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Engagement lautet die B(r)otschaft

Koordinatorin Christiane Eberle (l.), Richard Alber (3.v.r.), Ingrid Grabherr (2.v.r.) und Landesrat Erich Schwärzler bei der Präsentation der Aktion in Sulzberg. VLK

Koordinatorin Christiane Eberle (l.), Richard Alber (3.v.r.), Ingrid Grabherr (2.v.r.) und Landesrat Erich Schwärzler bei der Präsentation der Aktion in Sulzberg. VLK

Im Raum Bregenzerwald und Leiblachtal wird die freiwillige Arbeit in Sachen Ehren­amt weiter forciert.

Von Danielle Biedebach

Etwa die Hälfte der Vorarlberger sind ehrenamtlich tätig. In Vereinen, im sozialen Bereich, sie unterstützen die Integration von Flüchtlingen, engagieren sich in der Gemeindepolitik oder etwa bei der Feuerwehr. Die Bereitschaft der Einheimischen zu sozialem Engagement ist bereits hoch. Trotzdem kein Grund, um stehen zu bleiben, dachten sich die Verantwortlichen des sogenannten Leader-Projekts „Engagiert sein“ und ansässige Bäcker. Sie wollen noch mehr Menschen motivieren, sich verstärkt in die Gesellschaft einzubringen. Wie das funktionieren soll? Mit einer „B(r)otschaft“. Das Gebäck von einigen Bäckern in Bregenzerwald und Leiblachtal kommt bald in Papiertüten daher, welche mit dementsprechenden Informationen bedruckt sind.

Sofort mit dabei waren der Sulzberger Bäcker Richard Alber und sein Team. „Wir sind ein Familienbetrieb und kennen die Kunden. Und über diesen persönlichen Kontakt werden wir die Botschaft weiter tragen“, sagt Alber. Vier oder fünf Wochen lang werden Brot und Co. in drei verschieden bedruckten Papiersäcken die Bäckerei verlassen.

Die Aktion „Engagiert sein“ geht über die „B(r)otschaften“ noch hinaus. Fünf Freiwilligenkoordinatorinnen sind derzeit – ebenfalls im Bregenzerwald und Leiblachtal – unterwegs. Sie geben nicht nur den Anstoß, sich zu engagieren, sondern organisieren und vernetzen jene, die das tun wollen. Das vom Land initiierte Pilotprojekt ist erst einmal für die nächsten drei Jahre angesetzt. „Es existieren bereits sehr viele Ideen von Bürgern in den verschiedenen Gemeinden. Diese müssen nur Gehör finden und strukturiert werden“, berichtet Christiane Eberle, Koordinatorin der Re­gion Vorderwald, von ihren bisherigen Erfahrungen.

Mehr als zwei Schultern. Eine von vielen freiwilligen Engagierten ist Ingrid Grabherr. Für die Sulzbergerin ist es selbstverständlich, zu helfen. Das wurde ihr gewissermaßen schon mit in die Wiege gelegt. Denn ihre Familie – damals hatten sie einen kleinen Laden – ist seit jeher sozial eingestellt. Berührungsängs­te mit Randgruppen hat es nie gegeben. „Bei uns haben immer wieder Leute übernachtet. Wir wussten meist nicht, woher sie kamen, wohin sie gingen und ob sie vielleicht etwas mitnehmen würden“, erzählt sie mit einem Augenzwinkern. Auch gearbeitet hat sie im sozialen Bereich – in einem Pflegeheim. Nach der Pensionierung hatte sie sich eigentlich den „Rücken frei halten wollen. Aber nur wenige Wochen später hat mich die Arbeit wieder gefunden“, erzählt sie. Seitdem hilft sie ehrenamtlich Menschen im Flüchtlingsheim im alten Zollhaus. Viel hat sich dort inzwischen getan. Viele der Geflüchteten erhielten den Asylstatus und wollten in Sulz­berg bleiben. „Es geht heute also um andere Probleme als anfangs. Integration, Wohnungssuche oder Probleme der Kinder in der Schule bestimmen heute den Alltag mit“, weiß Grabherr. Diese Herausforderungen, so sagt sie, erweitern ebenso ihren Horizont. Das Kennenlernen anderer Kulturen lässt die Sulzbergerin „wachsen“. Und trotzdem könne nicht alles auf nur zwei Schultern lasten. Es brauche ein Team und vor allem eine dichte Vernetzung. Und da kommen eben die Koordinatorinnen ins Spiel, die Gleichgesinnte zuei­nanderbringen.

Nicht nur in Sulzberg funktioniert das Projekt gut, erzählen die Verantwortlichen. Trotzdem: „Sulzberg ist eine Vorzeigegemeinde in Sachen Ehrenamt und Koordination“, meint Landesrat Erich Schwärzler. Im besten Fall werde das Konstrukt aus Sulzberg auf das ganze Land übertragen.

Acht Bäckereien. Ab nächsten Donnerstag (5. April) wird „Brot mit Botschaft“ verkauft. Acht Bäckereien beteiligen sich an der Aktion. Insgesamt wurden 80.000 Papiertüten – schwarz auf weiß – bedruckt.

Ehrenamt in Zahlen

Insgesamt sind im Ländle etwa 164.000 Menschen freiwillig engagiert. Im Schnitt ist jeder rund 6,5 Stunden pro Woche im Einsatz. Die Summe der so geleisteten Arbeit entspricht rund 26.000 Vollzeitarbeitsplätzen. Das sind mehr als bei den zehn größten Vorarlberger Industrieunternehmen zusammen.

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