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Lustenau

Anerkennung nach über 60 Jahren

Bürgermeister Fischer (l.) mit Kremmel. Marktgemeinde Lustenau

Bürgermeister Fischer (l.) mit Kremmel. Marktgemeinde Lustenau

Einen späten Akt der Entschuldigung und eine Würdigung für seine Zivilcourage hat kürzlich der 86-jährige Lustenauer Edwin Kremmel erfahren. Er befreite im Jahr 1955 einen Pflegezögling des Lustenauer Versorgungsheims, eine behinderte junge Frau, die in einem Kerker weggesperrt worden war. Sein Handeln brachte ihm damals jedoch ein gerichtliches Nachspiel ein.

Die mental und körperlich behinderte Frau war zur Strafe für „ungebührliches Verhalten“ eingesperrt worden. Kremmel, damals junger Tischlergeselle im benachbarten Betrieb, stellte zunächst den Verwalter des Heims erfolglos zur Rede. Dann hielt er die Lage der Gefangenen zum Beweis fotografisch fest und befreite die junge Frau. Dafür wurde Kremmel wegen Hausfriedensbruchs zu eine bedingten Haftstrafe verurteilt.

Durch das Dokumentationsarchiv österreichischer Heimkinder wurden die Gemeindeverantwortlichen in Lustenau vergangenen Herbst auf den Fall aufmerksam gemacht. Bei einem Ehrenabend im Gasthof Krönele wurde deshalb vergangene Woche die Zivilcourage von Edwin Kremmel gewürdigt. Damit sollte die Ungerechtigkeit von damals „ins rechte Lot“ gerückt werden, heißt es in einer Aussendung – auch wenn das Gerichtsurteil und die Strafe nicht mehr gutzumachen seien.

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