).
https://www.energieinstitut.at/

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