Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Klarheit finden im Schreiben und das Glück im Alltag erkennen

Simone Fürnschuß-Hofer ist selbstständige Text- und Projektgestalterin. Die Lustenauerin ist maßgeblich an der Umsetzung des Dialogformats W‘ortwechsel beteiligt.

Biografien nachspüren, hinter das Augenscheinliche blicken und das Wesentliche auf den Punkt bringen – darum geht es Simone Fürnschuß-Hofer beim Schreiben. Texte und Geschichten haben sie schon als Mädchen fasziniert. „Das Schreiben hilft mir, meine Gedanken zu fokussieren und Klarheit zu schaffen“, sagt die 42-Jährige. Nach ihrem Schulabschluss und ersten Berufserfahrungen im Assistenzbereich nahm Fürnschuß-Hofer eine Stelle als Texterin in einer Allgäuer Werbeagentur an. Nach zwei Jahren in der Branche machte sie sich als Text- und Projektgestalterin selbstständig und unternahm gemeinsam mit ihrem Mann eine Weltreise. Im Jahr 2002 schließlich änderte sich das Leben des Paares von Grund auf. Ihr erstes Kind, Söhnchen Valentin, wurde mit Down Syndrom geboren. „Das hat alles auf den Kopf gestellt – zuerst vermeintlich negativ, wie sich später aber herausstellte, äußerst positiv“, sagt die Lustenauerin rückblickend. Und für vieles, was danach geschah, war die Geburt von Valentin die Initialzündung: 2007, als ihr Erstgeborener vier Jahre alt war, veröffentlichte Fürnschuß-Hofer das Buch „Das Leben ist schön“. Im Fokus steht das Familienleben mit Kindern mit Down Syndrom. „Entgegen der landläufigen Meinung, dass es sich dabei um ein schweres Schicksal handelt, wollte ich aufzeigen, dass es im Gegenteil sehr bereichernd und beglückend sein kann.“

Was wirklich zählt. Das Buch war sozusagen nur der Anfang – in der Folge engagierte sich die mittlerweile dreifache Mutter im Rahmen von Sozialprojekten und Vorträgen. So lernte die Vorarlbergerin schließlich auch Pablo Pineda kennen. Der spanische Lehrer und Schauspieler ist der erste Europäer mit Down Syndrom, der einen Universitätsabschluss erlangt hat. Er war bereits zur Buchpräsentation von Simone Fürnschuß-Hofer gekommen. Aus der Bekanntschaft entwickelte sich bald eine Freundschaft. Pineda war Vortragender und Protagonist beim spanischen Kongressformat „Was im Leben wirklich zählt“. „Durch Pablo lernte ich dieses Projekt kennen. Mein Mann und ich beschlossen, so etwas auch in Vorarlberg umzusetzen“, erzählt die 42-Jährige. Dabei lernte sie unter anderem auch Martin Fenkart kennen, den heutigen Pastoralamtsleiter der Diözese Feldkirch. 2015 rief Papst Franziskus das „Jahr der Barmherzigkeit“ aus (von 8. Dezember 2015 bis zum 20. November 2016, Anm.).

Suchende und Findende. In zahlreichen Diözesen gingen aus diesem Anlass besondere Veranstaltungen über die Bühne. „Dabei standen Themen wie Gastfreundschaft, Zuhören sowie das gute Gespräch im Mittelpunkt“, fasst Fürnschuß-Hofer zusammen. In diesem Rahmen entstand die Idee zur Gesprächsreihe W’ortwechsel. „Die erste Hürde lag darin, 40 Persönlichkeiten aus verschiedene Bereichen zu finden, die sich auf dieses Format einlassen“, berichtet die Projektleiterin. Doch die Herausforderung wurde gemeistert und heuer geht die Dialogreihe bereits in die dritte Auflage.

„Der Sinn dahinter ist, Menschen zusammenzubringen, die sich ansonsten wahrscheinlich nicht begegnen würden. In Gesprächen über Gott und die Welt eröffnen sich neue Perspektiven.“ Sich selbst bezeichnet die dreifache Mutter in der Glaubensfrage als Suchende und da und dort Findende zugleich. „Im Rahmen meiner Projekte habe ich einige Menschen getroffen, für die Gott eine große Rolle spielt. Ich denke, Glaube und Spiritualität bergen inspirierende und tragende Kräfte, solange sie nicht verzweckt werden oder einengen.“  Rubina Bergauer

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.